Allgemeine Berichte | 18.06.2013

„Uns schickt der Himmel“ - 72 Stunden Aktion

Zwei Swisttaler Gruppen beteiligten sich

Sankt Georgs Pfadfinder aus Heimerzheim und die Messdiener aus Buschhoven, Heimerzheim und Odendorf nahmen teil

Die Messdiener sammelten für die Flutopfer. privat

Swisttal. Kürzlich waren es fast 180.000 junge Katholiken, die sich für und mit den Menschen in den Gemeinschaften einbrachten. Unter dem Leitwort „Uns schickt der Himmel“ bekamen die 4000 Gruppen am Donnerstagnachmittag eine soziale, politische oder auch umweltbezogene Aufgabe, die sie in 72 Stunden, also bis Sonntag Nachmittag erfüllen mussten. In Swisttal hatten sich zwei Gruppen für diese Aktion angemeldet. Die Sankt Georgs Pfadfinder aus Heimerzheim und die Messdiener aus Buschhoven, Heimerzheim und Odendorf.

Swisttaler Messdiener sammelten für die Flutopfer

Bei den Messdienern stand eigentlich auf der Projektliste Pflanzen, Pflegen und Gestalten von Grünanlagen im Kirchenbereich. Aus aktuellen Anlass hatten die Ministranten unter der Leitung von Pater Marek Madej die Aufgabe umgestaltet. Den 42 Kindern war es wichtig, in diesen Tagen, an denen sie die Nachrichten und Bilder von der Hochwasserkatastrophe täglich erreichen, ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen der Solidarität.

Nun war das Ziel, so viel Geld wie möglich für Betroffene zu sammeln. So wurden Plakate gemalt, Handzettel gestaltet und Sammeldosen vorbereitet. Ein Teil der Sammeldosen wurde in den Swisttaler Geschäften positioniert. Sicher hätte der ein oder andere am Samstagmorgen gerne etwas länger geschlafen, aber für die gute Sache schellte der Wecker früher. Ab ging es mit Handzetteln, Tischen, Infowänden und natürlich Sammeldosen vor die Geschäfte der Orte. Dort bekamen die Jugendlichen immer wieder zu hören „ Gut, dass ihr das macht“ - Die Messdiener brauchten nur zu antworten „Uns schickt der Himmel“. Und der Himmel sorgte für das beste Wetter.

In Anbindung an ihre ursprünglich umweltbezogene Aufgabe hatten die Messdiener in den Orten Buschhoven und Odendorf in den Kirchengärten Bäume gepflanzt, die sie der Solidarität mit Menschen in Not widmeten. Der Heimerzheimer Solidaritätsbaum, der am Sonntag erst einmal mit Fahnen geschmückt in der Kirche stand, wurde am Montag positioniert. Während in Buschhoven ein Magnolienbaum gepflanzt wurde, hatten die Heimerzheimer Wert auf einen hochstämmigen Baum gelegt. Es wird allerdings noch Jahrzehnte vergehen, bis die Traubeneiche den Gemeindemitgliedern ein schattiges Plätzchen bietet. Die Bäume wurden von den Firmen Ley aus Meckenheim und Brauweiler aus Essig gespendet. „Wir sind froh, dass sich kurzfristig so viele angemeldet haben“, sagte Lukas Floßdorf, Messdienerleiter in Buschhoven. Der Gewerbeverein Swisttal und die Kleiderstube Buschhoven hatten als Startkapital jeweils 500 Euro für das Projekt zur Verfügung gestellt. „Bis jetzt haben wir 6800 Euro gesammelt“, sagte Pater Marek. „Das haben wir nicht erwartet, dass so viel Geld zusammenkommt. Das ist wirklich toll, die Kinder freuen sich sehr.“ Das Geld soll den von der Flutkatastrophe betroffenen Menschen im Bistum Dresden/Meißen zugute kommen. Die Kirchengemeinde sammelt auch weiter Spenden für die Flutopfer. Spender haben noch die Möglichkeit, diese Aktion zu unterstützen. Spendenkonto: Kath. Kirchengemeinde Raiffeisenbank Rheinbach Voreifel e.G., Kont. Nr. 600 654 454, BLZ: 370 696 27, Betreff: „72 Stunden“

