17. Handwerkermarkt in Grenzau
Zwischen Schiefer, Ton und Holz
Grenzau. Im idyllischen Tal am Fuße der Burg Grenzau, wo sich das klare Wasser des Brexbachs beruhigend durch den Ort zieht, tummelten sich am letzten Sonntag mehrere Tausend Menschen. Bereits zum 17. Mal war Handwerkermarkt in dem Höhr-Grenzhausener Stadtteil, und das bedeutete, die Straßen standen voll mit Ständen und Attraktionen rund um das Thema Handwerk.
Ob Ton, Felle, Holz, Schiefer, Strickwaren, Schmuck oder Werkzeug, es gab alles, wofür das Handwerkerherz schlägt, an über 40 Ständen zu finden. Die meisten Aussteller präsentierten selbstgemachte Ware auf der rund 200 Meter langen Marktfläche. Manche führten aber auch vor, wie die Herstellung aussieht, und produzeierten vor den Augen neugieriger Zuschauer neue Kunstwerke. Denn das waren alle Angebote auf dem Handwerkermarkt. Die meist noch sehr traditionell, ohne maschinelle Hilfe hergestellten Waren waren allesamt mit Liebe bearbeitet worden und bis ins kleinste Detail ausgeschmückt. So konnte der eine oder andere Liebhaber mit etwas Glück sogar Unikate mit nach Hause nehmen.
Große Attraktionen
Auch größere Attraktionen wurden geboten. Kaum zu überhören waren die Traktorfreunde Kannenbäckerland. Sie zersägten Baumstammstücke mithilfe eines Schleppers. Die altertümliche Konstruktion beeindruckte das Publikum sehr, und so nahm man auch in Kauf, dass es etwas lauter wurde. Und was wäre Grenzau ohne Keramik? Das Keramikmuseum Westerwald machte es Kindern möglich, einmal selbst Tongestalter zu werden und mit klassischer Drehscheibe aus dem nassen Ton etwas Schönes zu formen.
Doch auch die Kultur von Grenzau kam an dem Tag nicht zu kurz. Die Burg Grenzau und auch die Grenzauer Kapelle waren zur Besichtigung geöffnet. Die Profis des TTC Zugbrücke zeigten bei Showkämpfen, dass man sich auf eine tolle neue Bundesligasaison im Tischtennis in Höhr-Grenzhausen freuen kann.
Alles war perfekt, bloß auf das deutsche Wetter im August war kein Verlass. Sonne und Regen wechselten sich öfter einmal ab, und wem die Sonne in der einen Minute zu heiß brannte, der bekam in der nächsten Minute seine Abkühlung. Doch davon ließ sich keiner die Laune verderben, schließlich findet der Handwerkermarkt nur einmal im Jahr statt und ist ein echtes Highlight für den Stadtteil Grenzau.
Da sämtliche Straßen mit Ständen gefüllt waren, durfte kein Auto mehr nach Grenzau hinunter fahren, weshalb die meisten Besucher in Grenzhausen parkten. Damit es aber auch eine Möglichkeit gab, die lange Strecke hinunter ins Tal nicht gehen zu müssen, fuhren ständig kleine Shuttlebusse den Berg hinauf und hinunter. Wer lieber zu Fuß ging, wusste, nachdem er den Markt erblickt hatte, dass es sich definitiv gelohnt hat.
Trotz wechselhaftem Wetter waren die Verantwortlichen Alexander Oster und Franz-Josef Tietjen, als ehrenamtliche Mithelfer, stolz auf die positive Resonanz.
Die Aussteller gaben dem inzwischen aussterbenden Handwerk wieder ein Gesicht und sorgen so dafür, dass alte Kunst wieder in die Köpfe der Menschen gelangt und ein Aussterben nicht möglich sein wird.
Entlang des Brexbachs zog sich der Markt, und wenn sich die Sonne einmal aus den Wolken traute, hatte der Stadtteil etwas sehr Idyllisches.
Wessen Herz für Traktoren schlägt, der war auf der passenden Ausstellung genau richtig.
