Naturfreunde Thalhausen und Ameisenschutzwarte Neuwied
Das Antibiotikum der Ameisen
Dierdorf-Rengsdorf. Bäume schützen ihre Wunden mithilfe von Harz gegen Bakterien und Pilze. Ameisen nutzen den Stoff als Antibiotikum und verteilen kleine Brocken der „Baumpflaster“ in ihrem Nest.
Die Rote Waldameise, auch Formica rufa genannt, baut ihre Hügelnester meist um Baumstämme herum. Der Großteil der Gänge und Kammern befindet sich in der Erde. Als Schutz vor Regen und Kälte dient die Streukuppel aus Nadeln. Um für den Nachwuchs, die Eier sowie Larven, die richtige Temperatur herzustellen, wärmen sich die Tiere in der Sonne auf. Diese Wärme tragen sie dann in das verzweigte System aus Gängen und Kammern. Die dadurch entstehende feuchte Wärme birgt aber auch einen Nachteil: Sie bietet einen günstigen Nährboden für Bakterien und Pilze. Um den Staat vor Krankheiten zu schützen, sammeln die Insekten Baumharz vom Waldboden auf und verteilen die kleinen Brocken in ihrem Nest. Bis zu 20 Kilogramm Harz haben Forscher in einzelnen Ameisennestern gefunden. Der Pilzbefall in diesen Nestern ist deutlich geringer.
Ameisenstaaten, die sich diesen antibiotischen Effekt von Harz zunutze machen, haben im Falle von Infektionen zudem nachweislich größere Überlebenschancen. Vor allem im Larvenstadium fallen deutlich weniger Tiere Mikroorganismen zum Opfer. Harz erhöht also auch die Produktivität einer Kolonie.
