Allgemeine Berichte | 18.06.2013, 10:18 Uhr

72-Stunden-Aktion in der Gemeinde Wachtberg

Zu Bücherwürmern mutiert

Die Schützenjugend wuchs über sich hinaus und machte den mobilen Bücherbasar zum Erfolg

Die Jungschützen präsentieren ihre fünf offenen Bücherregale, die bald in den umliegenden Ortschaften zum Einsatz kommen. privat
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Berkum. „Es ist toll zu sehen, wie die Kinder über sich hinauswachsen und gemeinsam ein anspruchsvolles Projekt bewältigen“, freute sich Christian Klein über die rasante Entwicklung seiner Nachwuchstruppe. Der ehemalige Bezirksjungschützenmeister betreute unter dem Motto „Uns schickt der Himmel“ die Schützenjugend des Bezirksverbandes Voreifel bei ihrem Projekt im Rahmen der bundesweiten 72-Stunden-Aktion. Der Brudermeister der Bruderschaft Ersdorf-Altendorf wurde dabei unterstützt von seinen Amtskollegen aus den Bruderschaften Adendorf, Wormersdorf, Rheinbach, Villip und Oberdrees. 40 Jungschützen im Alter von 7 bis 28 Jahren hatten ihre Sportgeräte für drei Tage beiseitegelegt und waren zu Bücherwürmern mutiert. Ihre Aufgabe bestand nämlich darin, mobile Bücherbasare zu organisieren und außerdem noch fünf Öffentliche Büchereischränke zu bauen, die anschließend auf die Dörfer mit Schützenbruderschaften verteilt werden sollen.

Werbekolonnen mit Megaphon unterwegs

Mehr als 1000 Bücher hatten die Jungschützen um Bezirksjungschützenmeister Hendrik Beer und seine Stellvertreterin Katrin Merzenich in Windeseile bei Freunden, Bekannten und aus dem heimischen Bücherschrank zusammengeköttet, in Kartons verstaut und transportbereit verpackt. Es galt nämlich, immer nur zwischen einer und drei Stunden an einem Ort zu bleiben und dort so viele Bücher wie möglich an den Mann und an die Frau zu bringen. In Adendorf, auf dem Neuen Markt in Meckenheim, in der Rheinbacher Innenstadt, auf dem Kirchplatz in Villip, in Wormersdorf oder Oberdrees - überall bauten sie blitzschnell eine etwa zehn Meter lange Büchertheke auf, und die Passanten wurden mit mobilen „Werbekolonnen“ samt Megaphon in durchdringender Lautstärke auf die günstige Gelegenheit aufmerksam gemacht, für wenig Geld zu interessantem Lesestoff zu kommen.

Besonders groß war der Andrang auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums Berkum, wo die zahlreichen Kunden der dort ansässigen Geschäfte gerne stehen blieben und in dem umfangreichen Angebot stöberten. Mittlerweile hatten die Kinder und Jugendliche auch als „Marktschreier“ immer mehr Routine entwickelt. Hatten sie doch jede Menge interessante Bücher anzupreisen.

Liebesbriefe und Sparbücher gefunden

„Was beim Durchgucken der meist ausrangierten Bücher alles zum Vorschein kam, kann man kaum glauben“, schmunzelte Klein. Nicht nur glühende Liebesbriefe, malerische Postkarten und Eintrittskarten unvergesslicher Konzerte kamen zum Vorschein, sondern sogar ein Sparbuch über 400 Mark. Dieses will man so schnell wie möglich an seinen rechtmäßigen Besitzer zurückgeben, der es zwischen den Buchseiten wohl fälschlich in Sicherheit wähnte und anschließend vergaß.

Auch die Paten der Aktion, die Bürgermeister Theo Hüffel (Wachtberg), Stefan Raetz (Rheinbach) und Bert Spilles (Meckenheim), zeigten sich begeistert von der Einsatzbereitschaft des Nachwuchses. Zumal auch die Bevölkerung und die heimischen Unternehmen sich nicht lumpen ließen, die Jugendlichen mit Geld- und Sachspenden nach Kräften zu unterstützen. So kam ein Erlös von 2.300 Euro zusammen. Die Material- und Geldspenden wurden für den Bau der fünf Bücherschränke, die bald in Adendorf, Altendorf-Ersdorf, Rheinbach, Villip und Wormersdorf aufgestellt werden, und für die Verpflegung der Teilnehmer eingesetzt.

Aber nicht nur die 40 Jungschützen konnten sich beim Abschluss in der Adendorfer Schützenhalle über ein gelungenes Projekt freuen, sondern auch sozial schwache Familien in den Ortschaften, in denen es eine Schützenbruderschaft gibt. Der Erlös der Aktion soll nämlich bereits laufenden Sozialprojekten zugutekommen, die sich um die benachteiligten Menschen in den Ortschaften kümmern. Da bei der großen Sammelaktion noch viele Bücher übrig geblieben sind, werden viele Bücher an soziale Einrichtungen in der Umgebung gestiftet.

Die Jungschützen präsentieren ihre fünf offenen Bücherregale, die bald in den umliegenden Ortschaften zum Einsatz kommen. privat
Die Schützenjugend des Schützenbezirks Voreifel brachte im Rahmen der 72-Stunden-Aktion über 1000 Bücher in mobilen Bücherbasaren an den Mann, wie hier am Einkaufszentrum in Berkum.VJ

Die Schützenjugend des Schützenbezirks Voreifel brachte im Rahmen der 72-Stunden-Aktion über 1000 Bücher in mobilen Bücherbasaren an den Mann, wie hier am Einkaufszentrum in Berkum.Foto: VJ

Jede Menge Bücher wurden auf dem Neuen Markt in Meckenheim zum Verkauf angeboten.privat

Jede Menge Bücher wurden auf dem Neuen Markt in Meckenheim zum Verkauf angeboten.Foto: privat

Blitzschnell bauten die Jugendlichen eine zehn Meter lange Büchertheke in der Rheinbacher Innenstadt auf.privat

Blitzschnell bauten die Jugendlichen eine zehn Meter lange Büchertheke in der Rheinbacher Innenstadt auf.Foto: privat

Die Jungschützen präsentieren ihre fünf offenen Bücherregale, die bald in den umliegenden Ortschaften zum Einsatz kommen. Foto: privat

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