Allgemeine Berichte | 02.12.2015

Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit führte von Münstermaifeld nach Cochem

Von Flensburg nach Paris zur Weltklimakonferenz

Die Klimapilger bei einer Rast.privat

Cochem. Von Flensburg nach Paris zur Weltklimakonferenz führt der Weg. Seine Anliegen: Klimagerechtigkeit soll Leitlinie des Klimaabkommens in Paris werden. Rudolf Demerath, Etappenkoordinator für die Strecke Münstermaifeld-Cochem erläutert das langfristige Ziel: “In Paris muss der Ausstieg aus den fossilen Energieträgern und die Förderung hin zu 100 Prozent erneuerbarer Energien beschlossen werden. Nur so - so auch der ökumenisch besetzte Trägerkreis - kann die Klimaerwärmung auf die zwei Grad begrenzt werden.“ Ebenso wichtig ist für die vom Klimawandel betroffen Länder, die in Armut leben, eine deutliche Erhöhung der finanziellen Mittel für Anpassung und Klimaschutz. Im Gottesdienst mit Bischof Dr. Stephan Ackermann wurde deutlich, dass auch heute schon Menschen durch Unwetter und den Anstieg des Meeres ihre Heimat verlassen müssen. „Christen sind“ so Bischof Dr. Stephan Ackermann „in ihrer Schöpfungsverantwortung herausgefordert“. Bischof Dr. Stephan Ackermann lobte am Ende des Gottesdienstes alle Beteiligte und bestärkte sie in ihrem Anliegen. Nach dem Gottesdienst erwiesen sich die „Maifelder“ als herzliche Gastgeber. So konnten sich die Pilger auf ein gutes Essen, eine warme Dusche und ein warmes Bett freuen. Vor dem Start der Etappe nach Cochem luden der Vorstand der Kath Lanjugendbewegung des Bistums und die kfd vor Ort zum fairen Frühstück ein, was auch freudig von den „Dauerpilgern“ begrüßt wurde. Schüler des Gymnasiums Münstermaifeld, als auch eine Gruppe von Tages- und Halbtagespilgern startete der erste Etappenabschnitt nach Wierschem mit einem Morgengebet. Die kfd des Dekanates, inspirierte die Teilnehmer/innen hoffnungsvoll, dass eine andere Welt möglich ist. Vom Weg nach Karden durch den herbstlichen Wald an der Burg Eltz vorbei waren die Pilgerinnen und Pilger so angetan, dass sie immer wieder ihre Fotokameras zückten. Förster Max Merrem erläuterte die Bedeutung des Waldes für den Klimawandel, seine Schutzfunktion, seine Widerstandsfähigkeit, seine Bedeutung als Co2 Speicher, aber auch die Bedeutung der Waldflächen der Erde für den Klimaerhalt. Er erläuterte: Die Übernutzung, das Abholzen riesiger Flächen für kurzfristige Gewinninteressen, schade dem Klima und dem Gemeinwohl dieser Erde. Nach einem freundlichen Umtrunk auf der Anhöhe über Karden, beim ersten Blick auf die Mosel genossen einige der Pilger den Moselwein. Andere mussten frühzeitig Abschied nehmen, um rechtzeitig die Rückfahrgelegenheit nach Münstermaifeld zu erreichen.

Nach der Kaffeepause mit „Kässfüß“ (Gebäck) im Pfarrheim Kardenführte der Weg dann an der Mosel entlang Richtung Cochem. Unterwegs erläuterte Werner Huffer-Kilian vom BUND, den Hintergrund des großen Kohleaufkommens auf der Mosel. Er machte auf die prekäre Bedingung des Kohleabbaus in Kolumbien aufmerksam. Die Verbrennung in Kohlekraftwerken bei uns führt zu hohen Co2 Konzentrationen. Aus der Perspektive der Klimagerechtigkeit gilt es in unseren westlichen Ländern Energie einzusparen und die Erneuerbaren zu fördern, will man die zwei Grad Marke erreichen.

Nach achtstündiger Wanderung, geführt vom Eifelvereinsvorsitzenden Dr. Bernhard Koll, kam die Pilgergruppe frohgemut in Cochem an und durfte sich an der Pflanzung eines Kingo-Baumes beteiligen. Ein Künstler lud zur Erinnerung an diesen denkwürdigen Tag zur Gestaltung einer Tontafel ein. Der Pilgertag wurde in der ev. Kirche mit einer Andacht und einem Abendessen beschlossen.

Die Klimapilger auf dem Weg von Münstermaifeld nach Cochem

Die Klimapilger auf dem Weg von Münstermaifeld nach Cochem

Die Klimapilger bei einer Rast.Fotos: privat

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