Felicia Berger aus Weiler kümmert sich um Menschen mit Behinderung
Freiwilligendienst in Transsylvanien
Weiler/Miercurea Ciuc. 13 Monate weit weg von Familie und Freunden, in einem fremden Land leben und arbeiten: Felicia Berger hat sich für dieses Abenteuer entschieden und absolviert derzeit ihren Freiwilligendienst in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Rumänien. „Ich wusste schon immer, dass ich nach dem Abitur unbedingt etwas im Ausland machen wollte“, erzählt die junge Frau aus Weiler in der Eifel. Ihre Mutter und sie seien irgendwann auf die ‚Sozialen Friedensdienste im Ausland’, kurz „SoFiA“, im Bistum Trier gestoßen.
Felicias Wahl fiel nach einigen Gesprächen mit den Sofia-Verantwortlichen auf Rumänien. Seit dem 1. August 2013 arbeitet sie jetzt schon in der kleinen Stadt Miercurea Ciuc in St. Ágoston, einem Tageszentrum der Caritas für Jugendliche und junge Erwachsene mit geistiger Behinderung. Rund 16 Jugendliche mit verschiedenen Beeinträchtigungen wie Autismus, Trisomie21 oder Schizophrenie werden hier von Felicia und vier Kolleginnen betreut. „Sie lernen hier einfache Aufgaben wie Wäsche zusammenfalten, Spülen, Putzen und Kochen, damit sie ihren Alltag möglichst selbstständig meistern können“, sagt die 20-Jährige. Auch handwerkliche Arbeiten oder das Erledigen von Einkäufen sind Bestandteile des Wochenplans, genau wie Schwimmen oder Wassergymnastik. „Wir machen auch Ausflüge zum Markt, um für das gemeinsame Kochen einzukaufen oder haben auch einmal eine Bäckerei besucht, wo die Jugendlichen erfahren haben, wie Brot und anderes Gebäck hergestellt wird“, schildert Felicia. Schon die Reise zu ihrem Einsatzort war beeindruckend, sagt Felicia. Nach den Vorbereitungsseminaren bei SoFiA ging es für sie und zwei weitere Freiwillige mit dem Nachtzug von München nach Budapest, wo die drei Intensivsprachkurse in Ungarisch besuchten. „Auch wenn es die Leute vielleicht verwundert, dass ich Ungarisch und nicht Rumänisch lernen musste – das hat doch einen guten Grund“, sagt Felicia. „Denn in dem Gebiet, in dem ich eingesetzt bin, wohnen überwiegend ‚Szekler’. Das ist eine Minderheit, die nur Ungarisch spricht, was in dieser Region auch offiziell als zweite Landessprache anerkannt ist.“ Ungarisch sei schwer zu erlernen, weil es sich von Französisch oder Spanisch so sehr unterscheide. „Aber die Verständigung mit meinen Kolleginnen und den zu betreuenden Jugendlichen klappt inzwischen sehr gut“, sagt Felicia. Bei ihrer Ankunft habe – ganz klischeehaft – Nebel in der transsilvanischen Stadt Miercurea Ciuc geherrscht. Trotz Dracula-Roman und Vampir-Klischee ist Felicias neues Zuhause ihr ans Herz gewachsen: „Nie hätte ich gedacht, dass es mir gefallen könnte, im siebten Stock eines Hochhauses zu wohnen, aber die Aussicht auf das Ciuc-Gebirge ist einfach phänomenal. Die Landschaft hier ist wunderschön.“ „Ich erleben hier jeden Tag etwas anderes und habe viel Freude dabei, weil mir die Menschen, die uns anvertraut sind, mit so viel Liebe ihre Dankbarkeit begegnen“, sagt die junge Frau aus Weiler, „dafür kann ich nur jeden Tag neu dankbar sein“. Pressemitteilung Bistum Trier
