Bei den „Kappesköpp“ ging´s um die Wechseljahre
Die Melsbacher Theatergruppe begeisterte die Zuschauer mit drei Aufführungen einer verwirrenden Komödie
Melsbach. Gut gefüllt war die Sporthalle Melsbach bei der Premiere der Theatergruppe „Kappesköpp“ mit ihrem Stück „Meine Frau, die Wechseljahre und ich“. Heiß her ging es auf der Bühne, als die sechs Laienschauspieler so richtig loslegten. Das war vor allem im ersten Akt von dreien der Fall, denn hier wechselten sich interessante und lustige Dialoge temporeich ab. Schließlich hatten die insgesamt zwölf Protagonisten die Komödie von Betti und Karl-Heinz Lind, die waren bei der letzten der drei „Kappesköpp“-Aufführungen sogar anwesend, seit Juli 25 Mal geprobt. „Mann, oh Mann! Waren das aufregende Tage“, stöhnte Anton Knopf (Joachim Heim) auf der Bühne und wandte sich dem Publikum in der vollen Sporthalle zu: „Oh, ihr seid ja auch schon da. Ihr seid bestimmt alle gekommen um eine Komödie zu sehen, ja? Aber da muss ich euch leider enttäuschen, es wird ein Drama. Und was für ein Drama. Und der Leidtragende, der Leidtragende bin natürlich ich.“ Er ahnte wohl schon, dass sein bald beginnendes Rentnerleben mit auf dem Sofa liegen, Fernsehen gucken, Bier trinken, Chips essen und die Faulheit genießen nicht realisierbar ist. Denn Ehefrau Olga (Miroslawa Huber) hatte mit Anton andere Pläne. Apropos Olga: Bei den Autoren heißt sie eigentlich Helga, aber wegen des leichten polnischen Akzents von Miroslawa durfte Regisseurin Waltraud Geißler sie mit Genehmigung umbenennen. „Meine Frau ist um einige Jahre jünger als ich und kommt jetzt explosionsartig in die Wechseljahre.
Das schlimme daran ist, sie versucht sich auch noch selbst zu verwirklichen und ich kriege das alles ab“, klärt Anton die Zuschauer auf. Olga steht vor dem Spiegel und schreit: „Ich bin viel zu dick, sieh mal hier meine Pölsterchen.“ Und das will sie ändern, mit Grünfutter, das Anton unbemerkt in die Blumenvase kippt (grün zu grün) und einem Fitnessprogramm wie Nordic-Walking beim „Krampfader-Geschwader“ oder einem Marsch mit den „Wandervögeln“. „Die haben sich in zwei Gruppen geteilt“, weiß Anton, „die eine geht wandern und die andere…nein, die geht schwimmen“. Schallendes Gelächter in der Sporthalle, aber nicht nur hier, sondern auch bei vielen anderen Szenen. Dann sorgt noch Olgas Freundin Berta Breit (Doris Reinhard-Krämer) für Chaos, als sie in einem Internet-Bekanntschaftsportal durch Tochter Sophie Knopf (Rebecca Reinhard) nach einem Mann suchen lässt. Das funktioniert auch, doch auf das vereinbarte Treffen im Café um die Ecke mit dem „Musikliebhaber“ wartete Berta vergebens. Das war nämlich Anton Knopf, der dann ganz schnell verschwunden war. Sein Nickname „Musikliebhaber“ setzte Anton in die Tat um: Er erwarb eine Trompete, die er Klara nannte, und sein Freund, weltbester Tubaspieler, sollte ihm Unterricht geben. Nach einigen lustigen Dialogen schließlich der Schock: Die Trompete war weg. Bei der Polizei meldete Anton: „Klara“ wurde entführt. Schnell war Kommissar Alois Blond (Claudia Loose) mit seinem stotternden Assistenten Harry Hirsch (Matthias Tittelbach) zur Stelle. Die waren überzeugt, dass es sich bei Klara Trompete um eine Frau handelt und wollten in einem langen Verhör auch die kleinsten Details wie „Klara liegt im Bett immer zwischen uns“ wissen. Schließlich erkannte Olga, dass sie einen fast 65-jährigen nicht mehr ändern kann und wechselte zu Antons Freude auf Burger und Schnitzel. Dann kam das „Happy End“, denn die entführte „Klara“ war plötzlich wieder da. Und der anfangs schusselige Kommissar hatte alles ermittelt: Anton hatte seinen Freund beauftragt, die Trompete zu entwenden, da er die wohl niemals richtig spielen wird. Und zum Schluss fanden Berta Breit in Kommissar Alois sowie Tochter Sophie in Assistent Harry ihre große Liebe und auch das Ehepaar Knopf hatte die Querelen und Verwirrungen vergessen. Unvergessen werden die eindrucksvollen „Kappesköpp“-Aufführungen aber für viele Zuschauer bleiben, denn diese dankten der Gruppe, zu der auch Regieassistentin Annemarie Flohr, die Techniker Bodo und Florian Polifka sowie Plakatgestalterin Christina Lanzendörfer zählen, begeistert mit frenetischem Beifall.
Artikel melden
Die alte Ockenfelser Linde soll fallen
- Claudia W. : Ich bin in der Bergstraße aufgewachsen, meine Großeltern lebten dort. So traurig das ein einzelner so etwas durchsetzt! Ich hoffe das es noch abgewendet wird und dieser schöne alte Baum erhalten bleibt.
- Iris Arens : Es wiederholt sich immer und überall: Auswärtige ziehen in Kenntnis der Sachlage zu und klagen anschließend gegen die bei Zuzug bereits bestehenden und bekannten Umstände. Hoffentlich bleibt die Linde...
Verschiebung wegen Planungsunsicherheit
- Sabine Weber-Graeff: Da werden Abermilliarden in die Aufrüstung der Bundeswehr,respektive die Landesverteidigung gesteckt und dann wird seitens von Grün ernsthaft erwogen in den Sichtbereich des militärischen Radars zwei...
Antik- und Trödelmarkt in Linz am Rhein im Mai 2026 mit vielfältigem Angebot
- Joschi Hund: Leider kann man nicht mehr von einem Antik und Trödelmarkt sprechen, warum ? Wenn über die Hälfte der Händler Neuware anbieten und Ihre Waren mit Festpreisen ausgezeichnet haben. Man kann sagen über 80 % der Aussteller waren Händler.
Hohes Polizeiaufkommen nach Banküberfall in Sinzig:
„Es war fast wie nach der Flut“
Sinzig. Am heutigen Freitag sorgt der Banküberfall mit anschließender Geiselnahme in der Innenstadt bundesweit für Schlagzeilen – und versetzt die Stadt in große Unruhe. Aufgrund des umfangreichen Polizeieinsatzes war nicht nur die Verkehrslage angespannt. Vor allem die unmittelbaren Nachbarn der betroffenen Volksbank-Filiale bekamen die Auswirkungen der Tat unmittelbar zu spüren.
Weiterlesen
Allgemeine Berichte
Rockenfelder: Kirmes des KJGV Rheinbrohl war ein voller Erfolg
Rheinbrohl. Die Rockenfelder Kirmes, welche alljährlich durch den KJGV Rheinbrohl ausgerichtet wird, war auch in diesem Jahr wieder ein großer Erfolg. In diesem Jahr erweiterte man die Veranstaltung um einen Tag und feiert gemeinsam den 1. und 2. Mai.
Weiterlesen
Niederzissen. Am 8. Juni eröffnet My Physio Brohltal seinen neuen Standort in Niederzissen in der Kapellenstraße 5c.
Weiterlesen
