Allgemeine Berichte | 26.06.2014

Senheimer unterstützen rumänischen Kindergarten im Sinti- und Romadorf

Hilfe von Kindern für Kinder

Mit Freude und Begeisterung sammeln die Mädchen und Jungen des Kindergartens in Senheim unter Leitung von Judith Angsten Kleidung und Spielsachen für gleichaltrige Kinder im rumänischen Sinti- und Romadorf Hetea. Die ersten Pakete für die Hilfsaktion von Günter Weckbecker (rechts) sind bereits gepackt.Jürgen Claßen

Senheim. „Wir möchten den Kindern eine Freude machen. Die haben doch so wenige Sachen und leben in Häusern, die oft noch nicht einmal wasserdicht sind“, mit diesen Worten umschreibt die sechsjährige Lilly die beispielhafte Hilfe, die der Kindergarten Senheim nunmehr bereits seit Herbst 2011 für gleichaltrige Mädchen und Jungen im rumänischen Kindergarten Hetea, einem Sinti- und Romadorf in der Nähe von Kronstadt leistet. Damit wird die über die Region hinaus bekannte Rumänienhilfe von Günter Weckbecker aus Moselkern unterstützt. Zweimal im Jahr geht die Hilfe nach Hetea. Dies bedeutet - so Kindergartenleiterin Judith Angsten - es wird das ganze Jahr über gesammelt: vorrangig Stofftiere, Strümpfe, Hosen, Jacken, Pullover, T-Shirts, Schals, Mützen, Unterwäsche und Schuhe (vor allem Gummistiefel). Und alles 50-fach, damit keins der Kinder dort leer ausgeht. Die Bilanz, die Angsten nicht ohne Stolz zieht, kann sich sehen lassen: Insgesamt wurden bereits 534 Kilogramm gut erhaltene Kleidung und Spielsachen allein nach Hetea geschickt. Weitere 315 Kilogramm Hilfsgüter gingen an andere von der Moselkerner Rumänienhilfe in dem Land unterstützte Projekte. Und stolz ist sie auch über die tolle Unterstützung der Eltern und Kinder, die bereitwillig die Sachen zur Verfügung stellen. „Wir leben im Überfluss und haben es im Vergleich zum Kindergarten Hetea sehr einfach. Wie schnell sind die Kleinen aus ihren Sachen herausgewachsen. Warum wegwerfen oder in die Kleidersammlung? So helfen sie wirklich armen und hilfsbedürftigen Kindern“, erzählt die engagierte Erzieherin. Auslöser für die Hilfe war die Berichterstattung über die „Rumänienhilfe Weckbecker“. Außerdem kannten sich der Initiator dieser Aktion und Angsten über den Pfarreienrat Treis-Karden. Dort wurde ausführlich über die Projekte gesprochen. Anhand der von Günter Weckbecker zur Verfügung gestellten bewegenden Fotos und seiner ergreifenden Schilderungen erstellte Judith Angsten schließlich eine Präsentation für die Eltern der Senheimer Kindergartenkinder über die Situation vor Ort. „Alle waren tief beeindruckt und es wurde spontan Unterstützung zugesichert“, erinnert sich die Kindergartenleiterin. Und die ist bis heute ungebrochen. Es wurden sogar weitere Mitstreiterinnen gefunden: Frauen aus Mörsdorf und Mastershausen stricken fleißig für die gute Sache. „Ich bin begeistert und voller Dank über diese tolle Hilfe!“ Günter Weckbecker, seit 1991 für Hilfsbedürftige in Rumänien aktiv, ist voll des Lobes über diese „Hilfe von Kindern für Kinder“. 49 Mal überbrachte er bereits persönlich Hilfsgüter oder Spendengelder und war stets auf der Suche nach weiteren Projekten für Menschen, die dort - wie er betont - „unter erbärmlichen Umständen leben, wie wir sie uns hier gar nicht vorstellen können“. Der umtriebige und ideenreiche Moselkerner sieht es als Verpflichtung, die dortige Situation etwas erträglicher zu gestalten. Dabei wird er nicht müde, immer wieder Sponsoren und Unterstützer - meist aus der Region - zu finden, ohne die sein beispielhaftes Engagement so nicht möglich wäre. Für den Herbst plant er seinen 50. Besuch. Wichtig ist ihm auch die Rückmeldung: So berichtet er regelmäßig über die große Freude, die die Hilfslieferungen in Hetea auslösen. Weckbecker: „Die Mädchen und Jungen dort sind dann immer wieder überaus froh und glücklich!“ Ein zusätzlicher Ansporn - nicht nur für den unermüdlich tätigen Moselaner, sondern auch für die Kleinen und Großen in Senheim. In diesen Wochen werden - mit tatkräftiger Hilfe der Kindergartenkinder - die ersten Kartons gepackt und für den nächsten Transport vorbereitet. Erleichtert ist Weckbecker darüber, dass der Kindergarten dank entsprechender Spendengelder von Eltern, Mitarbeiterinnen, Strickfrauen und von der guten Sachen begeisterten Privatpersonen auch noch den Transport - von Koblenz aus per Spedition - finanziert. Pro Kilo ein Euro. So bleibt ihm Spielraum für die Finanzierung ebenfalls dringend benötigter Verpflegung in Hetea.

Mit Freude und Begeisterung sammeln die Mädchen und Jungen des Kindergartens in Senheim unter Leitung von Judith Angsten Kleidung und Spielsachen für gleichaltrige Kinder im rumänischen Sinti- und Romadorf Hetea. Die ersten Pakete für die Hilfsaktion von Günter Weckbecker (rechts) sind bereits gepackt.Foto: Jürgen Claßen

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