„Arbeitslosigkeit im Landkreis Cochem-Zell ging im April deutlich zurück“
Arbeitsmarkt bleibt im Aufwärtstrend
Cochem-Zell. So konsequent sich der Frühling bislang von seiner Sonnenseite zeigte, so positiv ist auch die Entwicklung am regionalen Arbeitsmarkt. Im Landkreis Cochem-Zell ging die Arbeitslosigkeit im April um 404 auf 1.259 arbeitslose Menschen zurück. Das entspricht einem Rückgang um 24,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr fällt die Verbesserung zwar nicht so beträchtlich aus, liegt mit einem Minus von 55 aber noch immer deutlich niedriger. Die Arbeitslosenquote sinkt gegenüber März um 1,2 auf 3,8 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei vier Prozent. Eine überaus erfreuliche Entwicklung meint Ulrike Mohrs, die Leiterin der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen zu den aktuellen Zahlen der Statistiker. Den überraschend hohen Rückgang der Arbeitslosigkeit in den vergangenen vier Wochen führt sie vor allem auf die sommerlichen Temperaturen und den Start der Tourismussaison an der Mosel zurück. „Aber auch über diesen saisonalen Einfluss hinaus zeigt sich der Arbeitsmarkt nach wie vor sehr stabil und bleibt im Aufwärtstrend. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Arbeitslosigkeit auch in den nächsten Wochen weiter zurückgehen wird.“
Diese Zuversicht wird auch dadurch gestärkt, dass die aktuelle Entspannung sich in beiden Rechtskreisen des Sozialgesetzbuches (SGB) niederschlug, die die Arbeitslosigkeit regeln. Zwar profitierten diejenigen, die noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind und damit zur Versichertengemeinschaft des SGB III gehören statistisch betrachtet stärker von der günstigen Entwicklung. Denn dabei ging die Arbeitslosigkeit um 320 auf 588 zurück, was einem Rückgang von 35,2 Prozent entspricht. Aber auch bei den sogenannten Hartz IV-Empfängern des SGB II, die vom Jobcenter betreut werden und in der Regel auf Grundsicherung angewiesen sind wurde ein Minus von 84 verzeichnet - das entspricht einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um 11,1 Prozent. Insgesamt sind damit derzeit 671 Frauen und Männer aus der Region nach SGB II arbeitslos gemeldet. Vor einem Jahr waren im SGB III 16 und im SGB II 39 Menschen mehr ohne Beschäftigung. Damit, so Ulrike Mohrs, sei die winterbedingte Zunahme der Arbeitslosigkeit in der Region mehr als ausgeglichen. Insgesamt zählen im Landkreis derzeit 46,7 Prozent aller Arbeitslosen zum SGB III und werden von der Arbeitsagentur betreut, während 53,3 Prozent zum SGB II gehören und vom Jobcenter unterstützt werden.
Bewegung gab es im April auch auf dem Stellenmarkt. 149 offene Stellen wurden der Agentur in den vergangenen vier Wochen gemeldet. Damit liegen insgesamt 340 unbesetzte Stellen aus dem Landkreis vor.
Nur eine Zwischenbilanz lässt sich Ende April für den Ausbildungsmarkt ziehen, da Ausbildungsverhältnisse zu festen Zeiten im Jahr abgeschlossen werden und deshalb keiner permanenten Fluktuation unterliegen. „Da erst im Oktober feststeht, wie viele Ausbildungsverträge tatsächlich abgeschlossen wurden, lassen sich derzeit nur Trends ablesen“, erklärt Ulrike Mohrs. „Die weisen aber bereits deutlich auf einen grundsätzlichen Wandel hin, der sich bereits in den letzten Jahren abzeichnete und sich im laufenden Jahr fortsetzt.“
So gelten im Landkreis 140 der ursprünglich 366 seit Oktober registrierten Bewerber um einen Ausbildungsplatz als unversorgt. Ihnen stehen 238 unbesetzte Stellen gegenüber, ursprünglich gemeldet wurden bislang 386 Stellen. „Damit klafft schon jetzt eine deutliche Lücke zwischen Bewerbern und Stellen, die aber vermutlich noch größer ist, als es zurzeit scheint. Denn erfahrungsgemäß vergessen junge Leute sehr viel häufiger sich abzumelden, wenn sie eine Stelle gefunden haben, als Arbeitgeber, wenn sie eine Stelle besetzen konnten.“ Besonders für Arbeitgeber, die ihre Bedarfe noch nicht gemeldet haben, werde es deshalb höchste Zeit, dies nachzuholen, rät die Agenturleiterin.
„Aber auch Jugendliche, die bislang gezögert haben, sollten sich schnell melden. Denn die reine Anzahl offener Stellen sagt nichts darüber aus, ob sie auch den Vorstellungen der jungen Leute entsprechen - oder ob die Jugendlichen die Anforderungen der Arbeitgeber erfüllen können.“
Kontakt besteht über die kostenfreien Servicenummern; Berufsberatung, Tel. (08 00) 4 55 55 00, Arbeitgeberservice (08 00) 4 55 55 20. Pressemitteilung
Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen
