Hahneköppen am Kirmesmontag in Unkelbach
Zwei Königinnen statt eines Königs
Zum Wettbewerb traten erstmals nur Damen an – Carmen Zettler setzte sich mit dem 58. Schlag durch
Unkelbach. Es war schon ein ganz besonderes Schauspiel, das den Gästen am vierten Unkelbacher Kirmestag beim Hahnenköniginnen-Wettbewerb in Unkelbachs „guter Stube“, geboten wurde. Vor den Toren der Festhalle herrschte schon früh am Abend Hochbetrieb rund um den Getränkebrunnen. Nicht nur die Unkelbacher Bevölkerung, sondern auch Gäste aus den umliegenden Orten ließen es sich nicht nehmen, den Kirmesmontag mit den Unkelbachern gemeinsam zu feiern.
Angesagt ist traditionell der Hahnenkönigswettbewerb. Doch die Kameraden des Traditionsvereins um Vorsitzenden Florian Fassbender, den alle nur unter „Willi“ kennen, hatten sich in diesem Jahr etwas Besonderes einfallen lassen. Dank der auch schon in Unkelbach angekommenen Emanzipation, immerhin machen die Mädchen und Frauen der Rot-Weißen Funken in Unkelbach einen großen Teil des Vereinslebens im Ort aus, entschied sich der Traditionsverein erstmalig, die Damen an den Start um die Hahnenkönigs- oder vielmehr -königinnenwürde gehen zu lassen. Schon dies stieß auf große Begeisterung, sodass fast alle Gäste, die sich zuvor um den Getränkebrunnen vor den Toren der Halle gedrängt hatten, zu Beginn des Wettbewerbs dicht an dicht im Festsaal standen oder saßen.
Angetreten waren Steffi Escher, Gabi Schlickum und Carmen Zettler, geborene Chrysant. Die Vereinskameraden hatten Lose an das Publikum verkauft. Bei Aufruf der Losnummern – die Moderation oblag dem redegewandten Alexander Rudolphi – konnte der jeweilige Losinhaber dann die gewünschte Bewerberin an den Start schicken. Der Hahnenkönigskorb hing von der Decke, Hals und Kopf des Gummihahns lugten daraus hervor. Und der Gummihahn, kreiert von Hans-Peter „Pepp“ Assenmacher, hatte es in sich. Er nahm Schlag auf Schlag in Kauf und gab nicht auf. Mehrmals musste Assenmacher ihm einen Schnitt mit dem Messer beibringen. Die Aspirantinnen kämpften vehement, und das Publikum applaudierte, tobte vor Begeisterung und feuerte die Mädels an. Als der 30. Schlag mit dem Säbel auf den Hahn noch nichts gefruchtet hatte, wurde es auch Moderator Rudolphi ein wenig lang, aber der Kampf um die Königswürde ging weiter.
Inzwischen unterstützten dann auch die Rhein-Ahr-Spatzen die Kombattantinnen mit leisem Trommelwirbel bei ihren Attacken auf den Hals des Gummivogels. Um 21.15 Uhr war es dann endlich soweit. Carmen Zettler gelang es mit dem 58. Schlag, den Hals des Hahns zu durchtrennen. Das Publikum tobte und feierte die neue Hahnenkönigin. Auf den Schultern der Kameraden des Traditionsvereins wurde sie gefeiert. Und ganz besonders stolz waren sicher Vater Michael Chrysant und die ganze Familie. Der neuen Majestät zur Seite steht Ehefrau und ebenfalls Hahnenkönigin Lisa Zettler. „Jetzt haben wir tatsächlich eine Doppelkönigin“, war begeistert aus den Reihen von Traditionsverein und Gästen zu hören. Und dass Hahnnekönigin Carmen mit ihrer Ehefrau Lisa einen gekonnten Walzer aufs Parkett legte, ist auch kein Wunder, stammt Lisa Zettler doch aus Tanzschule Zettler. Umringt von allen Gästen tanzten sich die beiden in die Herzen der Unkelbacher.
Noch bis in die späte Nacht wurde das neue Hahnenköniginnenpaar und der vierte Tag der Unkelbacher Kirmes ausgiebig gefeiert. Am Dienstag erfolgte dann der Festumzug mit dem neuen Königinnenpaar durch den Ort, bevor auf dem Kirmesplatz mit der Verbrennung des Kirmesmanns Zachäus mit dem Namen Bartholomäus die Unkelbacher Traditionskirmes endete.
AB
Mit dem 58. Schlag gelang es Carmen Zettler, den Kopf des Hahns vom Rumpf zu trennen.
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