Steib-Malwettbewerb
Paradiesische Farben und atemberaubende Themenvielfalt
Die mitunter experimentellen Arbeiten von Künstler Hans Probst erzählen alle eine eigene Geschichte
Simmern. Obwohl Hans Probst erst vor zehn Jahren die Malerei für sich entdeckte, ist sie für ihn schnell zur Leidenschaft geworden, die ihn nach eigenen Aussagen Tag und Nacht beschäftigt. Nur ein kurzer Blick in die Werkstatt seiner Künste entlockt dem Kenner wie dem Laien sofort ein erstauntes „Wow“, denn was der offensichtlich talentierte Maler Hans Probst hier zu Werke bringt, ist an atemberaubender Vielfalt kaum zu übertreffen.
Trefflich gepaart mit einem paradiesischen Einsatz von Farben, kann der Betrachter kaum seine Augen von den Gemälden des Künstlers abwenden - und diese sprechen alle eine eigene Sprache und erzählen eine eigene Geschichte. Die weiß Hans Probst dann auch über jedes seiner Werke ebenso farbenfroh in Worte zu kleiden. Ab 2003 begab sich Hans Probst dann zwecks Ausbildung im Zeichnen und der Acrylmalerei unter die Fittiche von Karl Kaul (Keidelheim), der ihn fortan in Sachen Malkunst bis 2006 erfolgreich unterrichtete.
Direkt im Anschluss besuchte Hans Probst dann bis 2011 Kurse an der Sommerakademie Oppenheim und beschäftigte sich hier mit „Experimenteller Malerei“ bei Prof. Guido Ludes sowie der Porträtmalerei bei Dietmar Gross. Zum Malen so richtig inspiriert wurde Hans Probst nach eigenem Bekunden durch Pablo Picasso, Francis Picabia und expressionistische Maler der Gruppen „Cobra“ und „Brücke“, wie beispielsweise Karel Appel, Kirchner und Schmidt-Rottluff.
Seine ersten Arbeiten wurden in unterschiedlichen Mal- und Zeichentechniken gefertigt. Immer öfter entstanden dann Werke im Stil des abstrakten Expressionismus und solche, die dem „Informel“ zuzurechnen sind. Zu dessen Merkmalen zählen die Formlosigkeit und die Spontaneität in der künstlerischen Produktion. Farbe und andere bildnerische Materialien werden autonom eingesetzt. Der Arbeitsprozess unterliegt hier keinen starren Regeln. Er folgt auch, wie im Surrealismus, Prozessen des Unbewussten unter Vermeidung jeder rationalen Kontrolle.
In seinen Bildern griff Hans Probst jetzt auch zunehmend politische Themen und tagesaktuelle Ereignisse auf und verarbeitete diese (Not, Gewalt, Migration, Katastrophen). Sein weiteres Oeuvre reicht von gegenständlichen Bildern und diversen Zeichnungen (Bleistift, Tusche, Tinte) bis hin zur Monotypie. Über das Malen afrikanischer Masken ist er schließlich zum Porträt gestoßen. Sein besonderes Interesse liegt auf der Öl-Kunst der alten Meister, wobei sein aktueller Schwerpunkt neben der Porträtmalerei auch auf der Computerkunst liegt. Hier visualisiert er mathematische Formeln und macht sie zu Bildern, die scheinbar aus der Natur stammen. Fraktale und Lissajous-Figuren ziehen den Betrachter mal durch unendliche Symmetrien, mal durch chaotische Formen in ihren Bann.
Mangel an der Welt als Motivation des Künstlers
So lassen sich auch mithilfe der Mathematik Chaos-Formen wunderbar in Szene setzen. Hans Probst glaubt, dass die künstlerische Motivation tatsächlich aus einer gewissen innerlichen Unruhe zu entspringen vermag. Einer Art Mangelzustand, den der Künstler in der Welt vorfindet bzw. verspürt. Dies findet laut Hans Probst seinen Ausdruck im Bestreben, etwas Eigenes zu gestalten und als Reflexion auf gesellschaftliche/menschliche Daseinsrealitäten zu entwickeln. Kunst wird so zu einem „Muss“, die Welt zu verstehen, das eigene Leben schöpferisch mit Sinn zu füllen, sowie „neugierig“ zu bleiben und Kraft aus der Kunst zu ziehen.
Derweil kann Künstler Hans Probst schon auf drei eigene Ausstellungen zurückschauen. Diese waren im Schloss Simmern, in der Volksbank Simmern sowie im Mainzer Eisenturm zu sehen. Bei der Endausscheidung des Steib-Malwettbewerbes ist Hans Probst mit viel Freude dabei und fiebert schon dem abschließenden Künstlertreffen entgegen.
