Konrad-Adenauer-Schule Treis-Karden
Babygeschrei im Klassenzimmer
Treis-Karden. Wie ist das, ein Baby zu haben? Welche Arbeit kommt auf mich zu? Wie verändert sich mein Leben? Fragen, denen sich jetzt die Klasse 10a der Konrad-Adenauer-Schule in Treis-Karden mit Klassenlehrer Hans-Helmut Rutz stellte. Drei Tage lang beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler rund um die Uhr mit dieser Fragestellung. Unter Einsatz von Babysimulatoren, die im Zufallsrhythmus programmiert waren und richtig gehalten, getragen, beruhigt, gefüttert und gewickelt werden wollten, lernten die jungen „Mamas“ und „Papas“, was es heißt, 24 Stunden für ein Baby verantwortlich zu sein.
Mal kurz den Säugling bei jemand abgeben, ging nicht, denn nur mit dem nicht austauschbaren Armband mit Chip ließ sich das Baby versorgen. Außerdem wurden minutiös die Reaktionen in der Babypuppe für eine Auswertung am Schluss aufgezeichnet. „Unser Baby hat sechs Mal in der Nacht geschrien“, berichteten gestresst und müde einige Schüler morgens in der Schule. Andere konnten relativ schnell „hören“, was ihrem Baby fehlt. „Da gab es schon deutliche Unterschiede in der Tonlage“, erzählte Selina Bach.
Geleitet wurde das Projekt von Sieglinde Frickenhaus von der Schwangeren- und Konfliktberatung in Cochem und von der Schulsozialarbeiterin der Konrad-Adenauer-Schule, Anja Winkler. Inhalt des Projekts war aber nicht nur die Beschäftigung mit dem Baby.
Wichtige Fragen zu Elterngeld, Tagespflege, Betreuungsgeld, Tagesmütter, Bezirkssozialarbeit und Unterhalt wurden bei einem Besuch beim Jugendamt in Cochem geklärt. Johanna Henerichs-Liebfried, Hebamme im Kreis, beantwortete Fragen zu Schwangerschaft und Geburt. Im Jobcenter, das die Jugendlichen ebenfalls besuchten, ging es um Kosten für ein Kind und um Haushaltsplanung. Wichtige Tipps und eine Menge Broschüren rundeten die Infoveranstaltung ab.
Abgeschreckt vor dem Kinderkriegen hat es die Schüler aber nicht. Schlusskommentar eines „Papas“: „Jetzt weiß aber jeder eher, was einen erwartet.“ (mt)
