Große Zusammenkunft des Freundeskreises Dierdorf-Courtisols
Köstlichkeiten und Kultur „französischer Art“
Dierdorf. Die Freunde und Anhänger der Städtepartnerschaft Dierdorf-Courtisols trafen sich zu einer gemeinsamen Fahrt in die Champagne. Pünktlich war der Bus gefüllt mit erwartungsvollen Teilnehmern, die es kaum erwarten konnten, ihre französischen Freunde in Courtisols wiederzusehen. Trotz strömenden Regens lag man sich unter Schirm und Kapuze in den Armen, um die französischen Freunde herzlich zu begrüßen. Für den Weg zum ersten Tagesziel stiegen zwölf Jugendliche aus Courtisols mit ein und unterwegs brachte die Jugendpflegerin Cécile die Stimmung mit einem gemeinsamen französischen Lied auf Hochtouren. Wegen des anhaltenden schlechten Wetters entschied Jackie Lusse (1. Vorsitzender der Partnerschaft in Courtisols) eine kleine Programmänderung vorzunehmen, da die geplante Wanderung in den Weinbergen von Mutigny sonst eine gefährliche Rutschpartie geworden wäre. Somit steuerte man sofort das Restaurant in Dizy an und genossen die gewonnene Zeit für das gemeinsame Mittagessen. Nach dem Mittagessen ging es weiter in das malerische Weindörfchen Hautvillers, welches sich auf einem kleinen Weinberg mitten im Naturpark „Montagne de Reims“ befindet. Im Jahre 650 gründete dort der damalige Erzbischof Nivard von Reims die Abtei Saint Pierre d’Hautvillers, eines der ältesten Benediktiner-Klöster der Welt. Wir besichtigte die Kirche Saint Pierre und konnte anhand der dortigen Gemälde viele Eindrücke aus der Geschichte der Abtei mitnehmen. Doch das bildhübsche 800-Seelen-Örtchen Hautvilliers trägt auch noch den Namen „Berceau du Champagne“ (Wiege/Geburtsort des Champagners), wo einst der Mönch Dom Pérignon, im 17. Jahrhundert die Herstellungsmethode des Champagners ausschlaggebend geprägt haben soll. Und so ließ man es sich nicht nehmen, die vielen malerischen Gässchen mit den schmiedeeisernen Hausschildern zu bestaunen und die eine oder andere Flasche Champagner in den ortsansässigen Familienbetrieben zu erwerben. Auf dem Weg zum anschließenden Ziel, der Schokoladenfabrik der Familie Thibaut in Pierry, genoss man letzte Blicke auf die endlos erscheinenden Weinberge der Region. Inmitten der Schokoladenwerkstatt demonstrierte Monsieur Thibaut die zeit- und arbeitsaufwendigen Herstellungsschritte eines Champagnerkorkens aus Schokolade. Einige Kostproben von Rohmaterialien und fertigen Produkten machten die Runde. Abschließend deckte sich noch jeder mit schokoladenen Köstlichkeiten ein und man trat den Rückweg nach Courtisols an. Nach einer kurzen Verschnaufpause in den jeweiligen Gastfamilien trafen sich alle Freunde zu einem gemütlichen Abend im Festsaal „Robert Chaboudé“ wieder. Zwischendurch sorgte Cécile mithilfe ihrer Jugendlichen für viel Spaß und Spannung bei einem deutsch-französischen Bingo-Spiel, wobei eine Flasche Champagner auf den Gewinner wartete. Natürlich gab es auch wieder einige Ansprachen und die Dierdorfer Delegation überreichte ihr mitgebrachtes Präsent für den Vorgarten des Bürgermeisterbüros. Die Jugend konnte es kaum erwarten, die vielen Desserts zum Schluss zu probieren, damit sie sich endlich zu ihrer traditionellen Boom-Party zurückziehen konnten. Doch kurz vor Mitternacht machte sich die Müdigkeit bemerkbar und schnell lagen alle in ihren Betten der Gastfamilien, um für den nächsten Tag neue Kraft zu tanken. Am nächsten Morgen entdeckte man mit Booten die alten Kanäle von Châlons-en-Champagne. Entlang von 200 seltenen Baumarten, durch lange gruselige Tunnel und auf den Spuren der alten Stadtgeschichte sowie ihrer vielfältigen Architektur war die Bootsfahrt ein wahres Erlebnis. Wieder trockenen Fußes blieb noch ein wenig Zeit, um einige Eindrücke des Stadtkerns bei strahlendem Sonnenschein zu gewinnen, bevor es zum Mittagessen zurück in die Familien ging. Währenddessen erkundeten die Jugendlichen ihr Gastörtchen bei einer gemeinsamen Schnitzeljagd durch Courtisols. Jugendpflegerin Cécile hatte die Fragen sehr interessant gestaltet. Mit sehr viel Spaß und Spannung lösten die Jugendlichen die gestellten Aufgaben und verständigten sich völlig problemlos in Deutsch, Französisch oder Englisch. Beim gemeinsamen Mittagessen im Festsaal festigten sich die geschlossenen Freundschaften immer mehr. Am Nachmittag hieß es leider schon wieder Abschied nehmen.
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