Politik | 14.01.2013

Vier Bürger erhalten die Verdienstmedaille des Landes

„Ehrenamtler sind der Kitt, der das gesellschaftliche Leben zusammenhält“

Hiltrud Enkelmann, Herbert Baumann, Klaus Georg und Hans-Georg Frings wurden für ihr Angagement geehrt

v.l.n.r.: Herbert Baumann, Hans-Georg Frings, Heike Raab, Landrat Rainer Kaul, Hiltrud Enkelmann und Klaus Georg.FF

Kreis Neuwied. Staatssekretärin Heike Raab zeichnete Hiltrud Enkelmann (Vettelschoß), Herbert Baumann und Hans-Georg Frings aus Rheinbreitbach sowie den Neuwieder Klaus Georg mit der Verdienstmedaille, der höchsten Auszeichnung des Landes, aus. „Unsere Gesellschaft ist darauf angewiesen, dass sich Menschen aktiv in das Gemeinschaftsleben einbringen und mehr tun, als sie unbedingt müssten. Ich freue mich, dass Sie viel Zeit und Energie für andere gegeben haben“, begrüßte die Staatssekretärin die Geehrten, ihre Angehörigen und die Bürgermeister ihrer Heimatgemeinden. Auch den Familien sprach Heike Raab ihren Dank aus. Schließlich fordere das Ehrenamt Opfer. Die Familienangehörigen wüssten das am besten zu beurteilen. „Ich bin stolz über die vielen ehrenamtlich Aktiven im Kreis. Sie sind der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält“, sagte Rainer Kaul. Und „ohne sie wäre die Gesellschaft ärmer“, ergänzte der Landrat. Er ist überzeugt davon, dass das Ehrenamt glücklich macht. Studien hätten zudem an den Tag gelegt, dass Ehrenamtler länger leben. Zumindest die These, dass der unentgeltliche Einsatz glücklich macht, bestätigten die vier neuen Medaillenträger. „Es gab viele Situationen, in denen ich mich selbst durch positive Rückmeldungen als Beschenkter gefühlt habe“, sagte Hans-Georg Frings.

Hiltrud Enkelmann ist seit 30 Jahren für die Jugend da

„Ich bin froh und dankbar, für jeden Tag, den ich im Einsatz war“, erklärte Hiltrud Enkelmann. Seit 30 Jahren leitet sie den Tanzcorps Rot-Weiß Vettelschoß. „Sie haben zwei Generationen geprägt und bewiesen, dass Wettbewerb Spaß machen kann“, sagte Linz Bürgermeister Hans Günter Fischer. Hiltrud Enkelmann stünde für das Lebensgefühl im Rheinland. Die selbstständige Damenschneiderin legte im zarten Alter von 20 Jahren ihre Meisterprüfung ab und bildete zahlreiche Mädchen aus ganz Deutschland aus. Seit 1995 führt sie den elterlichen Betrieb. Hochzeitskleider und Kleider für den Wiener Opernball wurden hier gefertigt. Seit 1996 ist die 58-jährige Innungsobermeisterin für das Bekleidungs- und Schuhmacherhandwerk im Kreis Neuwied. Außerdem ist sie Vorsitzende des Gesellenprüfungsausschusses für das Maßschneiderhandwerk. Seit 1974 ist Hiltrud Enkelmann im Vorstand vom Möhnenclub MC Zuckerklümpchen, seit 1997 fungiert sie als Sitzungspräsidentin. Hiltrud Enkelmann hat maßgeblichen Anteil daran, dass das Tanzcorps Rot-Weiß Vettelschoß Weltmeister, 11x Deutscher Meister und 10x Europameister war. „Sie führen Jugendliche an den Tanzsport heran. Ihr Verein ist bekannt für hervorragende Jugendarbeit“, lobte Heike Raab.

