Sie ist der Sonderfall unter den Mülltonnen: Die grüne Tonne
Das 1x1 der grünen Tonne
Kreis Neuwied. Sie ist der Sonderfall unter den Mülltonnen: Die grüne Tonne. Zwar sieht sie aus wie eine „normale“ Tonne, wird im selben Rhythmus geleert und taucht auch in unserem Abfuhrkalender auf – doch unterscheidet sie sich maßgeblich von den anderen Tonnen. Die Abfallwirtschaft des Landkreises Neuwied klärt auf, was es mit der grünen Tonne auf sich hat und wie man sie korrekt befüllt.
Welches System steckt hinter der grünen Tonne?
Jedes Mal, wenn man im Supermarkt ein in Plastik oder Leichtmetall verpacktes Produkt erwirbt, zahlt man die Entsorgung der Verpackung mit. Über diesen Mehrpreis finanzieren sich die Dualen Systeme in Deutschland (kurz: DSD). Von den Einnahmen sammeln und verwerten privatwirtschaftliche Unternehmen, wie im Landkreis Neuwied die PreZero GmbH & Co. KG, Leichtverpackungsabfälle. Daher wird diese Tonne auch als Tonne für Leichtverpackungen (LVP-Tonne) bezeichnet. Müllgebühren werden für die grüne Tonne keine erhoben.
Wer ist zuständig für die grüne Tonne?
Immer wieder erreichen die Abfallwirtschaft Anfragen und Meldungen zur grünen Tonne. Entgegen der landläufigen Meinung ist die Abfallwirtschaft des Landkreises Neuwied in diesem Fall jedoch nicht der richtige Ansprechpartner, da über das DSD die Firma PreZero mit dieser Aufgabe eigenverantwortlich beauftragt wurde. Bürgerinnen und Bürger erreichen Sie unter der Durchwahl 0800-88 666 66. Die Abfallwirtschaft Landkreis Neuwied AöR hingegen ist für die Einsammlung und Entsorgung der Abfälle der blauen, braunen und schwarzen Tonne (also Papier-, Bio- und Restmüll) zuständig.
Was gehört eigentlich in die grüne Tonne?
Grundsätzlich gehören entleerte Verpackungen und Verpackungsfolien des täglichen Bedarfs – auch Verkaufsverpackungen genannt - aus Plastik oder Leichtmetallen (z.B. Aluminium) in die grüne Tonne. So sind zum Beispiel Kunststofftrays, Joghurtbecher, Konservendosen, Duschgel- oder Reinigungsmittelflaschen sowie auch Getränkekartons ein Fall für die Leichtverpackungstonne. Die Behältnisse müssen leer sein, aber nicht ausgewaschen werden. Auch Styropor aus Verpackungen (kein Baustyropor!) darf über die grüne Tonne entsorgt werden. In den Verpackungen noch enthaltene Lebensmittelreste sollten über die Biotonne und dann die leere Verpackung über die grüne Tonne entsorgt werden.
Was wird oft falsch entsorgt?
Viele Leute halten die grüne Tonne für eine Plastiktonne und entsorgen deshalb jegliche Plastikutensilien, wie beispielsweise Zahnbürsten, Brotdosen oder Kinderspielzeug, fälschlicherweise in der grünen Tonne. Dies alles gehört jedoch in die Restmülltonne. Auch Transportfolien werden gelegentlich für Verpackungsabfall gehalten. Diese sollten jedoch aufgrund Ihres Volumens am Wertstoffhof abgegeben werden. Gelegentlich halten (aus anderen Landkreisen) Zugezogene sie aufgrund der grünen Farbe für eine Grünschnitt-Tonne und entsorgen ihre Grünabfälle darin, welche richtigerweise in die Biotonne gehören. Andere orientieren sich noch immer an der Lizensierung des „Grünen Punktes“, der ursprünglich die Sortierung erleichtern sollte, aber aufgrund unterschiedlicher dualer Systeme seitens der Hersteller nicht zwingend Anwendung findet. Teilweise landen auch Pfandflaschen im LVP-Müll, diese sollten allerdings den Pfandrückgabesystemen zugeführt werden.
Fehlwürfe in die falschen Tonnen müssen immer aufwendig aussortiert werden, wodurch zusätzliche Kosten entstehen. Im Sinne aller Gebührenzahler sollte daher von vorneherein auf die richtige Mülltrennung geachtet werden. Restmüll darf beispielsweise auf keinen Fall auf diesem Weg entsorgt werden, weil er das Recycling von LVP negativ beeinflusst oder unmöglich macht.
Was passiert mit dem LVP-Müll nach der Abholung?
Nach der Abholung durch die Firma PreZero werden die Verpackungsabfälle in eine Sortieranlage verbracht, in der sie nach ihrer Materialart in Kunststoffe, Metalle und Verbundstoffe getrennt werden. Aus diesem Grund wird auch empfohlen, die Materialien (z.B. Joghurtbecher und Abziehdeckel) voneinander getrennt in den Müll zu geben. In der Weiterverarbeitung können Kunststoffe wie auch Metalle meist eingeschmolzen und wiederverwendet werden.
Ihre Mithilfe bei der sachgerechten Entsorgung trägt dazu bei, unsere Umwelt zu schonen und Abfall effizient zu reduzieren. Für weitere Informationen und bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Abfallberatung oder konsultieren Sie das Abfall-ABC unter der Website abfall-nr.de.
Pressemitteilung Abfallwirtschaft Landkreis Neuwied AöR
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Symbolbild. Foto: Pixabay
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