40 Jahre „On Air“ - Truppenbetreuungssender feierte Geburtstag
„Wenn wir Radio Andernach nicht hätten, müsste man es erfinden“
Mayen. Die General-Delius-Kaserne in Mayen-Kürrenberg ist die Heimat des Zentrums für Operative Kommunikation, dessen wohl bekannteste Einrichtung „Radio Andernach“ im wahrsten Sinne des Wortes weltweit gehört wird. Den Namen behielt der, 1974 als Truppenbetreuungsinstrument in Andernach gegründete und inzwischen zu einer Marke der Bundeswehr gewordene, Sender deshalb auch bei, als er im Jahre 2001 nach Kürrenberg verlegt wurde. Seit Beginn stellt der Sender - und heute mit modernster digitaler Studiotechnik - ein immer weiter verbessertes Radioprogramm her, das leider Kraft rechtlicher Vorgaben nicht von jedermann gehört werden darf; nur im Internet sind Teile der Produktionen zugänglich. Mit einer besonderen Technik wird der Radiosender inzwischen auch von einer Fregatte der Bundesmarine direkt empfangen und in absehbarer Zukunft sollen das alle schwimmenden Einheiten können. Dem Dezernat Betreuungsmedien, wie der Bereich im Sprachgebrauch des Zentrums korrekt bezeichnet wird, umfasst inzwischen auch als Pendant zum Radio das Bundeswehrfernsehen, dem eine ähnliche hohe Akzeptanz bei der Truppe vorausgesagt wird. Wenn eine Einrichtung wie Radio Andernach, die die menschlichen Schwierigkeiten und Belastungen mildert, die längere Auslandseinsätze immer wieder bedeuten, sich einer nicht vorgestellten Beliebtheit erfreut und heute mit seinen zwei Redaktionsaußenstellen im Kosovo und Afghanistan 40 Jahre lang täglich 24 Stunden an 365 Tagen „On Air“ ist, dann ist das natürlich ein Grund, dies gebührend zu feiern.
Das Geburtstagsprogramm
Mit großem Eifer hatten die Macher von Radio Andernach zusammen mit den Kameradinnen und Kameraden des Zentrums ein umfangreiches und attraktives Geburtstagsmenu zusammengestellt und zahlreiche Wegbegleiter aus Politik, Militär und den Medien hatten sich angekündigt. Darunter befanden sich der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Ralf Brauksiepe, der die Bundesministerin als Schirmherrin der Veranstaltung vertrat sowie der Inspekteur der Streitkräftebasis Vizeadmiral Manfred Nielson.
Das Programm startete mit einem Feldgottesdienst, auf den ein Prominenten-Fußballspiel folgte. Aufseiten der Prominenten war der Staatssekretär vertreten, aber beispielsweise auch die aus dem Fernsehen bekannten Kultschrotthändler Ludolf und Tomi Putaansuu, der als Mr. Lordi mit seiner gleichnamigen Hardrock-Band 2006 den Eurovision Song Contest gewann. Inspekteur Nielson kämpfte natürlich auf der Seite der Zentrums-Auswahl. Geleitet wurde das Spiel von der als „Pfeife der Nation“ bekannten Schiedsrichterlegende Walter Eschweiler und das vollkommen ohne Spray. Der Spielball wurde publikumswirksam mittels eines Hubschraubers auf das Spielfeld gebracht. Ein weiterer Höhepunkt im Programm war die Übergabe einer bereits im Jahr 1976 für den Studiozug in Andernach entwickelten Radiokabine. Sie wurde mehrfach modernisiert und hatte ihren ersten Auslandseinsatz noch als Landfracht 1996 in Bosnien-Herzegowina. Zwischen 2003 und 2014 diente die Kabine an verschiedenen Standorten in Afghanistan. Um ein solch hervorragendes militärhistorisches Dokument nicht einfach zu verschrotten, wurde die Kabine jetzt im Rahmen der 40-Jahr-Feier von Oberst Harald Belz als zuständigem Abteilungsleiter an den stellvertretenden Direktor Oberstleutnant Peter Haug des Militärhistorischen Museums in Dresden übergeben. Dahin wird die Kabine in wenigen Tagen ihre letzte Reise antreten und künftig dort ausgestellt.
Radio Andernach hat hohen Stellenwert
In einem Pressegespräch und später auch in den Ansprachen zum Feierlichen Appell betonten Staatssekretär Dr. Brauksiepe, Inspekteur Nielson und Zentrumskommandeur Bader übereinstimmend den hohen Stellenwert von Radio Andernach. Zur Zukunft des Truppenbetreuungssenders auch oder gerade in Zeiten knapper Kassen fiel dabei mehrfach der Ausspruch: „Wenn wir Radio Andernach nicht hätten, müsste man es erfinden.“.
Zwischen den festen Terminen des Tagesprogramms hatten die Gäste ausreichend Gelegenheit, sich über die militärischen Fähigkeiten des Zentrums für Operative Kommunikation u.a. mit Print-, Audio-, Video- und weiteren Medienprodukten zu informieren und auch an einer Führung durch das Funkhaus teilzunehmen als dem Herz von Radio Andernach.
Feierlicher Appell
Als Höhepunkt des Festprogramms war abschließend ein Feierlicher Appell angesetzt, der von Oberst Michael Mattes kommandiert, vom Luftwaffenmusikkorps Münster musikalisch umrahmt und mit der Nationalhymne abgeschlossen wurde. Zu den angetretenen Soldatinnen und Soldaten sowie den zivilen Mitarbeitern des Zentrums sprachen nach Abschreiten und Grüßen der Formation Zentrumskommandeur Oberst Bader, Streitkräftebasisinspekteur Vizeadmiral Nielson und der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Brauksiepe. Nach Beendigung des Appells fand im Kasernen-Kasino, dem „Ebbi-Riedel-Haus“, ein Empfang ausschließlich für geladene Gäste statt, zu dem Ministerin von der Leyen eine Videobotschaft sandte.
Auf dem Gelände der General-Delius-Kaserne hatte das Zentrum für Operative Kommunikation die ganze Breite seiner technischen Möglichkeiten offenbart. Hier das Team Einsatzkamera. Es dokumentiert Einsätze der Bundeswehr für Zwecke der politischen und militärischen Führung der Truppe. Dazu wird vor Ort journalistisch sauber recherchiert und gefilmt.
Oberst Harald Belz übergibt als zuständiger Abteilungsleiter den Schlüssel der langjährig genutzten und dabei weit gereisten Studiosende-Kabine von Radio Andernach an den stellvertretenden Direktor Oberstleutnant Peter Haug des Militärhistorischen Museums in Dresden.
