Politik | 13.05.2014

Helmut Probst will Bürgermeister bleiben

Helmut Probst möchte sein Amt auch nach dem ersten Juli fortsetzen.Privat

BLICK aktuell: Wie beurteilen Sie die Situation der jetzigen Verbandsgemeinde Cochem?

Helmut Probst: Die Verbandsgemeinde Cochem zeigt sich gut aufgestellt. Die Anlaufschwierigkeiten für die vergrößerte Verwaltung nach der Fusion mit der Stadt Cochem sind weitgehend überwunden und wir präsentieren uns als moderne und leistungsfähige Verwaltung. Die wirtschaftliche Situation in der Verbandsgemeinde ist - insbesondere auch bedingt durch die überragende Bedeutung des Tourismus und des Weinbaus für die Region und die hieraus resultierenden mittelbaren und unmittelbaren positiven Effekte im Dienstleistungsgewerbe, Handel, Handwerk und in unseren mittelständischen Betrieben - als gut zu bezeichnen. Dass es den Menschen in der Verbandsgemeinde Cochem überwiegend gut geht, zeigt auch die sehr geringe Arbeitslosenquote. Sie beträgt im Bereich der Arbeitsagentur Geschäftsstelle Cochem im April 2014 gerade einmal 3,8 Prozent. Aktuell haben wir unsere Position als finanzstärkste Verbandsgemeinde im Landkreis Cochem-Zell weiter gestärkt. Sie trägt mit rd. 26 Prozent auch den größten Anteil der Kreisumlage. Der Haushalt unserer Verbandsgemeinde ist geordnet. Der Finanzhaushalt 2014 ist mit einem Volumen von 10, 3 Mio. Euro ausgeglichen. Der Satz der allgemeinen Verbandsgemeindeumlage, die die Stadt Cochem und die Ortsgemeinden aufbringen, konnte 2014 zum dritten Mal nach 2010 gesenkt werden. Der Investitionshaushalt 2014 umfasst ein Volumen von 1,6 Mio. Euro. Wichtige Zukunftsinvestitionen in den Aufgabenbereichen Schulen, Feuerwehren und Bäder werden durchgeführt. Dies alles trägt dazu bei, dass sich unsere Verbandsgemeinde auch künftig positiv entwickeln wird.

BLICK aktuell: Was ändert sich für den Bürger durch die Fusion am 1. Juli?

Helmut Probst: Durch die freiwillige Fusion mit Teilbereichen der Verbandsgemeinde Treis-Karden, welche ansonsten im Rahmen einer Zwangsfusion aufgeteilt oder vollständig einer oder mehreren anderen Verbandsgemeinden zugeordnet worden wäre, ist die Verbandsgemeinde Cochem mit rd. 20.000 Einwohnern auf Dauer gesichert. Eine starke Verbandsgemeinde Cochem stärkt auch den Standort der Kreisstadt Cochem. Mein Bestreben ist es, die Verwaltung nach der Fusion zu einer leistungsfähigen, modernen und bürgerfreundlichen Verwaltung weiter auszubauen. Dabei ist mir klar, dass mit der Vergrößerung des Verbandsgemeindebezirks für die eine oder andere Ortsgemeinde und auch für den ein oder anderen Bürger weitere Wege oder Umstände verbunden sein werden. Die sich hieraus ergebenden Nachteile will ich mit einer weiter zu verbessernden Leistungsfähigkeit der Verwaltung wettmachen. Hierfür müssen wir auch nach neuen Wegen suchen, indem wir beispielsweise die moderne Technik wie E-Government nutzen bzw. weiter ausbauen. Die technische Voraussetzung hierfür wird in naher Zukunft durch die bis Anfang 2015 vorgesehene komplette Erschließung des Landkreises Cochem-Zell mit leistungsfähigem Breitband, die ich maßgeblich mit unterstützt habe, ermöglicht. Mit der Verbandsgemeindeverwaltung in Cochem wird den Bürgerinnen und Bürgern ab dem 1. Juli 2014 ein engagiertes und deutlich vergrößertes Team zur Verfügung stehen, das sich als Dienstleister für die Bürger und für die Kommunen versteht.

BLICK aktuell: Welche Ziele sind in den nächsten Jahren für Sie wichtig?

Helmut Probst: Die größte Herausforderung in den nächsten Jahren wird die Bewältigung des demografischen Wandels mit all seinen Facetten, wie beispielsweise der zu befürchtende Fach- und Hausärztemangel auf dem Land, der Fachkräftemangel allgemein und in der Verwaltung im Besonderen, der Erhalt unserer wohnortnahen Schulen und Kindergärten, die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung, Angebote für Seniorinnen und Senioren, der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, das schwindende ehrenamtliche Engagement in den Feuerwehren und Vereinen allgemein sein; alles einhergehend mit einer Entvölkerung des ländlichen Raumes hin zu den Ballungszentren. Unsere Dörfer müssen lebens- und liebenswert bleiben. Um dies zu erreichen, sollen möglichst bald langfristig wirkende Konzepte entwickelt werden. Ich plane hierzu nach den Kommunalwahlen eine Auftaktveranstaltung, um bei den Menschen ein entsprechendes Problembewusstsein zu wecken bzw. zu verstärken und den Blick auf die Herausforderungen der Zukunft zu fokussieren. Es wird Expertenrunden, Befragungen, Arbeitsgruppen, Workshops und vielleicht auch einen Demografie-Beirat geben, um Lösungsansätze zu finden und nach entsprechenden Beschlussfassungen in den zuständigen Gremien konkrete Maßnahmen auf den Weg zu bringen.

BLICK aktuell: Tourismus: Wie sehen Sie die Chancen für die Zukunft?

