Allgemeine Berichte | 22.05.2014, 15:00 Uhr

Verschönerungsverein Dohr unterwegs

Wanderung, Bräuche und Dorfgeschichte

Eine Führung durch die markanten Punkte der Dorfgeschichte wurde organisiert

Die Dohrer Mühle (etwa 1927-1930).

Dohr. An alte Bräuche, lustige „Stückelchen“ und etwas Dorfgeschichte wollte der Verschönerungsverein Dohr erinnern. Er hatte deshalb zu einer kleinen Wanderung eingeladen. Zu Beginn am Gemeindehaus berichtete der Vereinsvorsitzende Peter Bison von Bräuchen und lustigen Begebenheiten im Zusammenhang mit der Brautwerbung, so zum Beispiel die Geschichte vom „Schnapsoffbinna“. Am Brunnenhaus in der Hauptstraße erläuterte er den Anfang der Wasserversorgung von Dohr in den Jahren 1926/27. Das Wasser kam über eine Leitung des Gruppenwasserwerkes des Amtes Lutzerath aus dem Ulmener Maar. Bereits außerhalb des Dorfes erinnerte Peter Bison an den Brauch, im Falle schwerer Erkrankung eines Menschen Kinder an sieben Kreuzen im Dorfbereich für dessen Genesung beten zu lassen. Die meisten Stationen des auch sieben Kniefälle genannten Brauches wurden im Rahmen der Flurbereinigung in den 1960er Jahren weggeräumt. Alle Standorte konnten jedoch ausfindig gemacht werden. Dieser Brauch war noch nach dem Zweiten Weltkrieg lebendig. Natürlich durfte auch die Geschichte vom „Schnoak“ nicht fehlen.

Diese in Reisig gehüllte Figur wurde an Pfingsten von Kindern durch das Dorf getrieben und symbolisierte das endgültige Ende des Winters nach den Eisheiligen. Bei den Resten der Dohrer Mühle im Ellerbachtal, die bis 1927 in Betrieb war, konnten die interessierten Teilnehmer sich anhand von Plänen und Fotos aus damaliger Zeit ein Bild von der gesamten Anlage machen. Mancher war überrascht, dass sich dort auch einmal ein Lager des Reichsarbeitsdienstes befand, dessen Mitglieder im Wegebau eingesetzt waren.

Nach dem etwas beschwerlichen Anstieg zur Dohrer Schutzhütte stärkten sich die Wanderer mit einem deftigen Eintopf und Getränken. Vorschläge und Informationen für eine weitere Veranstaltung dieser Art werden gerne entgegengenommen.

Die Dohrer Mühle (etwa 1927-1930).

Die Dohrer Mühle (etwa 1927-1930).

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