Allgemeine Berichte | 16.09.2026, 10:30 Uhr

Selters füllte eine Manege aus

Zirkusprojekt stärkte Kinder, begeisterte Familien und bewegte eine ganze Stadt

Mutige Akrobatik am Vertikaltuch – gut gesichert von den Trainerinnen
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Selters. Mutig kletterten die Kinder am Vertikaltuch in die Höhe, balancierten sicher auf Seilen und Kugeln, jonglierten, zauberten und bauten beeindruckende Menschenpyramiden. Andere ließen Feuer durch die Luft tanzen oder brachten das Publikum als Clowns zum Lachen. Bei zwei großen Aufführungen verwandelten 250 Kinder ein Zirkuszelt auf dem Selterser John-Peter-Altgeld-Platz in eine Manege voller magischer Momente und strahlender Augen. Im „Circus Seltissimo“ präsentierten die jungen Artistinnen und Artisten, was sie in nur wenigen Tagen gelernt und gemeinsam einstudiert hatten. Die beiden Aufführungen bildeten den emotionalen Höhepunkt einer außergewöhnlichen Woche.

„Im Mitmachzirkus entdeckten die Kinder ihre eigenen Stärken, unabhängig von Herkunft, Sprache oder individuellen Voraussetzungen“, sagte Sigrid Moritz aus Selters. Sie war eine der Ideengeberinnen. Die andere war Grundschulleiterin Petra Edel. Sie ergänzte zufrieden: „und genau das wollten wir erreichen.“ Für das Projekt war ein großes Zirkuszelt mit erfahrenen Zirkuspädagogen und-pädagoginnen nach Selters gekommen. Das eigentliche Training der Kinder übernahm das Team der Grundschule nachdem es zuvor selbst in einem Workshop auf seine Aufgaben vorbereitet worden war.

Die Grundschulkinder und einige Vorschulkinder aus den beiden Kindertagesstätten Sonnenschein und Plumpaquatsch probierten unterschiedliche Disziplinen aus und trainierten dann gemeinsam in einem der acht Workshops: Seillaufen, Akrobatik, Jonglage, Clownerie, Kugellaufen, Zaubern, Feuerkunst oder Vertikaltuch.

Von Montag bis Donnerstag wurde intensiv geübt – im Zirkuszelt und auf dem Platz davor. Tägliche „Manegekostproben“ gaben den Kindern Sicherheit und bauten Lampenfieber ab. „Hier herrschte ein ständiges Menschengewusel im Zelt“, erinnerte sich Sigrid Moritz. Was die Kinder am Ende in der Manege präsentierten, war deshalb weit mehr als eine Reihe gelungener Kunststücke. Es war das Ergebnis von Ausdauer, gegenseitiger Unterstützung und vielen persönlichen Erfolgserlebnissen. „Es war schön zu sehen, wie die Kinder jeden Tag mutiger wurden und sie jeden Tag mehr über sich hinauswuchsen“, sagte eine Trainerin. Eine Lehrerin ergänzte: „Die Kinder haben erfahren, dass sich Üben lohnt und dass man gemeinsam viel weiterkommt als allein.“

Herzlichen Applaus gab es schon bei der Generalprobe, denn Menschen aus Senioren- und Pflegeheimen waren gekommen und sichtbar bewegt von den Aufführungen der Kinder. Mit glitzernden Westen zogen die jungen Artistinnen und Artisten schließlich zur Vorstellung in die Manege ein und zeigten Eltern, Familien und zahlreichen Gästen konzentriert, mutig und voller Freude ihr Können.

Doch das Zirkuszelt war während der Woche auch Treffpunkt für ganz Selters. Familien erlebten beim „Zirkus im Koffer“ Artistik, Comedy, Magie und Jonglage. Jugendliche entwickelten in einem Hip-Hop-Workshop eine Choreografie oder stärkten im Selbstverteidigungskurs ihr Selbstvertrauen. Beim Mitmachkonzert der Maxsainer Blaskapelle wurden Instrumente ausprobiert. Ergänzt wurde das Programm durch eine Comedy-Zaubershow von Tim Salabim sowie Konzerte der Selters Session Band mit Liedern der Beatles und dem Abschiedskonzert der „Klopferbande“ mit Punkrock.

„Wir sind sehr dankbar“, sagte Sigrid Moritz mit Blick auf die vielen Helferinnen und Helfer, die den Auf- und Abbau des Zeltes und die Durchführung der Veranstaltungen unterstützt hatten. Ihr Dank galt ebenso den Erzieherinnen und Erziehern der Kindertagesstätten und des Kinderhorts Abenteuerland für ihre Mitarbeit und den Förderern und Spendern: der Naspa Stiftung, der Lotto Rheinland-Pfalz-Stiftung, der LEADER-Förderung der Region Westerwald, dem Startchancen-Programm des Landes Rheinland-Pfalz sowie den vielen Bürgerinnen und Bürgern.

Mutige Akrobatik am Vertikaltuch – gut gesichert von den Trainerinnen Foto: Torsten Edel

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