Notfallseelsorge im Landkreis Neuwied feierte ersten Blaulichtgottesdienst
Barmherziger Samariter als Vorbild
Großmaischeid. Rund um die Uhr in Bereitschaft, um Menschen in Notlagen beizustehen und zu helfen: Für die vielen Haupt- und Ehrenamtlichen in der Feuerwehr, in den Rettungsdiensten, beim Technischen Hilfswerk (THW) oder bei der Polizei ist das Beruf und Berufung zugleich. Im Landkreis Neuwied gibt es darüber hinaus seit 14 Jahren noch eine weitere Gruppe: Die ökumenische Notfallseelsorge. Die Rettungskräfte und Seelsorger feierten gemeinsam den ersten ökumenischen Blaulichtgottesdienst im Landkreis Neuwied. Aktuell übernehmen rund 30 Haupt- und Ehrenamtliche, die in der Seelsorge geschult sind, rund um die Uhr den zunehmend gefragten Bereitschaftsdienst. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger werden alarmiert, wenn sich ein schwerer Unfall mit Todesfolge, ein unvorhergesehener Todesfall, ein Suizid oder ein plötzlicher Kindstod ereignen oder eine Todesnachricht überbracht werden muss. Sie leisten Erste Hilfe für die Seele und kümmern sich um die betroffenen Familien. Koordiniert wird die Notfallseelsorge im Kreis Neuwied von dem katholischen Pastoralreferent Andreas Bühler und dem evangelischen Pfarrer Philip Horn. Seit kurzem sind die Notfallseelsorger mit einheitlichen violetten Westen ausgestattet, die bei einem Unfall oder einer schweren Krisensituation auf einen Blick erkennen lassen: „Hier finde ich einen kompetenten Ansprechpartner, der mich auffängt und begleitet.“ Einen positiven Anlass, diese Westen aus dem Schrank zu holen, gab der Blaulichtgottesdienst in der Pfarrkirche St. Bonifatius in Großmaischeid anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Gruppen „Leitende Notärzte“ und „Organisatorische Leiter“ im Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Neuwied. In seiner Predigt sprach Pfarrer Horn vom Gleichnis des barmherzigen Samariters. Es sei eine Ermutigung für die Helfer, Menschen in Not beizustehen: „Der Dienst und die Hilfe am Nächsten ist bei allem Elend und Leid von Gott gesegnet.“ Die Notfallseelsorge sei für ihn ein Ausdruck der Nächstenliebe. Bei Unfällen, bei Feuer, Hochwasser oder anderen Katastrophen gebe es vor Ort ein Netzwerk aus vielen helfende Händen. „Hier sitzen Männer und Frauen, die dem Samariter ähnlich sind. Sie investieren Zeit, Herzblut und Engagement. Für sie ist es eine Herzensangelegenheit, Menschen beizustehen.“
Dabei wird das Angebot der Notfallseelsorge immer stärker in Anspruch genommen, wie Andreas Bühler vom Dekanat Rhein-Wied erklärt. 50 Mal seien die Männer und Frauen im Jahr 2013 gerufen worden - die meisten Einsätze seit Bestehen der Notfallseelsorge im Raum Neuwied. Die Hilfe habe viele Gesichter: Gemeinsam das Unfassbare solidarisch auszuhalten, Schweigen zuzulassen und Sprachlosigkeit überwinden zu helfen. Es gehe darum, die Betroffenen in ihrer Ohnmacht, ihrer Wut und ihrer Trauer nicht allein zu lassen. Daneben versuche die Notfallseelsorge im Einzelfall, erste organisatorische Schritte anzubieten und auf Wunsch der Betroffenen Hilfsangebote vor Ort oder psychosoziale Einrichtungen. zu vermitteln.
Pressemitteilung Bischöfliche Pessestelle Koblenz
