Anna Piechotta in Concert in Cochem
Gesungenes Kabarett mit trefflicher Klavierbegleitung
Musikalisches Erlebnis mit einer charmanten Künstlerin
Cochem. „Heute Abend singe und spiele ich sie in eine kollektive Depression“, war die nicht ernst gemeinte Ansage der Ausnahmekünstlerin mit Cochemer Wurzeln, Anna Piechotta, die im Kapuzinerkloster eines ihrer herausragenden Konzerte gab.
Die Nervenenden einer konservativen Gesellschaft
Mal zynisch, mal melancholisch, mal hinterlistig, mal ironisch, verteilte Kabarettistin Anna verbal bösartige Streicheleinheiten, wobei sie mit Gegenwart, Geschichte, Märchen- und Tierwelt gleichermaßen hart ins Gericht ging. In ihren Liedtexten nahm sie dabei kein Blatt vor den Mund und trampelte exakt auf jenen Nervenenden einer konservativen Gesellschaft herum, wo es so richtig wehtut. Traumhaft genial, wie sie in diesem Zusammenhang aussagekräftiges Kabarett, exzellenten Gesang und hervorragendes Klavierspiel verband und zu einem trefflichen Ganzen werden ließ. Dabei streichelte oder traktierte sie die Tastatur ihres Musikinstrumentes auf eine unnachahmliche Art, was bei den durchweg begeisterten Konzertbesuchern immer wieder für ein angenehmes Gänsehaut-Feeling sorgte.
Ein engelsgleiches Lächeln
„Schneewittchen ist tot“, performte die Künstlerin mit dem Schneewittchengesicht, das sich an der jeweils passenden Stelle einer jeden Darbietung vom engelsgleichen Lächeln bis hin zur Angst einflößenden Grimasse verändern konnte. Parallel dazu jonglierte Anna Piechotta mit ihrem virtuosen Gesang. Dabei blieb sie in ihren Ausführungen stets mühelos auf Augenhöhe mit den professionellen Interpretationen einer gestandenen Operndiva. Resümierend ein toller Konzertabend, der mit einer frechen und ebenso charmanten Künstlerin zu einem musikalischen Erlebnis wurde.
Begeisterte Konzertbesucher spendeten der Ausnahmekünstlerin immer wieder anhaltenden Applaus. Fotos: TE
