Cochemer Karnevalsgesellschaft
Die rot-weiße Narren-Armada nahm das Rathaus im Handstreich
Cochem. Das Mittagsläuten von St. Martin war für alle Uniform- und Mantelträger der CKG-Streitmacht das verabredete Zeichen zum konspirativen Narrentreffen in „Herwins“ rustikalem Feldlager, um hier nach taktischer Absprache den „Sturm auf die Bastille“ - sprich das Cochemer Rathaus - einzuleiten. Hier hatte sich der jecke Stadtoberste „Freiherr Wolfgang von Lambertzius“ vorsichtshalber verschanzt, wohl wissend, dass die rot-weiße Armada der städtischen Karnevalisten ihren närrischen Angriff auf seinen Amtssitz vorbereitete. Dazu hatte „von Lambertzius“ nach eigenen Aussagen im Vorfeld einen Spion eingestellt und diesen in einem Anflug von List in die Reihen der CKG-Invasoren einschleusen können. Was er nicht wusste: Die CKG hatte ebenfalls frühzeitig ihre närrischen Hausaufgaben gemacht, indem sie schon lange vor dem geplanten Angriff zwei Stadtsoldaten ihrer schnellen Eingreiftruppe im Weinkeller des Rathauses postiert hatte.
Zahlreiche Schaulustige bevölkerten den Cochemer Marktplatz, als zunächst die Vorhut und kurz darauf die gesamte CKG-Streitmacht unter musikalischer Begleitung aufmarschierte. CKG-General Günter Hammes und Führungsgehilfe „Brändy“ ließen das rot-weiße Geschwader vor dem Rathaus antreten und demonstrierten damit gleich einmal die beeindruckende Einsatzbereitschaft ihrer in jeder Beziehung durchtrainierten Gruppe. Um den verbarrikadierten Schultheiß aus seinem Amtssitz zu bemühen, reichte anschließend der krachende Schuss aus der Vorderladerpistole durch General Hammes allerdings nicht aus.
Auch der Einsatz von Profi-Werkzeug gegen die Rathauspforte war in der Folge zum Scheitern verurteilt, da „von Lambertzius“ offensichtlich etwas von Sicherungs- und Abwehrmaßnahmen verstand. Selbst gemeinsamer Gesang und die höflich formulierte Bitte zum Einlass vermochte den Schultheiß nicht zum Einlenken zu bewegen.
Ergo mussten dann doch die beiden zuvor postierten Soldaten im Weinkeller des Anwesens mobilisiert werden. Hier reichte ein kurzes Stichwort - und schon ging es hinter verschlossener Tür zur Sache. Die blieb nicht mehr lange verschlossen, denn schon wenige Minuten später wurde der bisherige Machthaber von den beiden Uniformierten vorgeführt. Dies lediglich in diverse Badetücher gehüllt, hatte sich „Wolfgang von Lambertzius“ nach dem Neujahrsschwimmen auch neuerlich für einen Sprung in die Mosel vorbereitet.
Nachdem er der unmissverständlichen Aufforderung, sich angemessen zu kleiden, nachgekommen war, rückte er schließlich auch den goldenen Rathausschlüssel heraus. Ein Ereignis, das von einem wahren Blitzlichtgewitter begeisterter Fotografen begleitet wurde.
Im Beisein von Cochems neuem Kinderprinzenpaar mit ihrer Lieblichkeit Prinzessin Tamara von Schwimmen und Klimmen und seiner Tollität Prinz Björn von Angel und Matte, war es dann der obligatorische Auftritt von CKG-Protokoller Stephan „Peff“ Hilken, der für ausgelassene Heiterkeit sorgte.
Fernsehtauglich gereimt, formulierte er in seinen elf Narrenparagrafen Wissenswertes, Aktuelles und vor allem Amüsantes. Das Ganze verpackt in Form eines närrischen Cochemer Ratgebers, den jeder während der fünften Jahreszeit tunlichst griffbereit unter dem Kopfkissen deponieren sollte.
CKG-Protokoller Stephan „Peff“ Hilken verlas vor dem Rathaus die elf närrischen Paragrafen zur Regierungsübernahme der Karnevalisten.
Kinderprinz Björn von Angel und Matte hat mit seiner Prinzessin Tamara von Schwimmen und Klimmen in Cochem die Macht übernommen.Fotos: TE
