Veilchendienstag-Umzug zog Tausende in seinen Bann
Zur Krönung schien auch noch die Sonne
Neuwied-Heimbach-Weis. Rund einhundert Zugnummern mit über zweitausend Teilnehmern und einem Vielfachen davon als Zuschauern am Straßenrand. Das war der Veilchenumzug der Session 2017/18 unter dem Motto „Da würsde geckisch“ in Heimbach-Weis. Noch wichtiger als Zahlen sind in der Karnevalshochburg Anspruch und Qualität. Ob Kostüm, Motiv- oder Prunkwagen, alles war für „Oos Fassenacht“ hingebungsvoll ausgestaltet. Zur Krönung schien auch noch die Sonne und ließ die in bunten Stanniol gehüllten Prunkwagen der Tollitäten leuchtend strahlen. Für das trockene Wetter und die Sonne nahmen die Fastnachtgecken die frostigen Temperaturen gerne in Kauf. Man schunkelte einfach einen Takt schneller. Die Heimbach-Weiser Wagenbauer waren einmal mehr eine Klasse für sich. Ob Trump, Erdogan oder Kim Jong-un mit seinem Lieblingsspielzeug den Raketen, die politische Weltbühne lieferte eine Menge Vorlagen. Auf nationaler Ebene ließen sich die Gecken von Jamaica, der GroKo und ex-Kanzler Schröder inspirieren. Vorlagen aus dem Dörfje wurden natürlich ebenfalls gern aufgegriffen. Und natürlich gab es auch Anlässe sich selbst zu feiern. So etwa die Saupänz, deren 11. Narrenschiff eine große Sau zierte und gleichfalls eine fotografische Rückschau über die Motive der vergangenen Jahre zeigte. Das Thema Wirtschaft griffen die Dreidröht auf. Sie ließen den Branchenriesen Lufthansa mit Haifischzähnen über die Pleitekandidaten kreisen. Die HiLi´s zeigten den türkischen Präsidenten Erdogan, wie er mit der Dampfwalze die Demokratie plattmacht. Koreanische Flaggen wehten gleich mehrfach im Wind. Die „Randgruppe Kisselbur“ skandierte „Freundschaft“ mit Raketen unterm Arm. HiMiRe stellten Kim Jong-un und Donald Trump gemeinsam in den Ring und titelten: „Lieber Kinnhaken, als Atomschlag“. Trumps Traum von der Mauer griffen die Kawänzmänna auf. Als Mexikaner mit riesigen Sombreros „Wir brauchen keine Mauer hier“ ritten die Männer auf „Trumpeltieren“ durch die Straßen. Der Weiser X-Trupp widmete sich eher leichter (TV)Kost. Als „Adam und Eva“ feierten sie eine Beach-Party am Weiser Strand. Derweil hält sich auf der Hauptstraße keiner an Tempo 30. Darauf machte der R-Trupp mit Super Mario im Renncart aufmerksam. Deutschland ist seit sechs Monaten ohne Regierung. Diesem einmaligen Zustand widmeten sich mehrere Gruppen. Der Z-Trupp tröstete die Grünen mit einem riesigen Joint über das geplatzte Jamaica-Bündnis hinweg. Politisch waren auch einige der Großfußgruppen unterwegs. „Dank dem Gas Rubel, hat Altkanzler Schröder Grund zum Jubel“, hieß es bei den musikalischen Weiser Wänd. Eine andere Gruppe beschäftigte der Video Beweis beim Fußball. Als Schiedsrichter mit Bodycam auf dem Kopf entging ihnen nichts. Echte Hingucker waren die Prunkwagen der Tollitäten. Obermöhn Tanja Baier-Kappelmaier und Gefolge residierten auf einem Kirmeskarussell. Kinderprinz Luca (Nink) hielt Hof auf seiner Ritterburg. Kinderprinzessin Hannah (Gladeck) verzückte die Närrinnen und Narren mit einem riesigen Clown. Das blaue Komitee war zu Gast in Schlumpfhausen und das rote hatte sich mit Clowns verstärkt. Die Hofdamen hielt auch die Abstinenz einer Prinzessin nicht davon ab, nach einer erfolgreichen Session das Bad in der Menge zu genießen. Hex, hex hießt es auf ihrem Wagen. Die stattliche Prinzengarde der KG Weis mit Funkenmariechen, Feldküche und einer großen Anzahl von Gardisten kündigte Prinz Kai I. (Poveleit) an. Mit seiner Rückschau auf elf Jahre Mitarbeit im Komitee der KG Weis bildete er den krönenden Abschluss des Veilchendienstagumzugs. Was für den einen die Karnevalswagen, sind für den anderen die Fußgruppen. Auch hier landeten die Heimbach-Weiser wieder viele Volltreffer. Kostüme aus einer Unmenge von Krawatten bestehend, begeisterten die Zuschauer. Applaus ernteten auch die „Hupschraubären“. Hier gingen die Frauen, mit Rotoren auf dem Kopf, huckepack mit lebensgroßen Teddybären. Dazu wurde mit der Tröte kräftig gehupt. Possierlich waren die Trolle, die in mehreren Ausführungen über die Straßen wanderten. Fabel- und Märchenwesen standen in diesem Jahr ohnehin hoch im Kurs und wurden auf unterschiedliche Weise interpretiert. Das alte Ägypten hielt durch Cleopatras Einzug in Heimbach-Weis. Gute Laune verbreiteten Marionetten, Spieluhren, Vogelscheuchen, Indianer, Dompteure, natürlich jede Menge unterschiedliche Clowns und zu Menschen gewordene Klaviere. Die Originalität und Kreativität war schlichtweg einmal mehr grenzenlos.
FF
Super Minions eroberten die Fastnachtshochburg Heimbach-Weis.
Dem Frohsinn und der Heiterkeit waren mal wieder keine Grenzen gesetzt.
Unter dem Motto: „Lieber Faustschlag als Atomschlag“ stellte HiMiRe Trump und Kim Jong-un in den Ring.