Herbert Baumann liebt Politik und Musik

Herbert Baumann hat in Rheinbreitbach einen bedeutenden Beitrag zur Förderung der Gemeinschaft geleistet. Seit vierzig Jahren gehört er der CDU an. Von 1979 bis 1984 und seit 1989 ist er Mitglied im Ortsgemeindebeirat Rheinbreitbach. Von 2004 bis 2009 war er 1. Beigeordneter der OG Rheinbreitbach. „Sie sind als Akkordeonspieler bekannt als Mann mit der Quetsch und ein musikalisches Naturtalent“, wusste Heike Raab zu berichten. Herbert Baumann ist seit 1976 aktives Mitglied der Rheinbreitbacher Burgbläser und war lange Jahre dessen 1. bzw. 2. Vorsitzender. Er ist Mitgründer des Gesangsduos „Vier Asse und ein Joker“, das zur Parodistengruppe mit zahlreichen Auftritten wurde, u.a. zugunsten eines Behindertenheims in Posen in den 80er Jahren. Der musikbegeisterte Rheinländer ist Mitglied des St. Josef Bürgervereins und der Karnevalsgesellschaft „me haalen et us“. Bekannt ist er als Unterstützer der Kath. Kirchengemeinde St. Maria Magdalena Rheinbreitbach. „Ich bin über die Einladung überrascht. Ich deute die Ehrung stellvertretend für alle Verdiente“, kommentierte Herbert Baumann bescheiden.

„Schorsch“ Frings kennt jeder

Den „Schorsch“ Frings kennt jeder in Rheinbreitbach. Hans-Georg Frings, Jahrgang 1938, ist im Vereinsleben und der Ortspolitik aktiv. Seit 1963 ist er Mitglied im CDU-Ortsverband Rheinbreitbach und war dessen Vorsitzender von 1977 bis 1984. Außerdem war er Mitglied im Ortsgemeinderat Rheinbreitbach von 1964 bis 1989 und Mitglied im Verbandsgemeinderat Unkel von 1969 bis 1984. Den Rheinbreitbacher Karneval prägte er über ein halbes Jahrhundert und war 40 Jahre Präsident der KG. Er war Teil von „Vier Asse und ein Joker“, die zwischen Köln und Neuwied Berühmtheit erlangten. Außerdem engagiert er sich in der Kath. Kirchengemeinde St. Maria Magdalena Rheinbreitbach und erbringt viel Einsatz für diese Gemeinschaft. Zudem ist Hans-Georg Frings Mitglied des St. Josef Bürgervereins, des Heimatvereins, war viele Jahre Fußballer und aktiver Spieler in der alten Herrenmannschaft des SV Rot-Weiß Rheinbreitbach.

„Mr. Burg Altwied“ Klaus Georg

Als Oberbürgermeister Nikolaus Roth nach verdienten Persönlichkeiten aus dem Stadtgebiet befragt wurde, fiel ihm spontan Klaus Georg ein. 2011 erhielt er mit dem Ehrenteller bereits die zweithöchste Auszeichnung der Stadt Neuwied. „Sie haben schon aufgrund Ihrer beruflichen Tätigkeit als Architekt städtebauliche Akzente gesetzt. Ihre Handschrift ist in der gesamten Stadt und Region erkennbar“, unterstrich Heike Raab. Seit 1996 ist er Vorsitzender des Heimatvereins Altwied. Sein Hauptaugenmerk gilt dem Erhalt und der Rekonstruktion der Burg Altwied. Dem Ortsbeirat gehörte er von 2001 bis 2004 an. Aktiv begleitet hat er die Teilnahmen an den Wettbewerben „Unser Dorf soll schöner werden“ bzw. „Unser Dorf hat Zukunft“. Seit 2000 ist er Mitglied der Jury auf Kreisebene. Großer Verdienste hat er an der Entwicklung vom Zoo Neuwied. Seit über zehn Jahren ist er Mitglied im Förderverein und wirkt kostenlos als Berater, Planer und Vertreter der Bauherrenschaft. „Klaus Georg ist einer der wenigen bundesweiten Experten für die Planung von Gehegen und Tierbehausunden“, so Oberbürgermeister Nikolaus Roth. Klaus Georg setzt sich für den Erhalt von Dorfbrauchtum und für soziale Projekte sowie für die denkmalgerechte Sanierung historischer Gebäude ein. Auch als Autor ist Klaus Georg schon in Erscheinung getreten. Seine Veröffentlichungen betreffen Altwied und die Architektur im Landkreis Neuwied. Sozial engagiert ist er im Lions Club. Als Mitglied der Funken Rot-Weiß Neuwied zeigt er Interesse am heimischen Brauchtum. „Der Karneval ist die Klammer, die heute alle vier Geehrten umschließt. Er ist ein Teil unserer Kultur“, so Heike Raab. FF

v.l.n.r.: Herbert Baumann, Hans-Georg Frings, Heike Raab, Landrat Rainer Kaul, Hiltrud Enkelmann und Klaus Georg.Foto: FF

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