Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Rheinland-Pfalz
Die Ehrenamtskarte in Stadt und Kreis Neuwied
Anfrage von Elisabeth Bröskamp (MdL) an die Staatskanzlei
Kreis Neuwied. Die „Ehrenamtskarte Rheinland-Pfalz“ kann landesweit für herausragendes bürgerschaftliches Engagement verliehen werden und ermöglicht dem Inhaber etliche Vergünstigungen in verschiedenen Bereichen.
Zum Beispiel ermäßigte Eintrittskarten, Ermäßigung auf Waren- oder Dienstleistungen und auch weitere nicht-monetäre Vergünstigungen. Ziel ist es, ganz besonders diejenigen Menschen damit zu würdigen, die sich in ganz besonderer Weise ehrenamtlich für das Gemeinwesen einsetzen.
Die Fragen von Elisabeth Bröskamp an die Landesregierung lauteten: 1. In welchen Kommunen in Stadt und Kreis Neuwied gibt es bereits die Ehrenamtskarte und seit wann?
2. Welche Kommunen in Stadt und Kreis Neuwied haben bereits Interesse an der Ehrenamtskarte bekundet?
3. Welche Vergünstigungen gibt es derzeit für Inhaber der Ehrenamtskarte in Stadt und Kreis Neuwied durch die Kommunen, Unternehmen oder durch das Land?
4. Welchen Teil der Aufgaben übernimmt die Landesregierung bei der Einführung in Stadt und Kreis Neuwied?
5. Wie hoch ist der Anteil an Frauen in Stadt und Kreis Neuwied, die Inhaberinnen einer Ehrenamtskarte sind?
6. Welche Kosten entstehen den Kommunen bei der Einführung der Ehrenamtskarte?
Die Antworten der Landesregierung lauteten:
Zu Frage 1: Von den Kommunen des Landkreises Neuwied beteiligt sich bisher lediglich die Verbandsgemeinde Unkel seit dem 22. Januar 2015 an der landesweiten Ehrenamtskarte Rheinland-Pfalz.
Zu Frage 2: Bis zum 6. Februar haben keine weiteren Kommunen des Landkreises Neuwied ein Interesse an der landesweiten Ehrenamtskarte bekundet.
Zu Frage 3: Alle Inhaberinnen und Inhaber der Ehrenamtskarte Rheinland-Pfalz, auch die aus der Verbandsgemeinde Unkel, können sämtliche Vergünstigungen landesweit nutzen. Dazu gehören u.a. 50 Prozent ermäßigte Eintrittspreise für die Festung Ehrenbreitstein, Schloss Stolzenfels, Burg Pfalzgrafenstein, Burg Trifels, Schloss Villa Ludwigshöhe, Römerbauten Trier sowie der Landesmuseen in Mainz, Koblenz und Trier. Zudem gibt es ermäßigte Eintrittspreise für das Hambacher Schloss. Weitere Einrichtungen kommen hinzu.
Einige Vergünstigungen bei den Kommunen sind u.a.: Die Stadt Lahnstein gewährt ermäßigte Eintrittspreise für die Städtischen Bäder, für Aufführungen der Städtischen Bühne und für Eigenveranstaltungen des Jugendkulturzentrums sowie 50 Prozent Ermäßigung beim Jahresbeitrag für die Stadtbücherei. Die Stadt Mayen gewährt ermäßigte Eintrittspreise für das Nettebad Mayen, das Eifelmuseum, das Vulkanpark-Erlebniszentrum „Terra Vulcania“ und für die Burgfestspiele Mayen. Die Stadt Mainz gewährt bisher 10 Prozent Rabatt im Mainzer Touristik Service Center. Die Stadt Koblenz hat bisher Freikarten für die Schlosstreppen und für den Konzertbesuch am Deutschen Eck anlässlich des Sommerfestes „Rhein in Flammen“ angeboten. Die meisten teilnehmenden Kommunen haben angekündigt, dass sie beabsichtigen, weitere Vergünstigungen zu gewähren.
Zu Frage 4: Die Landesregierung stellt den organisatorischen Rahmen für die landesweit gültige Ehrenamtskarte, übernimmt sämtliche Serviceleistungen, bewirbt die Karte, lässt diese auf eigene Rechnung herstellen und trägt die Kosten für den Internetauftritt. Sie stellt Flyer, Plakate und Mitmach-Aufkleber zur Kenntlichmachung der Vergünstigungsgeber zur Verfügung. Außerdem hat sie einen Leitfaden für Kommunen zur Einführung der Ehrenamtskarte erarbeitet und informiert interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunen in Workshops. Diese Regelungen bieten den Kommunen in Rheinland-Pfalz eine niedrigschwellige Möglichkeit der Beteiligung an der Ehrenamtskarte.
Zu Frage 5: Von den bis zum 6. Februar ausgestellten landesweiten Ehrenamtskarten für Engagierte in Stadt und Kreis Neuwied entfallen 50 Prozent auf Frauen.
Zu Frage 6: Genaue Angaben oder Prognosen sind aufgrund der eigenen Entscheidungen der Kommunen über die verwaltungstechnische Abwicklung und über Art und Umfang der Vergünstigungen kaum möglich. Die Erfahrungen in anderen Ländern haben gezeigt, dass dort die Einführung der Ehrenamtskarte für die Kommunen keine ins Gewicht fallenden finanziellen Belastungen mit sich gebracht hat.
„Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn alle Verbandsgemeinden und die Stadt Neuwied die Ehrenamtskarte einführen würden. Die ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger sind die Stützen der Gesellschaft. Dies kann man mit Geld gar nicht bezahlen. Eine kleine Anerkennung für ihre Hilfe durch die Verleihung der Ehrenamtskarte wäre wünschenswert,“ so Elisabeth Bröskamp abschließend.
Pressemitteilung
von Elisabeth Bröskamp (MdL) Bündnis 90/Die Grünen
