Horst Fyrguth glänzte als Kabarettist im röhrig-forum mit Witz
Ein Waldorfschüler startet mächtig durch
Treis-Karden. Er bezeichnet sich selbst als ältester Nachwuchs-Comedian Deutschlands und bei seiner Premiere auf der röhrig-Kulturbühne wurde Horst Fyrguth begeistert von den rund 200 Zuhörern gefeiert. Ohne große Requisiten spielte und parodierte der gebürtige Kölner zwei Stunden lang quer durch alle Lebensbereiche. Als bekennender Waldorfschüler hat Horst Fyrguth einiges aus seiner Schulzeit zu berichten: Namen-Tanzen, duales Lernen oder Buchstaben durch wildes Arme- und Beine-Schwingen ausdrücken, sind auch heute noch für den auch im Fernsehen oft präsenten Künstler kein Problem. „Deshalb sind auch die meisten Waldorfschüler Fluglotsen geworden“, erläuterte Fyrguth augenzwinkernd. Er selbst hatte mit seinem Waldorf-Abitur im Berufsleben keine Chance, deshalb übernahm er als Vater die Rolle der Mutter zu Hause.
Unter dem Thema „Männer sind die besseren Mütter“ erzählt der Comedian dann freimütig von seiner Familie. Als Vater von drei Kindern hat er im Alltag einiges an der Backe: Seine Erlebnisse mit sogenannten Helikopter-Eltern auf dem Spielplatz, die unter dem Motto „Eltern haften an ihren Kindern“ ihren Kleinen alles verbieten, prägten ihn, zumal er seinen Kindern im Krabbelalter fast alles erlaubte. Kindergeburtstage sind für Horst Fyrguth ein Graus, denn die meisten Eltern wollen sich nur gegenseitig toppen. Mini-Cart-Rennen und Fußball-Training mit Bundesligaprofis seien schon nicht mehr aktuell. Wer in der heutigen Zeit etwas auf sich halte, der müsse mindestens die Feuerwehr oder das SEK zum Fest ordern. „Ich habe deshalb vorsorglich für unseren nächsten Kindergeburtstag schon einmal bei der Bundeswehr angerufen“, erklärte Fyrguth unter dem Beifall der Zuhörer.
Ganz Intimes plauderte der Comedian dann im zweiten Teil seines Auftritts: Sein erstes Mal erlebte Horst Fyrguth in der Stadt der Liebe, in Paris. Allerdings nicht mit seiner Freundin, wie zunächst geplant, sondern in einer Apotheke, als er ein Kondom mit schlechtem Französisch erstehen wollte und der Apotheker ihm die Handhabung des Verhütungsmittels gleich vor Ort zeigte. Eine Lerngitarre bildete dann gegen Ende der Veranstaltung die einzige Requisite, mit der der Kabarettist in seinem Soloprogramm selbst getextete Lieder zum Besten gab. Auch das Publikum wurde in seine Gags mit eingebunden, sodass die Stimmung bei dem ehemaligen Waldorfschüler Horst Fyrguth ausgezeichnet war. Eine Zugabe und ein Fläschchen Moselwein von Hausherr Hans Peter Röhrig sorgten dann beim Publikum bzw. Künstler für ein breites Strahlen. Die Premiere in Treis kann als „rundum gelungen“ bezeichnet werden.
