Allgemeine Berichte | 19.05.2016

Frauenfahrt des Dekanates Koblenz und der Katholischen Hochschulgemeinde Gießen

Zeitreise in die Vergangenheit

Die Frauengruppe war zu Gast im Kloster Helfta bei Lutherstadt Eisleben

Die Frauengruppe, begleitet von Seelsorgerin Sigrid Monnheimer und Pastoralreferentin Ulrike Kramer-Lautemann privat

Koblenz. Die Gruppe von 15 Frauen waren willkommene Gäste der Zisterzienserinnen, die seit 1999 wieder in Helfta angesiedelt sind und das Kloster als Ort der Ruhe und Kontemplation bereithalten. Dazu trägt das Gelände mit seinem lebendigen Gartenlabyrinth ebenso bei wie die Einladung zum Stundengebet der Schwestern. Achthundert Jahre liegen zwischen den Frauenerfahrungen und -sehnsüchten heute und denen der bekanntesten Mysterikerinnen aus Helfta. In den drei intensiven Tagen im neu gegründeten Kloster bei Lutherstadt Eisleben wurde klar: Die Sehnsucht nach weiblicher Selbstbestimmung ist gleich geblieben, nur die geschichtlichen Kontexte sind verschieden.

Aktueller denn je

Angefangen hat der mittelalterliche Frauenprotest gegen Bevormundung ganz praktisch durch die Beginenbewegung. Die Tatsache, dass kaum eine Frau heute noch weiß, dass es diese Frauenbefreiungsbewegung im frühen Mittelalter gab, beweist, wie gründlich die Tilgung dieser Frauengeschichte gelungen ist. So lösten die Texte von Helfta Gespräche über die aktuelle Situation von Frauen in Kirche und Gesellschaft aus. Heute sind patriarchale und frauenausgrenzende Strukturen und Handlungsmuster subtiler als damals und erfordern daher andere Wege. Das Dekanat Koblenz will sich dieser Herausforderung mit einem vielfältigen Angebot stellen: Mit der feministischen Re-Lektüre biblischer Texte, mit Erkundungen in die Frauengeschichte und mit Unterstützung aktueller Frauenförderprojekte.

Die Frauengruppe, begleitet von Seelsorgerin Sigrid Monnheimer und Pastoralreferentin Ulrike Kramer-Lautemann Foto: privat

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