Allgemeine Berichte | 28.08.2013

Pumpenverein Mesenich

Der Weg des „Eisernen Herrgotts“

Der „Eiserne Herrgott.“privat

Mesenich. Vom Briederner Weg zweigte früher vor der Pfahlsbach in mäßiger Steigung ein Weg ab, der auf den „Wacholder“ führte. Oben angelangt teilten sich die Wege. Ein Weg führte um den Bildstock „Eiserner Herrgott.“ Der „Eiserne Herrgott“ ist ein in Zement ausgeführter Bildstock, in dessen Mitte ein eiserner Christuskörper, der in ein Stück Eicheholz eingewachsen ist, eingefügt wurde. Auch der betreffende Gemarkungsteil führt die Bezeichnung „Eiserner Herrgott“. Vor langer Zeit stand an dem heutigen Standort noch Wald, der sich im Eigentum der Gemeinde Mesenich befand. An dieser Stelle soll - so erzählten die Ahnen - ein Unglück geschehen sein. Es gibt viele Unglücksversionen, zum Beispiel dass beim Laubhauen ein Mann von einem Eichbaum (Steule) gefallen sei, oder dass dort eine Frau tödlich verunglückte. Nach Aufzeichnungen von Stefan Weidenbach (um 1910 in Mesenich wohnhaft) soll hier ein Mann erschlagen worden sein. Was sich tatsächlich an dieser Stelle ereignete, ist leider nicht überliefert. Jedenfalls wurde dort zum Gedenken an ein Unglück ein Holzkreuz mit einem Metallcorpus errichtet. Nach mehreren Jahrzehnten war das Holz des Kreuzes morsch geworden und der Corpus fiel herunter. Ein aufmerksamer Christ befestigte den Corpus an dem Stamm einer Eiche. Er hatte unter dem Corpus die Rinde (Borke) entfernt und so wucherte der Rand der stehen gebliebenen Rinde um den Metallcorpus, bis die Rinde den Corpus ganz zudeckte. Das eingewachsene Kreuz geriet in Vergessenheit. Als dann viele Jahre später die Eiche gefällt wurde und den Stamm für Weinbergspfähle aufspaltete, wurde der Metallcorpus im Eichenholz gefunden. Leider wurde dieser von einem der Spaltkeil getroffen und war nicht mehr zu gebrauchen. Da man aber wieder einen „Eisernen Herrgott“ haben wollte, wurde von einem alten, ausgedienten Grabkreuz einen passenden Christuskörper genommen und dieser wurde dann an alter Stelle an einen jungen Eichenstamm befestigt. Aber auch dieser Corpus wurde mit den Jahren von der Rinde überwuchert und war in seinem unteren Teil bereits ganz eingewachsen. 1928 verteilte die Gemeinde das Land in dem Gewann an die Bürger, damit diese dort Weinberge anlegen sollten. Die Parzelle mit dem „Eisernen Herrgott“ fiel an den Bäcker und Winzer Franz Lenartz. Er errichtete eine Stützmauer für seinen Weinberg und darauf einen circa ein Meter hohen Zementbildstock, der mit einem Giebeldach abschloss. Auf die Stützmauer schrieb er: „Herr verzeih Ihnen“ und in den Zementbildstock setzte er den Metallcorpus ein. Unter den kleinen Bildstock schrieb er das Christusmonogramm „IHS“. Im Rahmen der Flurbereinigung Ende der 1960er Jahre wurden die Weinbergswege neu geordnet und asphaltiert. Hierdurch wurden die Wege links und rechts neben dem Bildstock erhöht. Dadurch wurde die ursprüngliche Stützmauer teilweise mit Erde verdeckt, sodass der Spruch heute nicht mehr sichtbar ist. Nachdem der „Eiserne Herrgott“ in den 1980er Jahren aus dem Zementsockel herausgefallen war, erneuerte die Freiwillige Feuerwehr unter der Leitung von Wehrführer Erwin Menten die Einfassung und den Corpus. Der örtliche Pumpenverein nahm sich 2009 der Bepflanzung am Eisernen Herrgott an. 2012/2013 verbesserte Heinz Hafer unter fachlicher Beratung von Monika Servaty die gesamte Gestaltung der kleinen Fläche mit Einfassung und neuer Bepflanzung. Der Pumpenverein ließ 2013 den Bildstock samt Corpus restaurieren. In Kürze wird eine von Richard Mentges gestiftete Sitzbank in der Nähe des Bildstockes aufgestellt. Zusammengestellt vom Förderverein zur Renovierung und Erhaltung der historischen und ortsbildprägenden Bausubstanz Mesenich e.V.

Der „Eiserne Herrgott.“Foto: privat

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