Benefizkonzert in der Zilleskapelle bei Treis
Ehrwürdige Klänge für den guten Zweck
Erlös des Benefizkonzerts dient der Finanzierung der historischen Stumm-Orgel
Treis-Karden. Das Halbdunkel der alt-ehrwürdigen Zilleskapelle hoch über Treis kontrastierte stark mit den hellen Sonnenstrahlen und den leicht beschwingten Melodien des Benefizkonzertes mit seinen anspruchsvollen Melodien aus Werken von Telemann, Mozart, Rieding, Portnoff oder anderen Größen der klassischen Musik. Chordirektor Sven Scheuren und Brigitte Bauer mit der Violine und der Viola verzauberten die begeisterten Gäste, die sich ein schattiges Plätzchen in der kleinen Kapelle gesucht hatten. Wie immer dient der Erlös der 170 Jahre alten Stummorgel in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer, die jetzt in einem aufwendigen Restaurationsverfahren wieder vollständig hergestellt ist.
Mittlerweile hat sich das Konzert als echter Geheimtipp herumgesprochen: Nach einem kleinen aber steilen Aufstieg nämlich wurden die Besucher nicht nur mit einem herrlichen Panoramablick über das wunderschöne Moseltal, sondern auch mit klassischer und feierlicher Musik entlohnt. Gleich zu Anfang brillierten die Künstler mit leicht amorösen Weisen von Georg Philipp Telemann oder einem munteren Allegro moderato von Franz Anton Hoffmeister. Man ahnte sie, die unermesslichen Weiten von „Väterchen Russland“ in der „Russischen Fantasie“ von Leo Portnoff, der gleich zweimal musikalisch verwöhnte. Es folgten schließlich Stücke von Hans Sitt, Friedrich Seitz, Max Reger, Carl Nielsen, Franz Anton Hoffmeister, Oskar Rieding, Charles Dancla oder Wolfgang Amadeus Mozart mit modernen und auch klassischen Interpretationen. Das gemeinsame Marien-Schlusslied beendete wieder ein Konzert der Extraklasse. Sogar Diakon Michael Thomiczny war eigens für diesen Kunstgenuss vom Hunsrück geeilt, um auch die Zuhörer zu begrüßen.
Der Erlös dient, wie gehabt, ausnahmslos der Restfinanzierung von etwa 35.000 Euro der historischen Stumm-Orgel in der Treiser Pfarrkirche „St. Johannes der Täufer“. Nachdem die alte Stumm-Orgel im wahrsten Sinne des Wortes mehrere Jahre stumm war, soll sie wieder bei den Gottesdiensten gespielt werden. Die „Königin der Musikinstrumente“ wurde nachweislich 1837 von Carl und Franz Heinrich Stumm, aus der großen Orgelbauer-Dynastie Stumm, vollendet. 1900 lieferte Orgelbauer Christian Gerhardt aus Boppard ein neues Magazingebläse, um mit dem veränderten Winddruck eine größere Lautstärke zu erzielen. Eine Renovierung erfolgte in den Jahren 1962 und 1963 durch den Orgelbauer Helmut Seifert aus Köln. Gutachten in den 1990er Jahren belegten, dass nach über 40 Jahren eine ordnungsgemäße Funktionsfähigkeit nicht mehr gegeben war. Ein anderer Sachverständiger ging sogar so weit, es als eine Zumutung zu betrachten, weiterhin auf dieser Orgel zu spielen. Es musste also gehandelt werden. Für diese dringende Restaurierung, die mit rund 200.000 Euro zu Buche schlug, werden immer wieder hochklassige Benefizkonzerte präsentiert.
So wird das nächste im November dieses Jahres in der Treiser Katharinenkirche durchgeführt. Die beiden Vorsitzenden des dafür gegründeten Vereins der „Freunde der katholischen Pfarrkirche St. Johannes der Täufer“, Landrat Manfred Schnur und Alfred Spies, zeigten sich sichtlich zufrieden über die doch positive finanzielle Entwicklung, die aber noch weitergeführt werden muss. Die beiden Künstler Brigitte Bauer und Dekanatskantor Sven Scheuren haben mit vielen anderen freiwilligen Helfern natürlich einen großen Anteil daran.
