Allgemeine Berichte | 03.05.2015, 09:00 Uhr

Westerwälder Holztage waren ein voller Erfolg

17.000 Menschen arbeiten mit Holz

Zur Eröffnung gab es einen Baumstammkuchen für die Geschäftsleitung der Firma van Roje. WT

Oberhonnefeld-Gierend. Viel Prominenz aus Politik, Handwerk, Wirtschaft, Touristik und Handel kam eigens zur Eröffnung der Großveranstaltung „Westerwald Holztage“ nach Oberhonnefeld. Auf dem Firmengelände des Holz verarbeitenden Betriebs van Roje zeigten am vergangenen Wochenende über 90 Aussteller, was man mit und aus Holz machen kann. Landrat Rainer Kaul begrüßte als Vertreter der Initiative „Wir Westerwälder“ seine Mit-Kollegen Michael Lieber (Kreis Altenkirchen) und Achim Schwickert (Westerwaldkreis). Die Landräte tragen seit Jahren in gutem Miteinander die Stärken des Westerwaldes nach vorn. Als Leuchttürme ihrer Kooperation nannte der Chef des Landkreise Neuwied den Tourismus mit Rheinsteig und Radwegenetz, Veranstaltungen wie die Westerwälder Holztage, den Umweltkompass und ein gemeinsames Wirtschaftsmagazin. „Viele Leute wüssten gar nicht, welche wirtschaftlichen Potenziale im Westerwald stecken“, betonte Kaul. Circa 17.000 Menschen verdienten in der Region ihr Geld im Bereich „Holz“ und fast die Hälfte der Fläche sei mit Holz bestückt. In gewohnt lockerer Manier begrüßte der gastgebende Landrat auch die übrigen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Forst, die in großer Zahl erschienen waren. Sein besonderer Dank galt den Hausherren, den Geschäftsführern der Firma van Roje, die die Mammutaufgabe schultern, „nebenbei“ das Ausstellungsgelände vorzubereiten. Für die erkrankte Ministerin Ulrike Höfken vom Staatsministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz erläuterte Dr. Jens Jacob, Leiter der Landesforsten Rheinland-Pfalz, die Wichtigkeit des Holzes für das Land Rheinland-Pfalz. Er wartete mit einer Reihe beeindruckender Zahlen auf: Fast 10.000 Unternehmen im Land erarbeiteten neun Milliarden Euro Umsatz. Der Bereich „Holz“ habe damit den höchsten Umsatzanteil aller Branchen im Land. Die neueste Erhebung habe ergeben, dass die Holzzuwächse größer seien als der Einschlag, nachhaltige Rohstoffproduktion sei das Ziel. Die Cluster-Initiative Forst und Holz soll die Wertschöpfung im ländlichen Raum steigern. Jakob würdigte die logistische Leistung des Holzverarbeiters van Roje. Dass der Betrieb auf eine intakte Logistik zurückgreifen kann, beweist er in der täglichen Arbeit. Zudem ist das Sägewerk ein umweltfreundlicher Betrieb, der das Motto „natürlich Holz“ bewusst umsetzt. Daher wurde der Betriebsstätte zu Recht das Umwelt-Qualitätssiegel „Blauer Engel“ verliehen.

