Allgemeine Berichte | 04.08.2015

Tschernobyl-Triker betreuen Jungen und Mädchen aus der strahlenbelasteten Ukraine

Harte Kerle beweisen weiches Herz für Kinder

Hedwig Horn (Mitte) und ihr Ehemann Helmut engagieren sich seit Jahren mit der ganzen Familie und den Triker-Freunden für die gute Sache. Die urigen Kerle und die nicht minder zünftigen Bräute verwöhnen die Kinder aus der Ukraine gern. MT

Treis-Karden/Mendig. Schon seit einigen Jahren beweisen die Tschernobyl-Triker aus Köln, Bottrop, Kruft, Mendig, Treis-Karden, Herne, Kirlach und Holland ein Herz für Kinder: Sie laden Jungen und Mädchen aus der Region um das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl zu mehrtägigen Ferien in Deutschland ein. Kürzlich war es wieder so weit, denn 23 Jugendliche kamen mit zwei Betreuern nach Mendig, um hier Unternehmungen zu starten, die ihrer Gesundheit dienen beziehungsweise die Lebensfreude zurückbringen sollen, die man eigentlich von jungen Menschen erwartet. Einige Kinder leiden sehr unter der immer noch vorhandenen Strahlenbelastung ihrer Heimat. Viele sind oder waren sehr krank. Auch Hedwig und Helmut Horn aus Treis-Karden bieten schon seit Jahren den Tschernobylkindern ein paar unbeschwerte Stunden an der Mosel. Mit Hilfe von Sponsoren und der Freiwilligen Feuerwehr Treis organisieren die beiden Triker an der Treiser „Bachspitz“ ein kleines Sommerfest, bei dem Trike-Fahren, Touren mit dem Feuerwehrboot auf der Mosel und gutes Essen auf dem Programm stehen. „Viele Freunde und Bekannte haben wieder geholfen, dass wir auch wieder eine tolle Tombola bieten können“, erklärt Hedwig Horn im Gespräch, während sie eifrig den gespendeten Kuchen für die Kuchentheke schneidet. „Die harten Kerle haben doch alle einen weichen Kern“, sagt die Treiserin augenzwinkernd, die selbst mit ihrem Mann ein dreirädriges Motorrad (Trike) fährt. Den Kindern aus Tschernobyl gefiel der Ausflug an die Mosel sichtlich, manche waren schon mehrmals dabei, denn die Fahrt nach Deutschland ist immer ein Ereignis, stehen doch noch Besuche im Phantasialand, Kletterwald, Freiflüge und sogar ein Zeltwochenende auf dem Plan. „Schon viele Freundschaften sind so entstanden“, bestätigt eine Betreuerin in perfektem Deutsch. Bis zum 17. August bleiben die jungen Bürger der Ukraine noch bei ihren Gasteltern in unserer Region. Dann heißt es wieder Abschied nehmen bis zum nächsten Jahr.

Jeder muss bei der Fahrt mit dem Boot eine Schwimmweste tragen. Darauf achteten die Feuerwehrkameraden aus Treis genau, ehe es auf der Mosel losging.

Jeder muss bei der Fahrt mit dem Boot eine Schwimmweste tragen. Darauf achteten die Feuerwehrkameraden aus Treis genau, ehe es auf der Mosel losging.

Hedwig Horn (Mitte) und ihr Ehemann Helmut engagieren sich seit Jahren mit der ganzen Familie und den Triker-Freunden für die gute Sache. Die urigen Kerle und die nicht minder zünftigen Bräute verwöhnen die Kinder aus der Ukraine gern. Fotos: MT

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