Tolle Stimmung bei der Kappensitzung in der voll besetzten Narrhalla in Müden
Das jecke Volk bereitet Prinz Harald I. einen triumphalen Empfang
Müden. Beste Stimmung herrschte schon vor dem Start der Kappensitzung in Müden: Die Moselgemeinde hat mit Prinz Harald I. (Kron) endlich wieder einen Prinzen, der in den nächsten zwei Jahren die närrischen Fäden zieht. Schon beim Grittchesball proklamiert, zog Harald I. von der Kronenburg mit Gefolge unter tosendem Beifall in die Bürgerhalle ein. Vorher hatte Sitzungspräsident Bert Schommer mit dem Elferrat pünktlich um 20.11 Uhr die Kappensitzung eröffnet. Zusammen mit Hofmarschall Helmut vom Kanonenweg (Helmut Peters) und Bergvogt Daniel, Herr der Rinder (Daniel Emmerich) nahm Harald I. die stehenden Ovationen entgegen.
Auf der Bühne ergriff der Prinz sofort das Wort und erläuterte, dass es aufgrund seines karnevalistischen Hintergrundes immer sein größter Wunsch gewesen sei, in die Fußstapfen seines Vaters, Prinz Hermann, der zweimal Müdener Prinz (1952 und 1959) gewesen ist, zu treten. Nachdem er in der Mitte des Elferrates seinen Platz eingenommen hatte, marschierte die Kleine Garde ein. Trainiert von Jesscia Schommer, hatten die Kleinen einen schmissigen Tanz eingeübt. Als Nächstes machte Obermöhn Andrea (Probst) mit ihren 17 Moselnixen dem Prinzen ihre Aufwartung. Die Sprache kam auch auf die Kindergartenehe von Obermöhn und Prinz. Mit einem selbst getexteten Lied verabschiedeten sich die Möhnen.
Achim Dehen und Sven Waldecker, zwei Urgesteine der Müdener Fastnacht, hatten während des Jahres wieder hier und dort Begebenheiten aufgeschnappt und glossierten diese mit spitzer Feder. Dass Gardetanz nicht nur mit Märschen funktioniert, bewies danach die Große Garde. Gegenüber dem letzten Jahr deutlich verjüngt, war es Margret Schommer mit sieben neuen Funken gelungen, wieder eine homogene Truppe zu formen, die auf ein Medley bekannter Kölscher Lieder einen schwungvollen Gardetanz präsentierte. Onkel Albert und Tante Maria, zwei Müdener Originale aus der „Neustadt“, trafen sich zufällig auf der Straße und wussten dem närrischen Volk nach der Devise „Host dou schunn ihiert“ einige Neuigkeiten zu erzählen. Verena Michels und Andreas Emmerich spielten dabei ihre langjährige Theatererfahrung aus und nahmen sich auch selbst auf die Schippe.
Die Ritter von der Kronenburg, der Wachdienst des Prinzen, (Achim Jischke, Ralf Jung) berichtete über seine äußerst schwierige Arbeit, aber auch über die schlechte Bezahlung durch seinen blaublütigen Dienstherren. Um ihr mageres Salär aufzubessern, hatten sie sich entschlossen, während ihres Vortrages Werbung zum Erreichen des Mindestlohnes einzublenden. Jochen Möntenich, Ralf Kneip, Tim Hölzenbein, Mario Vallendar und Christian Heimes waren die Werbebotschafter, die die Lachmuskeln aufs Äußerste strapazierten.
Ralph Jung für sein besonderes Engagement ausgezeichnet
Für sein besonderes Engagement für die Müdener Fastnacht wurde Ralf Jung ausgezeichnet. Auch die Schwester des Prinzen (Martina Kron) machte mit ihrer Freundin Andrea Gilgenbach als „Prinz und Bauer auf Besuch aus der Eifel“ Station in der Müdener Narrhalla. Die Tanzgruppe „No Limits“ zeigte anschließend ihr tänzerisches Können. Alles drehte sich bei ihrer Vorführung um das Thema „Feuer“. Akrobatische Höchstleistungen gepaart mit exakter Choreografie hatte Jenny Sturm mit der jungen Truppe erarbeitet und in einen mit viel Applaus bedachten Tanzvortrag verpackt. Auch Michaela Haas und Carina Blümmert hatten sich in diesem Jahr die Verstärkung ihrer Männer gesichert und sammelten bei einem Bastelnachmittag das trotz leerer Gemeindekasse notwendige Geld für den geplanten Mehrgenerationen-Spielplatz - es war ein pointierter Vortrag, bei dem auch die Gemeindeväter ihr „Fett“ abbekamen. Das Männerballett der Freiwilligen Feuerwehr, bekannt im ganzen Umland, hatte sich in diesem Jahr ein besonderes Thema ausgewählt. Der alte König (Werner Möntenich) wollte seine schöne Tochter (Thomas Balthasar) verheiraten und zwei Prinzen (Jan Deising und Rene Michels) stritten um die Schöne. Gefühlvoll, aber auch mit der nötigen Prise Akrobatik aufbereitet, wurde die Geschichte von Jenny Sturm, Jana Müller und Jenny Thönnes einstudiert und die Männer der Feuerwehr zeigten wieder einmal ihr ganzes Können.
Den Abschluss des Bunten Abend bildete die Chorgemeinschaft Müden mit zwei auf den Prinzen zugeschnittenen Gesangseinlagen. Unter den Klängen des schon Kultstatus erlangten Liedes „Sassa“ aus der Oper „Maske in Blau“ versammelten sich alle Mitwirkenden zum bunten Schlussbild auf der Bühne.
Prinz Harald I. stammt aus einem närrischen Müdener Geschlecht.
Obermöhn Andrea sang für Harald mit 17 Moselnixen ein selbst gedichtetes Lied.