Helmut Probst: Befragen wir die Urlaubs- und Feriengäste, warum sie an die Mosel und ins Ferienland Cochem kommen, erhalten wir immer wieder die gleiche Antwort: Die Landschaft und der Wein. Die WeinKulturLandschaft Mosel zu erhalten und zu pflegen, muss deshalb auch weiterhin unser Ziel sein. Weg vom Massentourismus, den es in den Tourismuscentren sicher gibt und im verträglichen Maße auch geben muss, hat sich das Ferienland Cochem seit einigen Jahren verstärkt dem Qualitätsgedanken sowohl im Tourismus als auch in der Erzeugung von hochwertigen Rieslingweinen verschrieben und ist dabei erfolgreich. Diesen Weg müssen wir in der Zukunft konsequent fortsetzen. Ich werde dies weiterhin aktiv unterstützen. Bestes Beispiel ist die Calmont-Region, die gezeigt hat, dass gemeinsame, aufeinander abgestimmte, nachhaltige Bemühungen und ein konsequentes Qualitätsstreben von Erfolg gekrönt werden. Das Ferienland Cochem ist heute u. a. durch diese Bemühungen, begleitet und durch ein professionelles Marketing in Szene gesetzt, eine der attraktivsten Urlaubs- und Ferienregionen Deutschlands und wird als solche in ganz Europa wahrgenommen. Der erst vor wenigen Wochen eröffnete „Moselsteig“ als Deutschlands längster und nach meiner Überzeugung abwechslungsreichster und schönster Fernwanderweg, wird hierzu einen weiteren Beitrag leisten. Übrigens: Was die Gäste lieben und zu schätzen wissen, ist auch für die Einheimischen gut, schafft Identität und stärkt die Region.

BLICK aktuell: Wie sehen Sie die Situation der Wirtschaft und der Winzer - wie kann die Politik unterstützen?

Helmut Probst: Der Rückgang des Weinbaus ist an der gesamten Mosel und insbesondere in den Steil- und Steilstlagen seit einigen Jahren stark zunehmend. Die Anzahl der Weinbaubetriebe ist rückläufig. Die Produktionskosten in den Terrassenlagen sind zu hoch, weshalb sich die verbleibenden Winzer bei der Bewirtschaftung mehr und mehr auf die Flachlagen konzentrieren. Ein massiver Rückgang des Steillagenweinbaus würde zum Verlust der WeinKulturLandschaft und damit zum Verlust der Identität und Wirtschaftsgrundlage an der Mosel führen. Dies muss verhindert werden. Dabei ist für mich die Beibehaltung der Hubschrauberspritzung und der Bürokratieabbau unabdingbare Voraussetzung. Ich freue mich sehr, dass parallel zum Qualitätsstreben in der Tourismusbranche in der Zwischenzeit auch viele Winzer in der Verbandsgemeinde erkannt haben, dass sich die Arbeit in den Steil- und Steilstlagen der Terrassenmosel sehr wohl lohnen kann. Die Steillagenwinzer sind als Landschaftsgärtner für den Erhalt der WeinKulturLandschaft Mosel unverzichtbar. Sie werden für ihre mühevolle Arbeit mit einzigartigen Weinen belohnt, die national und international Aufmerksamkeit erregen und bei Weinkennern und Weingenießern gleichermaßen Anklang finden. In der Zwischenzeit spielen eine ganze Reihe von Winzern aus dem Ferienland Cochem in der 1. , wenn nicht gar in der Europa- bzw. Campions-League. Sie wurden mit hohen Preisen ausgezeichnet. Tolle Erfolge, zu denen ich an dieser Stelle noch einmal herzlich gratulieren darf. Liebe Winzer, setzt diesen Weg konsequent fort! Aufgabe der Politik wird es auch in den nächsten Jahren sein, die Qualitätsbemühungen der Winzer zu unterstützen und daneben den Steil- und Steilstlagenweinbau zu erhalten und zu fördern. Hierzu gehören auch die Bemühungen um eine Anerkennung der Mosel als Weltkulturerbe. Weinbau und Tourismus sind die maßgeblichen Wirtschaftsfaktoren in der Region. Wenn es diesen gut geht, haben auch die ansässigen Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe ihr Auskommen. Darüber hinaus gibt es im ländlich strukturierten Raum nur wenige Groß- sondern überwiegend mittelständische Betriebe.

Die Wirtschaft insgesamt ist damit in Krisenzeiten weniger anfällig. Auf der anderen Seite fehlt es jedoch an Arbeitsstellen für qualifizierte Arbeitskräfte, was vor dem Hintergrund des sich vollziehenden demografischen Wandels die zunehmend zu beobachtende „Stadtflucht“ hin zu den Ballungszentren noch verschärft.

Ein Problem, dem wir uns stellen müssen. Neben weiteren Identität - schaffenden Maßnahmen, die die jüngere Generation an die Region bindet, muss es gelingen, zumindest mittelbar qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen. Die Breitbandinitiative im Landkreis Cochem-Zell, die bis zum Frühjahr 2015 für jeden Haushalt Anschlusswerte von 50 Mbits ermöglicht, und die Initiative Home-Office des Landkreises leisten hierzu einen wichtigen Beitrag, den ich gern unterstütze.

Nach der Kommunalreform am 1. Juli 2014 wird die Verbandsgemeinde Cochem um die Ortsgemeinden Lieg, Lütz, Moselkern, Müden, Pommern und Treis-Karden erweitert werden. Bei der Kommunalwahl am Am 25. Mai wird auch der Bürgermeister der neuen Verbandsgemeinde Cochem gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Helmut Probst stellt sich erneut zur Wahl für dieses Amt.

Helmut Probst möchte sein Amt auch nach dem ersten Juli fortsetzen. Foto: Privat

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