Konzert von David Geringas in der Matthiaskapelle Kobern-Gondorf
Cellotöne voll russischer Leidenschaft
Kobern-Gondorf. David Geringas zählt zu den berühmtesten Cellisten der Welt. Seit 40 Jahren lebt und lehrt der Litauer in Deutschland. In Moskau war er Meisterschüler von Mstislav Rostropowitsch. Mit 68 Jahren verkörpert er noch heute die russische Schule in Reinform. Am Sonntag, 31. Mai, 18 Uhr gastiert David Geringas mit jungen Streichern der Villa Musica in der Matthiaskapelle Kobern-Gondorf.
Es wird ein Frühlingsabend der russischen Leidenschaft, denn Geringas spielt mit seinen jungen Kollegen drei Werke von Peter Tschaikowsky: einen Quartettsatz B-Dur, ein Nocturne und eine Humoreske. 70 Jahre nach Kriegsende erinnern die Musiker auch an das Jahr 1945, in dem Walter Braunfels sein erschütterndes Streichquintett fis-Moll komponierte. Der Komponist aus Frankfurt war bis 1933 Direktor der Kölner Musikhochschule, wurde von den Nazis entlassen und nach dem Krieg von Konrad Adenauer wieder eingesetzt. Trotz Berufsverbots blieb er in Deutschland und schuf in der „Inneren Emigration“ tief bewegende Werke im nachromantischen Stil. Im dritten Werk des Programms zollt David Geringas seiner Heimat Litauen einen klingenden Tribut: „David’s Song“, „Das Lied Davids“, nannte der litauische Komponist Anatolijus Šenderovas ein Werk für Cello und Streichquartett, das er 2006 David Geringas widmete - zeitgenössische Musik, die zu Herzen geht. Die Eintrittskarten kosten 15 Euro für Erwachsene, 7,50 Euro für Studenten und Schwerbehinderte, 6 Euro für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Vorverkauf bei der Gemeinde Kobern-Gondorf, Tel. (0 26 07) 10 57, bei Villa Musica in Mainz, Tel. (0 61 31) 9 25 18 00 und im Internet unter www.villamusica.de
