Dr. Boniface Mobit Fogwe aus Kamerun besuchte die Evangelische Kirchengemeinde in Anhausen
„Ich bin ein Anhausener!“
Der Mediziner berichtete über seine Arbeit im „Viktoria Hope Foundation - Medical Center“
Anhausen. Besuch aus dem westafrikanischen Kamerun konnte die Evangelische Kirchengemeinde in Anhausen begrüßen. Dr. Boniface Mobit Fogwe, der eine kleine Klinik in der kamerunischen Atlantikstadt Limbe betreibt, berichtete im Gottesdienst von seiner Arbeit.
Dr. Fogwe hat in Kamerun Medizin studiert, seine Facharztausbildung als Internist aber in Essen absolviert. Seit dieser Zeit verbindet ihn eine enge Freundschaft mit Pfarrerin Ute Brodd-Laengner und Pfarrer Andreas Laengner.
Im Gottesdienst in der Anhausener Kirche, der vom Gemischten Chor Meinborn festlich mitgestaltet wurde, erklärte der 54 jährige Afrikaner die Bedeutung seiner Klinik für seine Mitbürger.
Hoffnung für die Menschen
Die Klinik von Dr. Fogwe hat den programmatischen Namen „Viktoria Hope Foundation - Medical Center“. Viktoria ist der ehemalige Name der heutigen Stadt Limbe. Das Medizinische Zentrum von Dr. Fogwe will also Hoffnung für die Menschen in Limbe sein. Und das ist es auch!
Die Klinik hält 20 Betten vor, vier davon stehen in einer kleinen Intensivstation. Neben diesem stationären Bereich werden Patienten auch ambulant behandelt oder sie werden zu Hause besucht. Der Einzugsbereich des Medical Center erstreckt sich inzwischen auch auf die benachbarte Millionenmetropole Douala.
Große Nachfrage
Die große Nachfrage ergibt sich aus zwei Tatsachen: Zum einen ist Dr. Fogwe der einzige nach europäischen Maßstäben ausgebildete Internist in der Region. Zum anderen verfügt „Viktoria Hope Foundation - Medical Center“ über eine Reihe medizinischer Geräte, die zwar in Deutschland zum absoluten Standard einer jeden Klinik zählen, in Kamerun aber sehr selten sind. Als Beispiele nannte der Arzt ein EKG-Gerät, ein Gastroskop oder ein Labor. Herzlich dankte Dr. Fogwe den Menschen im Kirchspiel Anhausen, die die Anschaffung dieser Geräte durch ihre Spenden erst ermöglicht hätten. Wörtlich sagte er: „Das verdanken wir Eurer treuen Unterstützung und Eurem Gebet.“
Da es in Kamerun keine Krankenkassen gibt, müssen die Patienten oder ihre Familien immer selber für einen Arztbesuch oder Klinikaufenthalt aufkommen. Manche Patienten beziehungsweise deren Familien können das aus eigenen Kräften tun. Für die anderen erklärte Dr. Fogwe: „Kosten für Medikamente und Behandlungen, die nicht von Patienten bezahlt werden können, müssen von uns übernommen werden.“ Auch das sei nur mit Hilfe von Spenden aus Deutschland möglich. Insgesamt 25 Arbeitsplätze sind in der Klinik der Viktoria Hope Foundation im Laufe der Jahre entstanden. Der größte Teil der Angestellten sind Krankenschwestern und Krankenpfleger. Sie sind glücklich, in einer für die Menschen in Limbe und Umgebung so wichtigen Klinik arbeiten zu können.
Dankbarkeit und Verbundenheit
Seine große Dankbarkeit für die langjährige Unterstützung und seine tiefe Verbundenheit mit den Menschen im Kirchspiel Anhausen drückte der afrikanische Internist dann in Anspielung an das berühmte Kennedy-Zitat so aus: „In Anhausen habe ich eine Familie und ein zweites Zuhause gefunden. Darum kann ich sagen: ‚Ich bin ein Anhausener und stolz darauf‘, obwohl ich kein Präsident Kennedy bin und Anhausen kein Berlin ist!“ Die so angesprochenen Gottesdienstbesucher antworteten nicht nur mit spontanem Beifall, sondern auch mit einer beeindruckenden Kollekte. Über 1000 Euro im Klingelbeutel zeigten, dass die Menschen gerne dazu beitragen wollen, dass es in der ehemaligen deutschen Kolonialstadt Viktoria ein Stück mehr „Hope“, also Hoffnung, auch für die Ärmsten gibt.
Spenden können auf das Konto 60004 des Kreiskirchlichen Rentamtes bei der Sparkasse Neuwied, BLZ: 574 501 20, Stichwort: „Dr. Fogwe“, überwiesen werden. Die Kirchengemeinde stellt gerne eine Spendenbescheinigung aus. Dazu muss sie die Anschrift des Spenders kennen.
Der Besuch von Dr. Boniface Fogwe war Garant für ein volles Café nach dem Gottesdienst.
