Politik | 16.09.2015

Cochem-Zeller Energiedorf

Mesenich startet „voller Energie“ in die Kellerkirmes

Förderzusagen ermöglichen Investition in Zukunftsfähigkeit der Gemeinde

Landrat Manfred Schnur, l., übergibt die Förderzusagen von Bund und Land an Ortsbürgermeister Peter Haase, m. Bürgermeister Helmut Probst, 2.v.l., freut sich mit der Gemeinde über die Zuwendungen.privat

Mesenich. Als zehnte von vierzehn Kommunen im Landkreis Cochem-Zell, kann sich nun auch die Ortsgemeinde Mesenich über die Förderzusagen von Bund und Land freuen und somit ins Energiedorfprojekt starten.

Projektinhalt

In dem Projekt sollen integrierte Quartierskonzepte aufzeigen, welche technischen und wirtschaftlichen Energiepotenziale bestehen und welche konkreten Maßnahmen für eine Umsetzung entwickelt werden müssen. Die Rahmenbedingungen werden dabei durch das Förderprogramm 432 der Kreditanstalt für Wiederaufbau, KfW, vorgegeben. Mit dem quartiersbezogenen Ansatz, den das Förderprogramm der KfW vorgibt, können unter anderem Lösungswege bei der energetischen Modernisierung des Gebäudebestands und der Energieeffizienz aufgezeigt werden, was zu einer Aufwertung und Attraktivitätssteigerung der gesamten Gemeinde führen kann. In einem intensiven Beteiligungsprozess werden die örtlichen Akteure, Bürger, Hausbesitzer, Unternehmen, Land- und Forstwirte, kommunale Akteure sowie politische Entscheidungsträger, in den Grundlagen der Technik, Organisation und Finanzierung von Energieprojekten geschult und Projekte vor Ort entwickelt, um die örtlichen Energiepotenziale umzusetzen.

Konkrete Förderung in Zahlen

Neben der 65-prozentigen Förderhöhe durch die KfW kommt es für die Ortsgemeinde zu einer Aufstockung durch Landesmittel auf 85 Prozent. Diese konnten durch intensive Gespräche der Energieagentur „unser-klima-cochem-zell e. V.“ generiert werden. In konkreten Zahlen bedeutet dies für die Ortsgemeinde Mesenich: Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 32.400 Euro kommen rund 6.400 Euro vom Land und 21.000 Euro vom Bund. Damit kann der Eigenanteil der Ortsgemeinde auf 15 Prozent, also rund 5.000 Euro, gesenkt werden.

Goldgrübchenhalle wird unter die Lupe genommen

„Mesenich, bietet mit seiner kompakten Bebauung im Ortskern, die beste Ausgangslage für die Umsetzung von Nahwärmelösungen. Gerade an einem solchen Fest, wie der bekannten Mesenicher Kellerkirmes, zeigt sich sehr schön, dass hier Leben in den historischen Winzerhöfen ist und dies ist die beste Voraussetzung für eine spätere Konzeptumsetzung“, betont Landrat Manfred Schnur.

Im Projektverlauf wird sich die Betrachtung einer Nah- oder Objektwärmeversorgung auf Basis regionaler Biomasse rund um die Goldgrübchenhalle unter Einbeziehung der umliegenden Privatwohnhäuser ergeben. Zur Brennstoffversorgung würden sich zum Beispiel stillgelegte Weinbauflächen oder bestehende Niederwaldflächen als Anbauflächen für schnell wachsende Hölzer, Kurzumtriebsplantage, eignen.

Des Weiteren käme die Erstellung eines konkreten energetischen Sanierungsfahrplans für die Goldgrübchenhalle oder eines ortsüblichen Gebäudetyps in Betracht. Auch die Erneuerung der Straßenbeleuchtung durch Umrüstung auf LED-Technologie wird eine Maßnahme zur Steigerung der Energieeffizienz sein.

Das Quartier im Überblick

Das Quartier „Mesenich“ erstreckt sich über die gesamte Ortslage. Das gesamte Gemeindegebiet hat eine Fläche von circa 300 Hektar, davon sind rund 51 Prozent Waldfläche, wobei es sich zu einem großen Teil um Niederwaldflächen handelt und etwa 28 Prozent ist landwirtschaftlich genutzte Fläche. Die Gemeinde verfügt über insgesamt 147 Wohngebäude in denen rund 300 Einwohner leben. Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Gemeindefläche beträgt rund 13 Prozent.

Projektstand

Nach dem sogenannte Markterkundungsverfahren, zur Auswahl qualifizierter Anbieter, die das Projekt vor Ort umsetzen sollen, fiel bereits im Juni die Wahl auf das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement, IfaS. Gemeinsam mit Dr. Alexander Reis, IfaS, stimmte der Gemeinderat die Abgrenzung des Quartiers ab und wertete aus, welche Maßnahmen nötig und möglich sind.

Die nächsten Termine werden eine Ortsbegehung und eine Auftaktveranstaltung für die Einwohner vor Ort sein.

Pressemitteilung von

unser-klima-cochem-zell e. V.

Netzwerkbüro der

Bioenergieregion Cochem-Zell

Landrat Manfred Schnur, l., übergibt die Förderzusagen von Bund und Land an Ortsbürgermeister Peter Haase, m. Bürgermeister Helmut Probst, 2.v.l., freut sich mit der Gemeinde über die Zuwendungen.Foto: privat

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