Allgemeine Berichte | 08.04.2016

Eifelverein Remagen auf dem Hillscheider Rundweg

Zwischen Totempfahl und Lungenkraut

Wanderung lud zu Natur- und Geschichtsbetrachtungen ein

Der Wanderer bestaunten den prächtigen Totempfahl im Vallendarer Stadtwald. privat

Remagen. Der Hillscheider Rundweg wirbt nicht mit fantastischen Fernblicken. Denn diese gibt es nicht, er bietet vielmehr ein reines Naturerlebnis im Nahbereich. Im Winter ist es dort hell, im Sommer dunkel. Ganz einfach deswegen, weil der Wanderweg überwiegend durch prächtigen Buchenwald führt, dessen dichtes Laubdach alles in Schatten hüllt. Aber noch sind die Bäume kahl, noch dringen die Sonnenstrahlen zwischen den fast wie Pfeiler in einer Kathedrale aufragenden gewaltigen Hochstämmen bis zum Boden hindurch. Da gab es für die Remagener Eifelfreunde eine Menge zu beobachten. Beiderseits des Weges breiteten sich immer wieder leuchtend gelbe Teppiche von blühendem Huflattich aus. Ohne nähere Verwandtschaft im Pflanzenreich gedeiht er fast überall, im Feuchten wie im Trockenen, an der Küste und im Hochgebirge, ja sogar auf reiner Braunkohle, was sonst keine Pflanze schafft. Seine Blätter kommen erst viel später und werden daher meist nicht diesem fröhlichen Frühlingsblüher zugeordnet. Zunächst aber bot der Wanderweg einen Ausflug in die Geschichte. Denn er folgt auf den ersten Kilometern dem Limes, jener vor fast 2000 Jahren errichteten Grenzbefestigung des Römischen Reiches. Auf zahlreichen Tafeln werden die noch vorhanden Überreste anschaulich erklärt. Dann geht es hinunter zum Alsbach, der kurz danach in den Kalterbach mündet. Oben im Vallendarer Stadtwald wartete nicht nur eine Schutzhütte auf die Gruppe - direkt daneben überraschte ein großer, höchst kunstvoll geschnitzter und farbenprächtig bemalter Totempfahl. Gute acht Meter dürfte dieses Kunstwerk hoch sein, selbst echte Indianer hätten sicher ihre helle Freude daran. Entstanden ist er wohl vor Jahren anlässlich von Waldferienspielen für Jugendliche und stellt nun durchaus eine Sehenswürdigkeit dar. Beim Abstieg ins Tal des Feisternachtbaches blühte in großer Zahl eine kleine, gewitzte Pflanze, sowohl mit roten, als auch mit blauen Blüten am selben Stängel. Dahinter verbirgt sich eine raffinierte Taktik. Mit ihren hübschen, purpurfarbenen Blüten lockt sie zur Bestäubung zunächst Insekten an, die vor allem rote Blüten bevorzugen. Nach vier bis fünf Tagen aber werden ihre Blüten blau und nun werden andere Insekten angelockt, die blaue Blüten besonders schätzen. So verdoppelt diese pfiffige Pflanze die Chance für eine Bestäubung ihrer Blüten. Sie heißt Lungenkraut und verdankt ihren Namen der berühmten Hildegard von Bingen, die ihr heilende Wirkung bei Lungenleiden zuschrieb. Eine ausgiebige Rast in der gastlichen Bembermühle stärkte die Wanderer für den unvermeidbaren Aufstieg am Schluss. Es ging wieder hinauf zum rekonstruierten Römerturm in Hillscheid, wo die Wanderung begonnen hatte.

Der Wanderer bestaunten den prächtigen Totempfahl im Vallendarer Stadtwald. Foto: privat

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