Europäischer Dorferneuerungspreis 2014
Jury zu Besuch in der Calmont-Region
Bremm. Beatrix Drago, Architektin im Landwirtschaftsministerium in München, Diplom-Ingenieur Hartwig Wetschko aus Kärnten in Österreich und Bürgermeister Helmuth Innerbichler aus der Gemeinde Sand in Taufers in Südtirol (Italien) haben sich persönlich davon überzeugt, was die Calmont-Region in den vergangenen 15 Jahren geleistet und zu bieten hat. „Von dem aus fünf Personen bestehenden Beurteilungs- und Bewertungsteam“, so Drago, „haben sich zwei Jurymitglieder sehr intensiv mit den vorgelegten Bewerbungsunterlagen der Calmont-Region befasst. Wir wollen uns heute einen persönlichen Eindruck vor Ort verschaffen, die Menschen und Projekte kennenlernen, zusätzliche Informationen sammeln und die in Wort und Bild beschriebenen Bemühungen der Calmont-Region zur zukunftsfähigen Gestaltung eines besseren Lebens erleben.“
Zusammen mit acht Gemeinden aus Deutschland und 20 Kontrahenten aus weiteren EU-Staaten wurde die Calmont-Region als einziger Vertreter vom Land Rheinland-Pfalz ins Rennen geschickt. Die Entscheidung über den Europäischen Dorferneuerungspreis 2014 fällt Ende Juni in München und wird dann umgehend bekannt gegeben. Zur Siegerehrung und Verleihung von weiteren Auszeichnungen für besondere Leistungen sind alle Wettbewerbsteilnehmer vom 11. bis 13. September nach Vals im Kanton Graubünden in der Schweiz eingeladen.
Für die Präsentation standen der Calmont-Region vier Stunden zur Verfügung. Während dieser Zeit starteten die Akteure ein regelrechtes Bombardement an Informationen und schossen eine Rakete nach der anderen in Richtung Jury ab, wobei die in den vergangenen 15 Jahren verwirklichten Projekte und Ideen an den Mann und die Frau gebracht und die Entwicklung der Calmont-Region in eine positive Zukunft aufgezeigt wurden. Nach einer kurzen Begrüßung im Bürgerhaus Ediger-Eller durch Ortsbürgermeisterin Heidi Hennen-Servaty stellvertretend für die gesamte Region und einem spannenden Zeitzeugenbericht von Erika Holl folgten Fachvorträge von Christian Amlinger, Peter Krötz, Bernhard Himmen und Michael Oster, die sich mit den von der Europäischen ARGE für Landentwicklung und Dorferneuerung vorgegebenen insgesamt neun Themenfeldern und den hierzu in den vergangenen Monaten von den Arbeitsgruppen zusammengetragenen Ergebnissen beschäftigten. Anschließend erfolgte die Bereisung der Calmont-Region, wobei jede Minute und sogar die Fahrten zwischen den einzelnen Anlaufstellen genutzt wurden, um die Jury mit Informationen zu füttern.
Nachfolgend das Programm der Bereisung: soziales, sportives und kulturelles Zentrum (Information: Weinkönigin Katharina Friderichs), öffentliche Bauten/Nutzung erneuerbarer Energien (Information: Jürgen Holl), Klosterruine Stuben, Baudenkmal und kulturelles Zentrum/Petersberg mit Höhenfriedhof und Kapelle/Neefer Frauenberg/Neefer Burghaus (Vortrag: Franz-Josef Blümling), Rundgang durch den alten Ortskern Neef mit Weinkönigin Verena Lütz, Einkehr und Vorstellung Weingut/Vinothek Amlinger & Sohn (Information: Christian Amlinger), nachhaltige Waldwirtschaft/Stockausschlagswälder/Lebensraum Wald/Naturschutz (Information: Thomas Körtgen), - Bodenordnung im steilsten Weinberg Europas (Vortrag: Wolfgang Wabnitz), der Weg zur Calmont-Region/Calmont Förderverein (Vortrag: Heinz Berg), alternative Nutzung von Brachflächen/Sortengarten (Information: Hans-Jürgen Franzen), der rote Moselweinbergpfirsich (Weingut Markus und Meta Dreis), Projekt „Calmont-Forum“ Bürgerhaus/ Dorfladen (Information: Ortsbürgermeisterin Gisela Heib), Ortsinnenentwicklung Bremm (Rundgang mit Dr. Dietmar Büttner), Monorackbahnen erleichtern die Arbeit im Steilhang/Landschaftspflege/touristisches Erlebnis (Information: Heinz Berg), das Dorf in der Landschaft/Bahnhof und ÖPNV/Kleingärten (Information: Nikolaus Pellio), Revitalisierung alter Bausubstanz/Infrastruktureinrichtungen (Heidi Hennen-Servaty), junge Familien in alten Mauern/moderne Ferienwohnungen im historischen Ortskern/Zuschussprogramme (Information Bernhard Himmen), Kulturweg der Religionen/Synagoge Ediger (Information Norbert Krötz), Stadtmauer Ediger/Pfarrkirche St. Martin Ediger (Information Norbert Krötz, Pastor Lönarz).
Besonders beeindruckt zeigte sich die Jury neben den vielen Informationen, Ideen, Maßnahmen und Projekten von dem grandiosen Ausblick am Calmont-Gipfelkreuz, von wo aus sie die gesamte Calmont-Region überblicken konnte. Ein unvergessenes Erlebnis wird sicher auch die Fahrt mit der Monorackbahn im steilsten Weinberg Europas, dem Calmont, bleiben.
Zum Abschluss der Begehung fanden sich Jury, Gäste und alle Akteure „Auf der Scheer“ im Ortsteil Ediger ein, um zusammen mit der Bevölkerung und Gästen zu feiern. Die Gemeinden Bremm, Ediger-Eller und Neef präsentierten sich als Calmont-Region. Eine Region mit Zukunft, Zeitgeist und Weitblick. Und so konnte auch ein kurzes Statement von Juror Wetschko nur positiv ausfallen. „Die Calmont-Region ist für uns ein herausragendes Beispiel, in der schlummernde Werte ans Tageslicht geholt, Chancen genutzt und historische Bausubstanz nicht nur erhalten, sondern in die Moderne weiterentwickelt und genutzt werden. Außergewöhnlich ist auch der Zusammenhalt der drei Dörfer.“ Die Jury sah die Calmont-Region auf einem guten Weg und bekräftige diese in ihren Bemühungen, Wein, Natur und Landschaft als die Stärken der Region weiterhin zu pflegen und qualitativ auszubauen. Große Chancen wurden auch im Ausbau und der überregionalen Vermarktung der vorgestellten regionalen Produkte gesehen.
Bürgermeister Helmut Probst bedankte sich zum Abschluss der Veranstaltung auch im Namen der übrigen Ehrengäste für das großartige Engagement der Bürgerinnen und Bürger. „Sie haben sich aus meiner Sicht der Jury als Calmont-Region bravourös und beeindruckend präsentiert. Ohne der Jury vorgreifen zu wollen: Besser kann man es nicht machen. Vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dieses tolle Event am heutigen Tag zu organisieren und mit Leben zu erfüllen. Ich bin auf das Ergebnis und das Abschneiden der Calmont-Region im Vergleich der übrigen Wettbewerbsteilnehmer Ende Juni 2014 gespannt.“
