22. Internationaler Klaviersommer in Cochem
Pianistin Diana Sahakyan holt sich den Publikumspreis
Exzellente Akteure begeisterten mit traumhaften Klavierkonzerten
Cochem. Traumhaftes Klavierspiel mit klassischen Werken berühmter Komponisten wurde auch in 2014 jenen Musikfreunden geboten, die sich eine oder gleich mehrere Eintrittskarten zum Klassik-Festival „22. Internationaler Klaviersommer in Cochem“ sichern konnten. Trefflicher Austragungsort für diese hervorragend organisierte und durchgeführte Konzertveranstaltung war einmal mehr das städtische Kulturzentrum Kapuzinerkloster, deren Räumlichkeiten für die agierenden Musikkünstler sowohl in der Vorbereitung, wie auch für ihre anschließenden Konzerte, als ideal gelten. Eine willkommene Tatsache, die auch neuerlich Bühnen-Aktive wie Zuhörer entsprechend beeindruckte. Mehr als beeindruckend präsentierten sich die Künstler dann am Musikinstrument, auf dem sie mit sensationellem Feingefühl Klassik vom Feinsten interpretierten. An insgesamt sechs Konzertabenden in den vergangenen drei Wochen erlebten die begeisterten Zuhörer die feine Palette klangvoller Vielfalt aus der Feder von großen Meistern wie Mozart, Beethoven, Brahms, Schubert, Schumann, Bach, Liszt, Chopin, Rachmaninov, Mendelssohn-Bartholdy, Franck, Rubinstein, Debussy, Paganini, Scriabin, Fauré, Symanowski und Scharwenka. Schon seit elf Jahren ist der erfolgreiche deutsche Pianist Joseph Moog beim Internationalen Klaviersommer vertreten und ihm war es auch vorbehalten den Reigen erstklassigen Klavierspiels mit dem ersten Konzert am 10. August zu eröffnen. Hohe musikalische Intelligenz, technische Perfektion und Eleganz mit einem ausgeprägten Sinn für die Traditionen des Klavierspiels, zeichneten ihn auch diesmal aus. Der bekannte Pianist David Louie aus Kanada erfreute beim zweiten Klavierabend der Veranstaltungsreihe. Herrliche Interpretationen mit höchster Professionalität zeichnet seine Musikkunst am Flügel aus, die er im Alltag seinen Schülern an der Glenn Gould School of Music des Royal Conservatory in Toronto äußerst erfolgreich vermittelt. Pavel Kolesnikov, in Sibirien geborener, russischer Pianist, war 2012 die Sensation in der Klavierwelt, als er im Oktober des Jahres den höchst dotierten Klavierwettbewerb der Welt im kanadischen Calgary gewinnen konnte. Im Kapuzinerkloster verwöhnte er mit dem dritten Konzert sein Publikum und faszinierte dabei mit intensivem und poetischem Spiel, welches die Zuhörer bis zur letzten Passage fesselte.
Internationale Talente waren zu Gast im Kapuzinerkloster
Parallel zu den ersten drei Konzerten unterrichtete Prof. John Perry (USA) auch 2014 seine Meisterklasse, zu der sich insgesamt sieben talentierte Pianisten und Pianistinnen aus Asien, Europa und Nordamerika einfanden. Bei einem Abschlusskonzert, das ebenso wie alle anderen Abendveranstaltungen gut besucht war, zeigten selbige dann viel kreatives Feingefühl bei zahlreichen eigenen Interpretationen von Werken berühmter Komponisten. In diesem Zusammenhang sicherte sich dann Diana Sahakyan (Armenien) den Publikumspreis mit drei sensationellen Beiträgen von Frédéric Chopin und Franz Liszt. Doch blieben alle Meisterschüler von Prof. John Perry beim Abschlusskonzert mit ihrem Können auf Augenhöhe. Lediglich feinste Nuancen erfolgreicheren Spiels sorgten am Ende für eine äußerst knappe Entscheidung, denn auch George Ko (USA), Alexey Pudinov (Deutschland), Samantha Wong (USA), Seokmin On (Südkorea), Aileen Gozali (USA) und Sibel Zeynelova (Bulgarien) brillierten mit fantastischem Können.
So gab es abschließend auch verdientermaßen stehende Ovationen für ihre herausragenden Leistungen, die Vorjahressiegerin Umi Garrett (USA) mit ihrem Gastauftritt (außer Konkurrenz) noch in traumhafter Manier krönte. Ihre Variations Sérieuses Op. 54 von Felix Mendelssohn-Bartholdy bedeutete den Höhepunkt des Abends.
Doch standen in der Programmfolge des Klaviersommers noch zwei weitere Highlights an. Tags darauf konnte Bürgermeister Wolfgang Lambertz mit seinem Organisationsteam Jazz-Recital Rainer Böhm (Deutschland) begrüßen, der bereits zum zweiten Mal seine Aufwartung zum Cochemer Klassik-Festival machte und dem Flügel wie erwartet anspruchsvolle Jazz-Musik für absolute Bestnoten entlockte. Hierbei setzte Erfolgspianist Rainer Böhm vornehmlich auf Eigenkompositionen, wenngleich er auch mit einigen Jazz-Standards begeistern konnte.
Abschließender Höhepunkt des Klaviersommers war das Konzert des begnadeten Pianisten und international geschätzten Musikprofessors John Perry von der University of Southern California in Los Angeles sowie der Colburn School of Performing Arts (L.A.). Des Weiteren unterrichtet er als Gastprofessor am Royal Conservatory of Music in Toronto (Kanda). Er setzte mit seinem kunstvollen Spiel noch mal ein echtes Ausrufungszeichen hinter ein Top-Event mit hohem Niveau.
