Ausstellung im Roentgen-Museum Neuwied eröffnet
„Rheinland-Pfälzische Künstler nach 1947“
Neuwied. Anlässlich des „Rheinland-Pfalz-Tages“ in Neuwied vom 18. bis 20. Juli präsentiert das Roentgen-Museum Neuwied eine Ausstellung mit Werken von rheinland-pfälzischen Künstlern aus den Jahrzehnten nach der Gründung des Landes Rheinland-Pfalz 1947. Landrat Rainer Kaul eröffnete die Ausstellung, die von der Pianistin Cheng Ling Lim-Ginster musikalisch umrahmt wurde und an der zahlreiche Besucher teilnahmen. Museumsdirektor Bernd Willscheid übernahm die Einführungsrede. In seiner Begrüßungsrede trug Landrat Rainer Kaul ein schriftliches Grußwort von Kultur-Staatssekretär Walter Schumacher vor, der leider wegen einer Auslandsreise nicht an der Eröffnung teilnehmen konnte. „Neuwied mit seinem kostbaren Roentgen Museum ist geradezu vorbildlich in der Förderung und Pflege des künstlerischen und kulturellen Schaffens. Das frühere ‚Kreismuseum Neuwied‘ hat sich im letzten Jahrzehnt durch die Konzentration auf das Wirken von Abraham und David Roentgen national und international profiliert. Dazu trugen sowohl die Ausstellungen bei als auch die von der Kulturstiftung der Länder unterstützten Erwerbungen für den Ausbau der Möbelsammlung. Auf der letzten Sitzung der Kulturstiftung der Länder 2013 wurde das Roentgen Museum Neuwied besonders hervorgehoben ob seines Engagements, den Sammlungsschwerpunkt kontinuierlich durch Erwerbungen auszubauen und wegen der hochwertigen Kataloge. Stadt und Kreis können wirklich stolz sein, auf das bisher Geleistete und ich danke allen, die dieses Museum so vorangebracht haben, dass selbst in Berlin dies mit großem Respekt wahrgenommen wird“, schreibt Staatssekretär Schumacher.
Über 70 Kunstwerke, darunter Gemälde, Grafiken, Fotografien und Skulpturen, werden von rund 40 Künstlern präsentiert. In seiner Einführungsrede konnte Bernd Willscheid als bekannteste Künstler in der Ausstellung Otto Dill, Hans Purrmann und Gerhard Marcks hervorheben, deren Werke heute in international renommierten Museen gezeigt werden. Für die Nachkriegszeit am Mittelrhein bedeutend und mit Landschaftsgemälden vertreten sind Hanns Altmeier, Karl Bruchhäuser oder Hans Dornbach, die zu den Gründungsmitgliedern und einige auch zu den Vorsitzenden des Berufsverbandes Bildender Künstler und der Arbeitsgemeinschaft Bildender Künstler am Mittelrhein zählten. Auf dem Kunstmarkt nicht unbedeutend sind die Aquarelle und Gemälde von Edvard Frank mit an klassischen figürlichen Darstellungen, oft erotischer Art. Rolf Müller-Landau, Max Rupp oder die Bildhauer Kurt Lehmann und Kurt Schwippert sind weitere rheinland-pfälzische Künstlergrößen, deren Gemälde und Skulpturen präsentiert werden.
Die Bildhauerin Gisela Schmidt-Reuther sowie die Maler Bert Britz, Otto Buhr, Bernhard Hofer, Bodo Mans, Ewald Robbert sind für die Neuwieder Region von großer Bedeutung. Ihre Werke beeindrucken bis heute noch die Museumsbesucher, so auch die Skulpturen und Zeichnungen des Künstlerpaares Günter Oellers und Edith Oellers-Teuber aus Linz/Rhein. Ein Außenseiter war sicher Josef Wittlich, 1903 in Neuwied-Gladbach geboren, dessen Werke, inspiriert von Versandhauskatalogen und Illustrierten, prominente Persönlichkeiten der Nachkriegsjahrzehnte darstellen. Seine Werke werden heute der Pop-Art Roy Lichtensteins bzw. Andy Warhols zugeordnet.
Die zahlreichen Leihgaben stellten das Landesmuseum Mainz, das Mittelrhein-Museum Koblenz, das Landesmuseum Bonn, die Kunstsammlungen der Sparkasse und des Landkreises Neuwied sowie private Sammlungen zur Verfügung.
Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag von 11 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag 14 bis 17 Uhr, montags geschlossen. Führungen nach Voranmeldung. Am Rheinland-Pfalz-Tag von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist an diesem Tag frei.
Barrierefreie Erreichbarkeit aller Ausstellungsräume.
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