24. Mesenicher Pumpenfest erinnerte an die Zeit des Ersten Weltkriegs
Zeitreise in das Mesenich vor 100 Jahren
Alte Briefe, Chroniken und Postkarten luden zum Nachforschen ein
Mesenich. In Mesenich wurde bereits das 24. Pumpenfest gefeiert, also schon eine Traditionsveranstaltung. Seit einigen Jahren wird als Begleitprogramm eine Ausstellung zu wechselnden Themen geboten. In diesem Jahr hatten der Ortschronist Martin Arens und seine Helfer eine Ausstellung und Präsentation zum Thema „Mesenich in der Zeit des Ersten Weltkrieges“ vorbereitet, die sich im Vergleich zu anderen Ausstellungen im regionalen Vergleich nicht verstecken musste. Zwar wurde alles auf die lokalen Gegebenheiten begrenzt ausgewertet und präsentiert, aber die Fülle und Informationsdichte überraschte die interessierten Besucher im großen Gewölbekeller des Brauweiler Hofes. So wurden Bilder aus der Zeit um die Jahrhundertwende gezeigt und textlich erläutert. Die Mobilmachung und die Kriegszeit konnte anhand von Chroniken, Tagebüchern und Postkartentexten aus der Sicht der Mesenicher dargestellt werden. Chronisten berichteten seinerzeit zum Beispiel, dass Kriegslärm aus den Schlachten von Verdun und an der Somme sogar im Dorf die Fensterscheiben zum Klirren brachte.
Relikte aus der Kriegszeit lieferten genaue Informationen
116 Männer und Söhne waren aus dem damals 467 Einwohner zählenden Ort in den Krieg gezogen. Viele Feldpostkarten und Briefe von Ihnen in alter Schreibschrift lagen in den Vitrinen. Vier Soldaten gerieten in Gefangenschaft, 22 kehrten nicht mehr in ihre Heimat zurück. Zu all diesen Schicksalen hatte Martin Arens in langer Vorarbeit Lebens- und Sterbedaten herausgesucht sowie die jeweiligen Familienzusammenhänge dargestellt. Manch ein Leser war überrascht, welche Verwandtschaftsbeziehungen zutage traten. Die „Neu-Mesenicherin“ Gesa Cowell hat der Ausstellung etwas Lebendiges eingehaucht. Sie sah die verfügbaren Tagebücher und Chroniken durch und suchte besondere Passagen und Vorkommnisse heraus, die die Stimmungen und Meinungen der Mesenicher vor 100 Jahren prägnant wiedergaben.
„Wir haben mit viel Aufwand den Ausstellungsrahmen hergerichtet, aber etwas Besonderes sind auch die Gegenstände, die uns die Mesenicher zur Ausstellung zur Verfügung gestellt haben“, resümierte Bernhard Fuhrmann, Vorsitzender des ausrichtenden Pumpenvereins, der seinen Keller für die Ausstellung zur Verfügung gestellt hatte. Nach und nach kamen so viele zeitgenössische Gegenstände von insgesamt 15 Leihgebern - auch aus den Nachbarorten, wie beispielsweise von Norbert Maas aus Nehren - zusammen, sodass die vorbereiteten Vitrinen und Schaukästen gut gefüllt waren. Reservistenflaschen und -krüge, Orden und Auszeichnungen, Geldscheine und Münzen, Urkunden und Bilder, Säbel und Bajonettes, und vieles mehr gab es für die Besucher zu bestaunen. Wertvolle Stücke waren dabei und auch Gegenstände, bei denen eher der familiär-ideelle Wert von Bedeutung ist.
Durch den Pumpenverein wurde eine Ausstellung präsentiert, bei der die Besucher viel zu lesen und zu entdecken hatten. „Schade, dass die Ausstellung nur am Pumpenfest zu sehen ist“, sagte manch ein Gast, nachdem er eine ganze Weile an den Schautafeln einen Teil der Ortsgeschichte studiert hatte.
