Lesung im Kapuzinerkloster
Bestsellerautor Martin Walker stellte neuen „Bruno“ vor
Schauspieler Rainer Laupichler übernahm den deutschen Part
Cochem. Bis auf den letzten Platz war der Pater-Martin-Saal im Kapuzinerkloster mit erwartungsfreudigen Besuchern gefüllt, als Organisatorin Cornelia Layaa-Laulhé und Stadtbürgermeister Wolfgang Lambertz den bekannten Krimiautor Martin Walker für eine Lesung ankündigten. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Cochemer Betriebe stellen sich vor“, hatte die Cochemer Buchhändlerin perfektes Verhandlungsgeschick unter Beweis gestellt, da sie nicht nur den Autor der berühmten Romanreihe „Bruno“ (Dorfpolizist in Frankreich), sondern auch den Schauspieler und Geschäftsführer der Eifeler Kulturtage, Rainer Laupichler, für die Lesung in Cochem verpflichten konnte.
Während Martin Walker seinen „Bruno“ diesmal in seinem sechsten Kriminalroman mit dem Titel „Reiner Wein“ ermitteln ließ und seine Ausführungen - als gebürtiger Schotte - in englischer Sprache präsentierte, wusste Rainer Laupichler das Ganze in trefflicher Manier ins Deutsche zu übersetzen. Derweil hingen die Event-Besucher förmlich an den Lippen der beiden Bühnenaktiven, die dem französischen Ermittler (einem Polizisten mit besonderer Menschenkenntnis, dem unbeirrbaren Streben nach Recht und Gerechtigkeit und dem ausgeprägten Sinn für gutes Essen und Trinken) sprichwörtlich Leben einhauchten. Exakt so ist „Bruno“ einer Vielzahl von Fans mittlerweile weltweit bekannt, denn die Romane mit dem Dorfpolizisten wurde bis heute bereits in 15 Sprachen übersetzt. So ist Martin Walker, mit eigenem Wohnsitz im Périgord, ebenfalls kein Kostverächter in Sachen guter Küche und er weiß nach eigenen Aussagen ebenso ein feines Tröpfchen zu schätzen. „Ohne Wein bin ich eher der zurückhaltende Typ - mit einem leckeren Glas Wein werde ich zur Rampensau“, wusste er dem begeisterten Publikum schon ein amüsantes Entrée bei der Begrüßung zu servieren. Danach widmeten sich die beiden bühnenerfahrenen Protagonisten aber der Hauptfigur des Abends, „Bruno“. Der bekommt es im vorgetragenen Fall mit einer Serie von Einbrüchen zu tun und muss zusätzlich Ermittlungen bezüglich einer besonders wertvollen Banknote am Totenbett eines ehemaligen Widerstandskämpfers aufnehmen. Ob das Geld aus einem berüchtigten Eisenbahnraub von 1944 stammt und ob der Mord an einem Einbruchsopfer in unmittelbarem Zusammenhang steht, stellt „Bruno“ in der Folge vor eine schwierige Aufgabe, bei der er es sich in seinen wohlüberlegten Entscheidungen, privater wie dienstlicher Natur, nicht immer leicht macht. Eine überaus spannende Geschichte, hervorragend vorgetragen und per Mimik und Ausdruck zusätzliche Authentizität verliehen. Ein Vorbild für seine Romanfigur „Bruno“ fand Martin Walker in seinem Freund Pierre, der als waschechter Gendarm, leidenschaftlicher Koch und gleichzeitig Liebhaber einer exzellenten französischen Küche exakt das Leben seines Hauptdarstellers lebt. Dies in eben jener traumhaften Landschaft mit all ihren Reizen, tollen Sehenswürdigkeiten und einer herausragenden Küche, die vergeblich nach ihresgleichen sucht. Nachdem der letzte Part gelesen war, lud Organisatorin Cornelia Layaa-Laulhé das Publikum noch zu einer besonderen Gaumenfreude ein. Zu pikanten Canapés vom Hotel Germania gab es hervorragend korrespondierenden Wein. Dieser, absolut passend, natürlich aus dem Périgord.
Krimiautor Martin Walker (re.) stellte im Kapuzinerkloster seinen neuen „Bruno“ vor. Schauspieler Rainer Laupichler übersetzte ins Deutsche.
