Ein schöner Friedhof muss auch unterhalten werden
Neue Gebührenordnung für Ev. Friedhof Rengsdorf kommt
Rengsdorf. Fachkundige Besucher erklären immer wieder, dass der Rengsdorfer Friedhof einer der schönsten Friedhöfe ist, den sie kennen. Hervorgehoben wird insbesondere der parkähnliche Charakter mit Bäumen und Hecken, der an einen Waldfriedhof erinnert. Er bietet nicht nur eine würdevolle Ruhestätte für die Verstorbenen, sondern auch eine tröstliche Umgebung für die Hinterbliebenen.
Attraktiv ist auch die Vielfalt an Grabkategorien, unter denen auf dem Evangelischen Friedhof Rengsdorf gewählt werden kann. Wer seine Angehörigen gern unter Bäumen bestatten möchte, findet genauso einen geeigneten Platz wie diejenigen, die eine Grabstätte in der Sonne wünschen. Es gibt Grabstätten mit Grabumrandungen und Grabstätten ohne. Die Pflege des Grabes durch Angehörige ist der Regelfall. Wer jedoch wegen des Alters oder eines entfernten Wohnortes dazu nicht in der Lage ist, kann auch Rasengrabstätten mit eingeschlossener Pflege des Grabfeldes und einheitlichen Namensplatten wählen, bei denen keine privaten Zusatzkosten anfallen.
Die Pflege eines Friedhofs ist aufwendiger als die Pflege eines Hausgartens. Weil es sich um eine öffentliche Verkehrsfläche handelt, muss die Verkehrssicherheit der Bäume und die Standsicherheit der Grabsteine jährlich überprüft werden. Wie jeder Hobbygärtner weiß, erfordern das Mähen der Rasenflächen, der Rückschnitt der Hecken und die Beseitigung des Laubes viele Arbeitsstunden. Zudem sind in den vergangenen Jahren mit Unterstützung der Ortsgemeinden im Einzugsbereich verschiedene Investitionen im jeweils fünfstelligen Eurobereich durchgeführt worden: die Renovierung der Friedhofsmauer, die Sanierung der Trauerhalle, die Modernisierung der Kühlanlage für die Leichenkammern und die Anschaffung eines Traktors sind hier zu erwähnen. In diesem Jahr soll noch die dringend erforderliche Behindertentoilette gebaut werden.
Gebühren blieben elf Jahre konstant
Elf Jahre lang sind die Gebühren auf dem Friedhof Rengsdorf konstant geblieben, wodurch inzwischen ein hohes Defizit entstanden ist. Zur Vermeidung weiterer Fehlbeträge hat die Kirchengemeinde als Trägerin des Friedhofes zum einen Einsparungen vorgenommen und zum anderen die Gebühren neu berechnet. Dabei waren das Kommunalabgabengesetz, die kirchliche Finanzverordnung und die Mustersatzung der evangelischen Kirche im Rheinland zu beachten, die ihrerseits die neueste Rechtsprechung berücksichtigen. Ziel war es, die Gebühren nicht mehr als notwendig zu erhöhen, Kostendeckung zu erreichen und Kostentransparenz herzustellen.
Spezielles Kalkulationsprogramm
Alle Kosten sind deshalb mithilfe eines speziellen Kalkulationsprogramms für Friedhöfe den jeweiligen Leistungen genau zugeordnet worden. Jeder Nutzungsberechtigte zahlt für die Leistungen, die er in Anspruch nimmt - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Entsprechend den Vorgaben gibt es als neue Gebührenart die Friedhofsunterhaltungsgebühr, mit der die Kosten für die allgemeine Pflege des Friedhofs abgedeckt werden. Dafür sind die Bestattungsgebühren, das Nutzungsentgelt für die Grabstätte sowie die Gebühren für die Nutzung der Trauerhalle teilweise deutlich geringer als bisher. Die Friedhofsunterhaltungsgebühr wird im Regelfall jährlich bezahlt. Die Nutzungsberechtigten haben jedoch alternativ die Möglichkeit, sie für die gesamte Nutzungsdauer des Grabes oder einen Teil davon auf einmal zu entrichten.
Erfreulicherweise konnten die Bestattungsgebühren leicht und die Gebühr für die Nutzung der Trauerhalle beziehungsweise der Kirche deutlich gesenkt werden.
Die neue Friedhofsgebührenordnung ist vom Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland in Düsseldorf bereits genehmigt worden, bedarf aber vor Inkrafttreten auch noch der Genehmigung der ADD und der Veröffentlichung im Heimatkurier.
Das Presbyterium überprüft auch weiterhin alle Kosten im Hinblick auf ihre Notwendigkeit. Je mehr jetzt gespart wird, desto weniger müssen die Gebühren in Zukunft erhöht werden. Der Friedhof soll weiter so schön erhalten werden, wie er bisher ist. Vielleicht findet sich der/die eine oder andere, der oder die dabei ehrenamtlich hilft? Im letzten Jahr fand zum ersten Mal ein Friedhofs-Aktionstag statt, an dem sich zehn Männer beteiligten. Für das Jahr 2013 sind weitere solche Tage mit Einsätzen von Freiwilligen geplant.
Es wäre auch schon viel geholfen, wenn mehr Angehörige sich nicht nur für das Grab ihrer Familienmitglieder, sondern auch für das nähere Umfeld verantwortlich fühlen würden. Das Presbyterium lädt alle interessierten Bürger herzlich zu einer Informationsveranstaltung über die neue Friedhofsgebührenordnung ein, und zwar für Mittwoch, 20. März, ab 19.30 Uhr im Ev. Gemeindehaus, Westerwaldstraße 11 in Rengsdorf.