Auch Kita beteiligt sich am Projekt „Nachhaltigkeit“

Eine herzerfrischende Gesangseinlage brachte der Eltern- und Kinderchor der Oberhonnefelder Kita „Hand in Hand“ mit ihrer Leiterin Petra Schnell. „Ich bin der Baum vor deinem Haus“ sangen die Kinder voll Inbrunst und schlugen selbstbewusst mit Holzstäben den Takt zu dem Lied „Ich wandere in die Erde“. Petra Schnell erläuterte das Projekt der Nachhaltigkeit, das die Kita seit Jahren in Zusammenarbeit mit Förstern durchführt. Alle Beteiligten hätten sehr viel gelernt über Weidenbäume. Mit Stolz wies die Leiterin auf ihren Beitrag „Die sagenhafte Weide“ in einem Buch hin, in dem 21 pädagogische Umweltkonzepte vorgestellt werden. Ein Exemplar geht über Dr. Jacob an Ministerin Höfken. Oliver Mühmel, einer der Geschäftsführer der Firma van Roje, erzählte von der Gründung des Holzsägewerks in Neuwied durch seinen Großvater. Weil man mehr Platz brauchte, verlegte man 1996 mit enormem Investitionsvolumen die Betriebsstätte nach Oberhonnefeld auf die grüne Wiese. Mittlerweile sei das Werk ein gut strukturierter und organisierter Betrieb mit 23 Hektar Gesamtfläche und einer sehr guten Verkehrsanbindung. 40 bis 50 Lastzüge Rundholz werden pro Tag benötigt. Pro Jahr werden 350.000 Festmeter eingeschnitten zur Weiterverarbeitung. Holzpellets bilden mittlerweile eine wesentliche Ertragssäule. Windwürfe der letzten Jahre haben die Beschaffung von Nadelholz erschwert. Mühmel betonte: „Wir sind ein reines Nadelholz-Sägewerk und können keine Buche schneiden.“ Das sei inzwischen auch von der zuständigen Ministerin verstanden worden. Der aktuelle Ansatz, wieder mehr Fichten, Tannen und Douglasien anzupflanzen, wird von Mühmel begrüßt. Verbandsbürgermeister Hans-Werner Breithausen freute sich, dass seine Gemeinde tolle Wälder in einer tollen Landschaft aufweist und dass der Wald außer Erholungsraum auch Holzlieferant ist und Arbeitsplätze bietet. Die Ausbildung nimmt hier einen breiten Raum ein. Nicht zu vergessen sei die Feuerwehr, die für die Region wegen der erhöhten Brandgefährdung sehr wichtig ist. Nachdem von den gastgebenden Politikern ein eigens kreierter Baumstammkuchen an die Geschäftsführer der Firma van Roje übergeben worden war, sang der Männergesangverein Oberraden drei thematisch passende Lieder. Zum Abschluss boten die Vertreter des Großsägewerks für die VIP-Gäste eine Werksführung an. War das Wetter bei der Eröffnung der Westerwälder Holztage am Samstag noch sehr durchwachsen, gab es am Sonntag oft Sonnenschein und die angekündigten Schauer für den Nachmittag blieben aus. Im Gegensatz zum Samstag, an dem vor allem Politiker, Organisatoren, Sponsoren und Fachpublikum zur Eröffnung kamen, nutzen viele Menschen den Sonntag zu einem informativen Familienausflug zur Holzmesse.

Führungsangebote kamen gut an

Shuttlebusse und Führungsangebote wurden sehr intensiv wahrgenommen. Die Firma van Roje verdoppelte spontan die Anzahl der Führungen durch ihr Unternehmen. Auf dem Gelände gab es viele Aktivitäten, Angebote und Informationen. Für alle Alters- und Interessengruppen war gesorgt. Die Feuerwehr Oberraden zeigte die Rettung aus einem PKW, das DRK war mit Fahrzeugen und Ausrüstung vor Ort. Der Einsatzleitwagen der Feuerwehren des Kreises konnte besichtigt werden. An den Essensständen bildeten sich lange Schlangen. Auf der Bühne unterhielten die Jagdhornbläser, der MGV Oberhonnefeld-Gierend und die Tanzgruppen des KC Weste Näh das zahlreiche Publikum. Morgens gab es einen ökumenischen Gottesdienst, der musikalisch von der Kita Straßenhaus begleitet wurde. Die Auszubildenden der Zimmerer-Innung Rhein-Westerwald, bauten an den beiden Tagen vor Publikum zwei Spielhäuschen für die ortsansässigen Kitas. Die Themen „Natürlich Holz“ und „Wir Westerwälder“ wurden von den Besuchern begeistert angenommen.

WT

Kettensägenkünstler in Aktion: Bei den Westerwälder Holztagen gab es eine Menge Holzkunstwerke zu bestaunen, wie hier in Form einer Eule.

Kettensägenkünstler in Aktion: Bei den Westerwälder Holztagen gab es eine Menge Holzkunstwerke zu bestaunen, wie hier in Form einer Eule.

Zur Eröffnung gab es einen Baumstammkuchen für die Geschäftsleitung der Firma van Roje. Fotos: WT

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