Allgemeine Berichte | 22.10.2014

Gemeinderat Lieg beim Waldbegang

Vom Zustand des Waldes

Die Forstleute Bernd Adel und Dr. Stefan Göbel informierten den Gemeinderat und interessierte Bürger über den Zustand des Lieger Waldes, wobei sie auch einen Überblick gaben über die zukünftigen Standorte der Windkraftanlagen. Heinz Kugel

Lieg. Es gehört zu den wichtigen Aufgaben des Gemeinderates, sich vom Zustand des Waldes zu überzeugen, um gemeinsam mit dem Förster schnellmöglichst Probleme zu erkennen und zu verhindern. Forstamtmann Bernd Adel aus Lütz gab vor Ort gemeinsam mit dem Cochemer Forstamtsleiter Dr. Stefan Göbel einen informativen Überblick über den Ist-Stand. Welche waldbaulichen Maßnahmen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte haben bereits gefruchtet und welche noch nicht? Tief beeindruckend die ehemalige Sturmwurffläche, deren Wiederbewaldung auf den Schadeflächen ein dringendes Gebot der Stunde war. Der Verlust der Fichtenbestände veranlasste ein notwendiges Umdenken, sie wurden ersetzt durch standortgerechte Baumarten wie die Douglasie, der die Zukunft gehört, die Roteiche, Traubeneiche und auch mit anderen Laubbaumarten. Die Fichte und Tanne macht zwar aktuell noch 56 Prozent des Bestandes aus, jedoch soll er in den kommenden Jahren wegen erhöhtem Borkenkäferrisiko ausklingen. Dem Gemeinderat wurde vor Augen geführt, dass die Natur nicht in Tagen und Monaten denkt, sondern in noch viel längeren Zeiträumen. Kurzfristige und spontane Maßnahmen wären daher nicht ratsam. Die Gemeinderäte konnten sich dann auch einen guten Gesamtüberblick über den stetigen Fortgang der Aufforstungsarbeiten machen. Neben der gebotenen Wiederaufforstung durch Menschenhand gibt es auch die natürliche Verjüngung des Waldes durch natürliche Prozesse. Bei dieser Balance zwischen menschlichem Eingriffen und natürlichem Wachsen ist Sensibilität, Einfühlungsvermögen und Nachhaltigkeit mit möglichst wenig Eingriffen in die Natur gefragt. Neben der Ökologie ist natürlich auch eine gesunde Ökonomie gefragt. Auf der einen Seite erfuhr der Lieger Wald durch die Windwurf- und Käferschäden eine Artenvermehrung, die ihn dadurch wertvoller machte. Auf der anderen Seite steht aber das berechtigte Interesse der Gemeinde, aus ihrem Wald Gewinne zu erzielen. Früher war der Wald finanziell ein Selbstläufer für Lieg, doch heute ist der Wald oft ein Zusatzgeschäft ohne größere Gewinne. Förster Bernd Adel will auch auch künftig eine effektive Waldwirtschaft, zumal die Ortsgemeinden finanziell nicht auf Rosen gebettet sind. Wie der Forstmann anführte, kosten die Wiederaufforstungen eine Stange Geld. Die Lieger Gemeinde müsste demnach für einen Hektar Waldfläche rund 15.000 Euro hinblättern, für einen leeren Haushalt eine enorme Summe.

Lieg kann also Aufforstungen nicht selbst tragen. Breit wurde auch die Brennholzversorgung mit allen interessierten Holzwerbern des Dorfes diskutiert. So sollen vor allem nur Lieger private Haushalte vorrangig Brennholz bekommen. Über die einzelnen Modalitäten wurde und wird noch informiert. Die Frage nach einem ausreichenden Brennholzbestand ist schnell beantwortet, da momentan lediglich etwa 24 Prozent dafür zur Verfügung stehen. Es ist also auch zukünftig genügend Brennholz für die Bürger vorhanden. Das Nutzholz ist mit 61 Prozent der dickste Brocken im Wald. Zum Abschluss des Waldbegangs konnten neben dem Gemeinderat auch interessierte Bürger die fünf Standorte der künftigen Windkrafträder auf ansonsten waldbaulich weniger wichtigen Windwurfflächen besichtigen. So sollen vier Anlagen im Bereich des „Heidweges“ und eine auf dem „Verbrannten Berg“ entstehen. Man war sich einig mit der Ortsbürgermeisterin, dass Windkrafträder in diesem Bereich möglichst wenig auffallen und hoffentlich gute Gewinne für den Gemeindesäckel erzielen werden. Dieser alljährliche Gang durch den Forst ist für die gemeindliche Arbeit von größter Bedeutung.

Die Forstleute Bernd Adel und Dr. Stefan Göbel informierten den Gemeinderat und interessierte Bürger über den Zustand des Lieger Waldes, wobei sie auch einen Überblick gaben über die zukünftigen Standorte der Windkraftanlagen. Foto: Heinz Kugel

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