Reaktion auf die steigende Nachfrage nach Urnenbestattungen
Zwei neue Urnenwände in Heimerzheim eingesegnet
Swisttal-Heimerzheim. Wie bestatte ich einen lieben Angehörigen? Mit dieser Frage wird wohl fast jede Familie konfrontiert, und trotz der Trauer muss oft in kurzer Zeit eine Entscheidung getroffen werden. Aber immer öfter fällt diese Entscheidung noch zu Lebzeiten des Verstorbenen, und dabei wird immer mehr eine Urnenbestattung bestimmt.
„Diesen vielfachen Wunsch aus der Bevölkerung haben wir aufgenommen, die Urnenbestattung hat sich als Bestattungsart der Zukunft entwickelt, die Nachfrage steigt immer mehr. Wir sind deshalb froh, dass wir hier auf dem Friedhof in Heimerzheim eine weitere Möglichkeit schaffen konnten, der steigenden Nachfrage an Urnenbestattungen nachzukommen“, erläuterte Bürgermeister Eckhard Maack bei der Einsegnung der beiden Urnenwände nahe der Friedhofskapelle. Nun stehen 60 Urnenkammern, in denen jeweils zwei Urnen Platz finden, zur Verfügung. Pfarrerin Claudia Müller-Bück und Pater Stanislaus Friede nahmen gemeinsam die Einsegnung der Urnenwände vor. Zu der kleinen Feierstunde waren der Ortsvorsteher Hermann Leuning, Vizebürgermeister Manfred Lütz, Mitglieder des Gemeinderates sowie Mitarbeiter des Fachgebietes Öffentliche Ordnung/Friedhofswesen gekommen. Rund 40 000 Euro hat die Anlage gekostet, und durch eine Modulbauweise kann sie bei weiterem Bedarf jederzeit erweitert werden.
Fast 60 Prozent der Bestattungen in der Gemeinde Swisttal seien inzwischen Urnenbestattungen, führte der Bürgermeister aus. Die Gründe sind vielfältig, oft sind die Kinder infolge der wachsenden Mobilität weiter weggezogen, sodass eine Grabpflege kaum möglich ist. Auch die Kosten spielen eine Rolle. Eine Kammer in der Urnenwand mit einer 30-jährigen Nutzungsfrist kostet 1.250 Euro, der Ankauf eines 30-jährigen Wahlgrabes in der Erde liegt bei 3.065 Euro. In beiden Fällen kommen die individuellen Bestattungskosten hinzu.
In den Ortsteilen Buschhoven und Odendorf gibt es bereits Urnenwände. In Buschhoven ist nur noch eine Kammer verfügbar, die Odendorfer ist auch bereits zu zwei Drittel ausgelastet. Auch in den kleineren Ortsteilen gäbe es Wünsche nach einer Urnenwand, so Maack, aber aufgrund der Gemeindefinanzen könnten diese erst nach und nach realisiert werden. Die vermehrten Urnenbestattungen führten zu immer größeren Freiflächen auf den Friedhöfen der Gemeinde, die aber weiter gepflegt werden müssten. „Die Friedhofsgebühren können aber nicht ohne Weiteres erhöht werden“, sagte Maack, „da müssen wir die Friedhofsflächen überprüfen.“ Schon am Tag nach der Einsegnung erfolgte die erste Urnenbestattung an der neuen Anlage. Ortsvorsteher Hermann Leuning wünscht sich dort eine Bank, damit gerade ältere Trauernde sich auch einmal setzen können.
