Ortsumgehung Straßenhaus
Austausch ohne Annäherung
Straßenhaus. Die Ortsumgehung Straßenhaus ist schon quasi seit Jahrzehnten im Gespräch. Erste Überlegungen gab es in den 80er Jahren. Im Jahre 1996 legte der damalige Gemeinderat die Linienführung der Trasse fest. Schon damals gab es eine Bürgerinitiative, die jedoch wieder eingeschlafen war. Am 8. Januar diesen Jahres beschloss der Gemeinderat Straßenhaus in einer nicht öffentlichen Sitzung, die jetzt in der Diskussion stehende Trassenführung. Am 2. Februar gründete sich die „BI Zukunft für Straßenhaus“ und positioniert sich gegen die vom Ortsgemeinderat beschlossene Führung. Die BI will keine Ortsumgehung und hat dafür viele Argumente. Da zu der Sitzung am 8. Januar nicht form- und fristgerecht eingeladen wurde, sind die dortigen Beschlüsse nicht wirksam und müssen wiederholt werden. Seit Februar wurden Argumente hin und her ausgetauscht und die BI forderte mehr Öffentlichkeit. Diesem Wunsch kam die Ortsgemeinde jetzt mit einer Einwohnerversammlung nach und hatte angekündigt, dass die geplatzte Sitzung öffentlich wiederholt wird. Am vergangenen Freitag lud die Ortsbürgermeisterin Birgit Haas alle ins Ellinger Clubhaus ein. Der Saal platzte aus allen Nähten, sogar die Stehplätze waren Mangelware, ein Teil der rund 200 Interessenten musste mit einem Platz im Flur vorlieb nehmen. Neben den örtlichen Politkern war Verbandsbürgermeister Hans-Werner Breithausen anwesend. Vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) waren der Leiter Bernd Cornely, sein Vertreter Werner Oster und die Planerin Diana Minden gekommen. Die Moderatorin Birgit Haas hatte alle Mühe die Emotionen im Griff und die Debatte auf einer sachlichen Ebene zu halten. Jede Seite hatte gute Argumente, die von den jeweiligen Anhängern mit Applaus bedacht wurden. Der Sprecher der BI, Egon Krobb, machte klar, dass die Anhänger der BI keine Ortsumgehung im vorgesehenen Korridor wollen. Sie haben eine lange Liste an Argumenten zusammengetragen und auch eine Unterschriftenaktion mit derzeit etwas über 200 Unterschriften gestartet. Die andere Seite hat genau so viele Argumente für die Ortsumgehung. Beide Positionen scheinen sich unversöhnlich gegenüberzustehen. Es gab eine ganze Reihe Stimmen, die eine gemeinsame Lösung des Dilemmas forderten. Der Chef des LBM, Bernd Cornely machte klar, dass Ortsumgehungen immer Konfliktmaterial bergen und es „gute Gründe sowohl dafür, als auch dagegen gibt“. Verbandsbürgermeister Breithausen appellierte an die Bürger: „Bitte lassen sie das Projekt nicht sterben, sonst hat Straßenhaus langfristig ein Problem.“ Es wurden in der rund dreistündigen Veranstaltung viele Positionen zu Lärmschutz, Steigungsstrecken und deren Auswirkungen, Geschwindigkeiten, Tunnellösungen, Staugefahren und vieles mehr ausgetauscht. Viele Details stehen heute noch gar nicht fest, das machte der LBM klar. Die detaillierten Planungen sind noch nicht erfolgt, insofern wollte sich Cornely dazu auch nicht äußern. Am 23. März 2013 werden alle vorhandenen Pläne von 13 Uhr bis 15 Uhr im Clubhaus ausgehangen und auf der Homepage der Gemeinde zu sehen sein. Die Veranstaltung brachte einen umfangreichen Austausch der Positionen, aber keine echte Annäherung. Auf jeden Fall hat die Ortsbürgermeisterin Birgit Haas der BI symbolisch die Hand zur Zusammenarbeit gereicht
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Das Clubhaus in Straßenhaus war brechend voll.
