Jahreshauptversammlung des Waldbauvereins Cochem-Zell
Waldbauverein plant Schulungen für Privatwaldbesitzer
Ernst. Anlässlich der Jahreshauptversammlung berichtete der Geschäftsführer des rheinland-pfälzischen Waldbesitzerverbandes, Dr. Wolfgang Schuh, über aktuelle Entwicklungen im Land. Thema waren insbesondere die zur Zeit diskutierten illegalen Kahlschläge im Grenzraum zu Belgien. In Rheinland-Pfalz ist der Kahlschlag auf eine Fläche von zusammenhängend 0,5 Hektar, in bestimmten Ausnahmefällen auf zwei Hektar begrenzt. Beim Verkauf kompletter Waldflächen an Holzeinschlagsfirmen wurde in diesem Zusammenhang zur Vorsicht geraten. „In diesem Jahr sind die Fördermöglichkeiten des Landes gering. Gefördert wird unter anderem noch die Wiederaufforstung der Windwurfflächen in Form der sogenannten zweiten Rate, die nach fünf bis acht Jahren nach der Pflanzung bei Gelingen der Kultur ausgezahlt wird. Waldwegebau wird zur Zeit nur im Rahmen von Flurbereinigungsverfahren bezuschusst“, so Dr. Schuh.
Im Anschluss berichtete Vorsitzender Dr. Stefan Göbel über den aktuellen Holzmarkt. „Die Preise beim Nadelholz sind auf einem sehr guten Niveau. Alle Nadelbaumarten sind gut absetzbar. Dies gilt sowohl für Stammholz als auch für Palettenware und Industrieholz. Die Eichenpreise bewegen sich auf einem auskömmlichen Level wie im Vorjahr“, informierte Göbel. Sorge bereiten nach wie vor die niedrigen Stammholzpreise bei der Buche. Hier gab es gegenüber dem Vorjahr nur geringe Anhebungen. Die Brennholzpreise sind gegenüber dem Vorjahr weitgehend gleich geblieben.
Nicole Jobelius-Schausten von der Kreisverwaltung Cochem-Zell stellte die Aktivitäten in der Bioenergieregion Cochem-Zell vor. Verbindendes Thema ist die Mobilisierung der bislang ungenutzten Energieholzpotenziale, wie in den durchgewachsenen Stockausschlagwäldern an der Mosel und deren Seitentälern. Darüber hinaus wird der Schwerpunkt künftig in den Bemühungen um eine effizientere Verbrennung des Energieholzes liegen. Brennholz wächst in unseren Wäldern zwar stetig nach, ist jedoch nicht unbegrenzt nutzbar, ohne das Prinzip der Nachhaltigkeit zu verletzen. Nicole Jobelius-Schausten: „Holzmobilisierung, auch im Privatwald, effiziente Verbrennung und Wärmedämmung ergänzen sich hierbei. Die Kreisverwaltung bietet hier - unter anderem mit dem Verein „Unser Klima Cochem-Zell“ - eine geeignete Plattform für den Informationsaustausch an“.
Bei der Versammlung wurde das Vorhaben, eine Waldbesitzerschule für Privatwaldbesitzer einzurichten, vorgestellt. Ziel ist es, mittelfristig acht eintägige Kurse anzubieten, bei denen praktisches Wissen im Bereich der Vorbereitung von Holzerntemaßnahmen, der Holzernteverfahren, des Waldbaues, der Holzvermessung und des Holzverkaufs, der Holzverarbeitung und in weiteren Bereichen vermittelt wird. Mit einem ersten Lehrgang soll in den nächsten Wochen gestartet werden. Die Organisation übernimmt der Waldbauverein. Die Lehrgänge werden seitens der Kreisverwaltung Cochem-Zell umfangreich finanziell unterstützt.
Den Vortragsteil rundete Forstwirtschaftsmeister Konrad Scholzen von der Sozialversicherung Landwirtschaft, Forst, Gartenbau mit seinem Thema: Unfallgefahren bei der Waldarbeit ab. Nach wie vor ist die Waldarbeit ein Tätigkeitsfeld mit hohem Gefahrenpotenzial und vergleichsweise hoher Unfallhäufigkeit. Konrad Scholzen zeigte in seinem Vortrag grundlegende Verhaltensregeln auf, die es zu beherzigen gilt. Dies erfolgte anhand von praktischen Beispielen aus seiner langjährigen Erfahrung in der Waldarbeit. Insbesondere bei der Holzernte und hier beim Fällvorgang bestehen die größten Unfallrisiken. „Die Einhaltung der Arbeitssicherheitsbestimmungen ist bei allem Engagement bei der verstärkten Nutzung des Holzes unbedingt zu gewährleisten“, schloss Scholzen.
