Hauptversammlung der Kreisjagdgruppe Cochem-Zell, Teil 2
Waffenkontrolle für alle Jäger angekündigt
Landrat Schnur sprach in Faid zu den Grünröcken – Jahresberichte und Regularien
Faid. Bereits zum 22. Mal in Folge trafen sich die Jägerinnen und Jäger der Kreisgruppe Cochem-Zell im Faider Gemeindehaus zur Hauptversammlung. Markus Thomas konnte am Freitagabend als Vorsitzender der über 600 Mitglieder neben Landrat Manfred Schnur und VG-Beigeordnete Stephanie Balthasar-Schäfer auch Vertreter der Kreis- und Forstverwaltung begrüßen. Landrat Manfred Schnur lobte in seinem Grußwort das Engagement der Jägerschaft für „den Erhalt und die Hege der Natur als zweiten Teil der Jagdausübung“. Auf die jüngste Geschehnisse in Sachen Aufbewahren von Waffen und legaler Waffenbesitz anspielend, erklärte der Kreischef, dass in Kürze alle Jäger, die Waffen besitzen, bzw. führen, einer intensiven Kontrolle durch die Kreisverwaltung in Bezug auf Aufbewahrung und Registrierung unterzogen würden. Landrat Schnur sprach weiterhin das leidige Thema Abschussvereinbarungen, Meldungen und das Einhalten entsprechender Fristen an, denn die Verwaltung hat wegen Verletzung dieser gesetzlichen Vorschrift durch die Jagdausübungsberechtigten mittlerweile mehrere Bußgeld-Bescheide erlassen. Markus Thomas ließ in seinem Jahresbericht einige Aufgaben der verschiedenen Obleute anklingen. Lob und Anerkennung zollte der Vorsitzende zunächst den Hundeführern, wobei er besonders Gerd Klees erwähnte, der ab sofort nicht mehr als versierter Nachsuchen-Spezialist den Jägern bei Nachsuchen mit dem Schweißhund auf krankes und verunfalltes Wild zur Verfügung steht. Viel Beifall gab es für die verdienstvolle 29-jährige Tätigkeit des Forstbeamten im Sinne des Tierschutzes und der Jagd. Die Arbeit des Naturschutz-Obmanns, das Wirken der Öffentlichkeitsreferenten und das nicht minder arbeitsintensive Wirken des Schießobmanns wurden von Markus Thomas ausführlich gewürdigt.
Ein Jagderlebnistag wird auch in diesem Jahr von der Kreisgruppe organisiert, wenn auch mehr oder weniger in Eigenregie, weil der Verband Öffentlichkeitsarbeit in einer andersartigen Aktion mitwirken möchte, die „Jagd gemeinsam erleben“ genannt wurde. Jeder Jäger soll deutschlandweit einen Tag lang einen Nichtjäger mit ins Revier oder mit auf den Ansitz nehmen. „So kann jeder aus erster Hand einen ungetrübten Einblick in das jägerische Tun erhalten“ so Markus Thomas.
Mit einem Dank an alle Jagdhornbläser, Funktionsträger und die Hegeringe als kleinste jagdliche Organisation schloss der Vorsitzende seinen Jahresbericht, nicht ohne den Appell an alle, sich für die Zukunft der Jagd einzusetzen: „2016 sind Landtagswahlen. Bis dahin wird noch Ruhe sein, aber dann wird ein neuer Versuch unternommen, gegen die Jagd zu steuern. Man muss nicht Hellseher sein, dass es gut sein kann, dass die Grünen wieder mit im Regierungsboot sitzen.
Ob das Boot einen roten oder schwarzen Rumpfanstrich haben wird, es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch grün gestrichene Aufbauten haben. Auf ein gelbes Fähnchen am Heck oder einen tiefschwarzen Bug braucht man, so glaube ich fest, gar nicht zu hoffen. Das bedeutet, im neuen Koalitionsvertrag wird der oben genannte Wille für eine Revision des Landesjagdgesetzes einfach hineinkopiert.“
Kreisjagdmeister Lorenz Steden gab in Faid anschließend die Jahresstrecke 2014/15 bekannt: Demnach sind bis Stichtag 31. Dezember 2014 im Landkreis Cochem Zell 342 Stück Rotwild, 343 Stück Muffelwild, 2.590 Schwarzkittel und 3.800 Stück Rehwild erlegt worden. „Die Zahlen werden sich noch etwas nach oben verschieben, da wird die Abschüsse bis zum 31. Januar noch hinzufügen müssen“, so der Kreisjagdmeister. Mit der Bitte auch künftig waidgerecht zu jagen und „Hege mit Augenmaß“ zu betreiben, erinnerte Lorenz Steden die Jägerinnen und Jäger an das Tierschutzgesetz und die Achtung vor der Kreatur.
Landrat Manfred Schnur lässt in Kürze das ordnungsgemäße Aufbewahren von Waffen kreisweit überprüfen.
