Theatergruppe Rengsdorf
Heinz Erhardt-Abend in Bonefeld
Unter der Regie von Frank Reinhard wurden die großen Werke des unvergesslichen Komikers authentisch rezitiert
Bonefeld. Die Rengsdorfer Theatergruppe hat eine zuverlässige Fangemeinde, die den Deichwiesenhof bei jeder Vorstellung füllt. Am vergangenen Samstagabend stand keine Komödie auf dem Programm, sondern zum zweiten Mal ein Lyrikabend: eine Heinz Erhardt Rezitation.
Ein schwieriges Unterfangen für die Schauspieler. Kommt es doch bei den Gedichten des unvergessenen Komikers auf jede Silbe an. Texthänger lassen sich nicht so einfach überspielen, denn das Publikum kennt und liebt die Gedichte mit ihren skurrilen Pointen. Auf die Titelansage „Die Made“ reagierten die Zuschauer prompt mit „schade“. Auch sonst wurden viele Reimwörter bereitwillig von Besuchern ergänzt. Regisseur Frank Reinhard nutzte geschickt die Bekanntheit des Mimen: Große Brille mit dunklem Rand und Anzug aus edlem Zwirn reichten als Erkennungsmerkmale aus. Zur Begrüßung zitierte er sinnig „Die Kunst des Trinkens“, ein Gedicht, das Autofahrer auf humorige Weise zum Alkoholverzicht auffordert. Die weiteren Akteure des Abends waren Monika Hofmann, Uli Schenkelberg, Dagmar Schmitt, Christian Spliethofe, Christiane Schulz-Voss, Sybilla Schenkelberg, Julia Ehlscheid, Antje Escher und Peter Kahr.
Peter Kahr gelang es besonders gut, Heinz Erhardts schnodderig-trotteligen Vortragsstil zu kopieren und auch die wichtigen Pausen einzuhalten. Die Damen des Ensembles hatten es besonders schwer, denn ihre Physiognomien entsprachen so gar nicht der fülligen Birne des Dichters, der so herrlich mit den Hängebacken schwabbeln konnte. Deshalb mussten die Frauen einen ganz eigenen authentischen Vortrag entwickeln. Sehr überzeugend machte das Julia Ehlscheid, ein komödiantisches Naturtalent. Doch auch die übrigen Darsteller bewältigten die Herausforderung mit Bravour.
Zwischen Mitsingen und Mitdenken
Die Regie Frank Reinhards schaffte es, den Abend strukturiert und zugleich abwechslungsreich zu gestalten. Wurde zunächst aus dem Themenbereich „Allerlei“ von jedem Schauspieler ein Gedicht vorgetragen, bezog sich Teil zwei auf „Tierisches“. Die Zuhörer lachten über Kuckuck, Reh, Auerhahn, Igel sowie Nasshorn und Trockenhorn. Einspielungen im Originalton wie „Tante Hedwig“, „Herr Meier“ und „Die alte Lehmann“ und zum Schreien komische Sketche lockerten das Programm auf.
Einen ganz persönlichen Bezug zum großen Vorbild bildete der Vortragsblock der Lieblingsgedichte der Akteure. „Wieso ich Dichter wurde“ gehörte ebenso dazu wie „Das Gänseblümchen“ und „Das Fragezeichen“. Die Theatergruppe hatte sogar einen Special Guest engagiert: Oliver Reinhard intonierte am Klavier: „Immer wenn ich traurig bin, trink ich einen Korn“ und brachte den Saal zum Mitsingen. „Linkes Auge blau, rechtes Auge blau“, schaffte die Theatertruppe sogar im Wechselgesang darzubieten. Beim Abschiedslied kam Wehmut auf, dass die Begegnung mit dem genialen Wortspieler bereits zu Ende sein sollte. Aber es folgte noch ein Gedicht und noch ein Gedicht.
Viel Heiteres gemischt mit Nachdenklichem, ewig Aktuelles sowie Fatalistisches und interaktives Agieren - kurzfristig wurde Bürgermeister Breithausen eine tragende Rolle als Texthalter zugeteilt - erwiesen sich als gelungenes Mischungsrezept für einen unterhaltsamen, kurzweiligen Abend im Deichwiesenhof. Für die „Zuschauer ganz hinten auf den billigen Plätzen“ (Oliver Reinhard) wären Richtmikrofone für besseres Textverständnis hilfreich gewesen. Zum Glück hat fast jeder das große Heinz Erhardt Buch zu Hause im Regal stehen.
Frank Reinhard muss sich ab sofort wieder mit Theaterliteratur befassen, damit die Theatergruppe der Verbandsgemeinde Rengsdorf im nächsten Jahr wieder eine griffige Komödie auf die Bühnenbretter bringen kann.
Unvergessen der Sketch von Heinz Erhardt, bei dem jedes Wort mit dem Buchstaben „G“ anfangen muss.
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