Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Buschhoven feierte 65-jähriges Bestehen im Pfarrheim
Zum Jubiläum funkelten die „Stääne“
Repertoire wurde deutlich modernisiert, unter anderen mit „Atemlos“ von Helene Fischer
Buschhoven. Als der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Buschhoven das rührselige Lied „Stääne“ von den Klüngelköpp anstimmte, konnte sich auch das Publikum im Buschhovener Pfarrheim nicht mehr zurückhalten und sang einfach aus vollem Herzen mit. Die 23 Spielleute und drei Fahnenträger des mit Pauke, Querflöte und Lyra agierenden Ensembles hatten den Geschmack des Publikums wieder einmal genau getroffen, nachdem sie zuvor schon Helene Fischers Superhit „Atemlos“ zum Besten gegeben hatten. Diese Modernisierung des Repertoires sei wohl mit ein Grund, dass der Spielmannszug Buschhoven überhaupt sein 65-jähriges Bestehen feiern konnte, vermutete Kreisbrandmeister Dirk Engstenberg bei der Jubiläumsveranstaltung. Er möge aber auch die Marschmusik sehr gern hören.
Landesstabführer nahm Ehrungen vor
Einmal mehr verstärkten die Spielleute des Tambourcorps „Loreley“ Odendorf die Buschhovener Musiker, wie sie es schon seit einigen Jahren regelmäßig tun.
Und seit vor etwa zehn Jahren auch Frauen mitmachen dürfen, sei der Spielmannszug wieder auf dem Weg nach oben, freute sich auch Landesstabführer Thorsten Zywietz. Er war extra aus Wuppertal angereist, um einige verdiente Mitglieder auszuzeichnen, allen voran Werner Volkmar, der gleich doppelt geehrt wurde: Einmal mit dem CISM-Verdienstkreuz für sein internationales Engagement, schließlich hatte er die jahrzehntelange Partnerschaft mit der Philharmonie aus der französischen Partnerstadt Quesnoy sur Deule mit initiiert und mit Leben gefüllt. Außerdem erhielt er für über 60 Jahre aktives Musizieren und Vorstandstätigkeit die Ehrennadel in Gold mit Diamanten und Ehrenbrief des BDMV. „So eine hohe Ehrung gab es noch nie in der Geschichte des Spielmannszuges“, freute sich auch Kümmerer Friedel Pützler, der seit einigen Jahren den Spielmannszug leitet.
Außerdem wurden geehrt: Frank Pützler für 25 Jahre Querflötenspiel mit der Ehrennadel in Silber, Ortsvorsteherin Christel Eichmanns, Klaus Krings, Christian Graff und Dieter Ramershoven für zehn Jahre aktives Spiel mit der Ehrennadel in Bronze. Für 40 Jahre Mitgliedschaft, unter anderem als ehemaliger Querflötenspieler und jetziger Förderer, erhielt Rolf Fuß die Ehrennadel in Gold. Die Ehrennadel in Silber ging an Peter Köllen für 20 Jahre Tätigkeit als Fahnenträger und Förderer. Michael Krüger erhielt für zehn Jahre Fahnenträger und Förderer die Ehrennadel in Bronze.
Es begann bei der Kirmes und einem Glas Bier
Friedel Pützler gab einen emotionalen Rückblick auf 65 Jahre Spielmannszug Buschhoven. Begründet wurde er im September 1952 bei der Buschhovener Kirmes „bei einem Glas Bier“. Kurt Volkmer, der bereits Erfahrungen im Stabsmusikcorps während des Krieges gesammelt hatte, fand schnell 15 Mitstreiter, und schon im November 1952 hatte der Spielmannszug seinen ersten öffentlichen Auftritt „mit alten Holzgrenadierflöten und zusammengeflickten Trommeln“. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Spielmannszug zu einem „gern gebuchten Tambourcorps“, so Pützler. Die musikalische Freundschaft mit dem französischen Quesnoy-sur-Deule lebt bis heute, daraus ist der offizielle Partnerschaftsverein Quesnoy-sur-Deule-Swisttal entstanden.
Seit zehn Jahren sind auch Frauen dabei
Seit etwa zehn Jahren gehörten auch Mädels zur Truppe, so Pützler, der mit Frank Pützler und Richard Scheben die Geschicke des Spielmannszuges leitet. Wenn die Mitgliederzahl schrumpfe, sei es gut, über den Tellerrand zu schauen. Im TC Loreley fand man Gleichgesinnte, zusammen kommt man auf 23 Spielleute und drei Fahnenträger. Besonders stolz ist man heute auf die Jugend, die sich zu dieser Musik bekennt – was aber nicht weiter schwierig ist, denn mittlerweile hat der Spielmannszug ein neues und breiteres Repertoire aus aktuellen Karnevalsliedern und neuen Märschen einstudiert.
65 Jahre wunderbare Unterhaltung und Musik
Auch die Gemeinde sei stolz, einen solchen traditionsreichen Verein in ihren Reihen zu haben, erklärte Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner: „Wir verdanken ihnen 65 Jahre wunderbare Unterhaltung und Musik.“ Es sei wichtig, diesen Geburtstag zu feiern und den Spielmannszug in die Zukunft zu tragen. Erfreulicherweise seien auch die Frauen mittlerweile dabei und bereicherten die Veranstaltungen musikalisch. Beeindruckt zeigte sich die Bürgermeisterin, dass einige Musiker fast von Anfang an bis heute aktiv sind. Auch das zeige, dass man im Spielmannszug viel Spaß, Freude und Zusammenhalt haben könne.
Feuerwehrmusik als Element der Jugendförderung
„Ich bin ein absoluter Fan der Feuerwehrmusik, besonders wenn sie so modern daherkommt wie beim Spielmannszug Buschhoven“, betonte Kreisbrandmeister Dirk Engstenberg. Die Feuerwehrmusik sei nicht nur verbindend, sondern auch ein Element der Jugendförderung und insgesamt ein wichtiger Faktor innerhalb der Feuerwehr: „Sie ist ein gleichberechtigter Partner innerhalb der Feuerwehr, und das ist auch gut so“, machte er deutlich. Im Anschluss gab es zum Jubiläum eine stimmungsvolle Schlagerparty mit Melanie Junglas, Manni Becker und Pures Glück, die sich bis weit nach Mitternacht zog. JOST
Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Buschhoven feierte im Pfarrheim sein 65-jähriges Bestehen. Foto: Volker Jost
