Kreisverkehr für Bonefeld, was man daraus lernen kann
Ziel des Bundesverkehrswegeplanes ist der Ausbau des Fernstraßennetzes zur Erreichung möglichst kurzer Fahrzeiten im Fernverkehr. Die Belange der Anwohner von Bundes- und Fernstraßen rücken dabei in den Hintergrund.Eine Bundesstraße ist automatisch eine Vorfahrtstraße. Demzufolge soll es auf Bundesstraßen keine Kreisverkehre geben, so sehr sie im Einzelfall Sinn machen. Deshalb hat man den Anwohnern von Bonefeld jahrelang die Anbindung an die B256 über einen Kreisverkehr verweigert. Erst nachdem seitens der Bevölkerung und seiner gewählten Vertreter massiver Druck aufgebaut wurde, wird nun zähneknirschend und deshalb zunächst provisorisch ein Kreisverkehr errichtet.
Was kann Straßenhaus daraus lernen?
Es ist unbestritten, dass die an der B256 verbliebenen Anwohner insbesondere während des Berufsverkehrs unter der Verkehrslast leiden. Andererseits leben das Gewerbe und die intakte Infrastruktur auch vom Durchgangsverkehr. Ohne diese Infrastruktur hat Straßenhaus aber keine Zukunft.Es gilt deshalb im Interesse aller Bürger Konzepte zu entwickeln, wie dieser Konflikt gelöst werden kann. Es ist erfreulich, dass auch der Verschönerungsverein Straßenhaus sich hierfür einsetzen und von Erfahrungen, beispielsweise aus Rüscheid, profitieren will. Jedes Konzept kostet Geld und stößt deshalb auf Widerstand. Die Bonfelder haben uns gezeigt, dass es sehr wohl möglich ist, örtliche Belange gegenüber überregionalen Belangen durchzusetzen. Eine im Zuge eines voreilenden Gehorsams gefällte Zustimmung zu einer Trassenführung, die das Aus für Straßenhaus bedeutet, muss auf den Widerstand der Bürger stoßen. Offensichtlich bleibt auch Straßenhaus der Lernprozess, dass es heute nicht mehr möglich ist, Vorhaben gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen, nicht erspart. Es ist nur zu hoffen, dass der Gemeinderat sich aus seiner parteiübergreifenden Isolation begibt und gemeinsam mit seinen kreativen und kompetenten Bürgern zukunftsweisende Lösungen erarbeitet und diese dann auch gemeinsam nach außen durchsetzt.
Jürgen Drumm,
Straßenhaus