Villen für Fledermäuse und Hotels für Insekten

Einen anderen Beitrag zu der 72-Stunden-Aktion leisteten die Sankt-Georgs-Pfadfinder aus Heimerzheim. Sie bekamen die Aufgabe, im Naturschutzgebiet Dünstekoven Villen für Fledermäuse und Hotels für Insekten zu bauen. Der Naturschutzbund Kreisgruppe Bonn hat sich zur Aufgabe gestellt, in dieser stillgelegten Kiesgrube der Natur neuen Lebensraum zu ermöglichen. Peter Meyer und Tilman Jahn zeigten den Kindern erst einmal alles, was die Mitglieder des NABU dort schon erreicht haben. Da gehen doch die Pfadfinder in ihrer Freizeit freiwillig in die Schule. Diesmal fuhren sie jedoch nicht nach Rheinbach, Bornheim oder Bonn, sondern in die „Naturschule“ nach Dünstekoven. Hier wurde den Kindern und Jugendlichen der theoretische Hintergrund rund um Natur und Tiere vermittelt. Ausgestattet mit einem namenbezogenen T-Shirt, der richtigen Motivation und der gewonnenen Kenntnis haben sich die Scouts an die Arbeit gemacht. Die Kreissparkasse Heimerzheim unterstützte das Vorhaben mit 1000 Euro. Dieses Geld wurde in Tonsteine und weitere Materialien investiert. Die Tonlochsteine wurden mit Hammer und Meißel so bearbeitet, dass die Fledermäuse in den entstandenen Hohlräumen ausreichend Platz zum Überwintern und Nisten finden. Dann ging es in den unterirdischen 20 Meter langen Tunnel, der von vielen Fledermäusen regelmäßig zum Überwintern aufgesucht wird. Dort wurden die Steine mit Hacken und Ton an den Wänden befestigt. Peter Mayer vom NABU hofft, dass durch die Vergrößerung des Nistangebotes neue Fledermausarten angelockt werden. Natürlich wollten die Jugendlichen auch ein paar Fledermäuse live sehen und beobachten, dazu diente eine Nachtwanderung. Bei ihrem zweiten Projekt haben die Pfadfinder Nist- und Überwinterungshilfen für Insekten gebaut. Gerade die Naturschutzverbände, wie zum Beispiel der NABU, waren beim Bau von Insektenhotels Vorreiter. So bohrten die Kinder Löcher in Holzstämme und klebten Holunderstöcke und Schilfhalme mit Lehm zusammen.

Pater Marek Madej, der die Aktion der Messdiener leitete, ließ es sich natürlich auch nicht nehmen, bei den Pfadfindern vorbeizuschauen. Eine kleine Überraschung für die Kinder brachte der DPSG Diözesankurat Johannes Meißner vorbei und zeigte großes Interesse an den Möglichkeiten dieser Anlage. Zum Abschluss erhielt jeder teilnehmende Pfadfinder einen 72-Stunden-Aufnäher für die Kluft verliehen. Neben der Arbeit und den Erfahrungen des verantwortungsvollen Umgangs mit unserer Schöpfung durften natürlich Aktion, Spaß und Spiele nicht fehlen. Die 72 Stunden Begleitkerze, die jede teilnehmende Gruppe vom BDKJ erhielt, bot die Möglichkeit, am Ende des Tages auch einmal etwas zur Ruhe zu kommen, den vergangenen Tag zu betrachten und Impulse für die nächsten Schritte zu sammeln. Denn der Motor dieser Aktion ist die Überzeugung, dass ein Handeln aus christlichem Verständnis heraus die Welt verändern kann.

Die Pfadfinder bauten Insektenhotels und Villen für Fledermäuse.

Die Pfadfinder bauten Insektenhotels und Villen für Fledermäuse.

Die Messdiener sammelten für die Flutopfer. Fotos: privat

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