Nach 12 Jahren übergab der Melsbacher Feuerwehrchef Bodo Polifka das Amt an seinen Sohn Florian
Standing Ovations für den Wehrführer
Löschzug feierte 110-jähriges Bestehen mit Festakt, Ehrungen und großem Schauprogramm
Melsbach. Standing Ovations bekam der Melsbacher Wehrführer Bodo Polifka bei seinem Abschied im Bürgerhaus. Nachdem der Rengsdorfer VG-Bürgermeister Hans-Werner Breithausen ihm die Entlassungsurkunde überreicht hatte, standen etwa 200 Feuerwehrleute und Gäste auf und applaudierten dem verdienten Wehrführer, der nach 12 Jahren aus Altersgründen sein Amt niederlegte und nach 42 Jahren, aus dem aktiven Dienst, ausschied.
„Mir fällt es schwer, Abschied zu nehmen. Der wird aber etwas leichter, da mein Sohn Florian zu meinem Nachfolger gewählt wurde“, erklärte Bodo Polifka und weiter: „Ich bin ja Vorsitzender des Feuerwehr-Fördervereins, habe also meine Finger immer noch im Spiel.“ Neben vielen Lob- und Dankesreden erhielt Bodo Polifka auch zahlreiche Abschiedsgeschenke u.a. von dem Melsbacher Ortsbürgermeister Holger Klein und allen Ortsvereinen.
Von seinen 20 Melsbacher Kameraden war Florian Polifka zum neuen Wehrführer gewählt worden, der sich vorstellte, nachdem Breithausen ihm die Ernennungsurkunde überreicht hatte: „Ich bin 30 Jahre alt und eigentlich schon immer bei der Feuerwehr, was man an meinem Vornamen erkennt, der per Funk immer gerufen wird.“ Florian Polifkas Ziel ist es, für den Löschzug Melsbach neue Mitglieder zu generieren. „Das Amt ist eine Herausforderung, auf die ich mich freue,“ betonte der neue Wehrführer.
Einige Zeit zuvor hatten Bodo Polifka, der Rengsdorfer Wehrleiter Peter Schäfer, VG-Bürgermeister Hans-Werner Breithausen und Ortsbürgermeister Holger Klein Wehrleute aus der VG Rengsdorf sowie der VG Waldbreitbach und zahlreiche Gäste zum „Tag der Feuerwehren“ willkommen geheißen.
Dabei sorgte das Blasorchester Blocker Musikanten unter Leitung von Tobias Lawsky für flotte Musik, die vom Rock´n´Roll bis zu neuen Schlagern reichte.
Nachdem sich zum 10-jährigen Bestehen die Feuerwehr-Alterskameradschaft mit einigen Anekdoten vorgestellt hatte, ging Kreisbeigeordneter Achim Hallerbach auf die Situation der freiwilligen Feuerwehren ein. Er kritisierte, dass in manchen Gruppen der Respekt gegenüber Polizei, Feuerwehr und DRK gesunken ist, da sie beim Einsatz oft behindert würden. „Für diesen Respekt muss man kämpfen und das Ehrenamt stärken“, forderte Hallerbach. „Eine Berufsfeuerwehr ist nicht das Ziel, denn die ist teuer und hat gesellschaftliche Auswirkungen auf das Ehrenamt“, meinte der Kreisbeigeordnete.
Nach der Fusion der VG‘s müssen die Wehrleute zu einer Einheit wachsen
Die Fusion der beiden Verbandsgemeinden Rengsdorf und Waldbreitbach am 1. Januar 2018 sieht Hallerbach als Zäsur bei den Wehren, da hier 370 Wehrleute und 50 Mitglieder der Jugendfeuerwehr zu einer Einheit und einem neuen Miteinander zusammenwachsen müssen.
„Durch die Klimaveränderung gibt es mehr und andere Schadensereignisse. So haben wir selbst auf dem Berg Hochwasser durch Starkregen und auch Tierseuchen treten auf. Für beides ist bei uns keine Feuerwehren gerüstet, daher müssen sie neu strukturiert, ausgestattet und die Wehrleute ausgebildet werden“, betonte Achim Hallerbach.
Er lobte Arbeitgeber in der VG Rengsdorf, die Feuerwehrleuten Einsätze ermöglichen, in dem die Mitarbeiter dafür freigestellt werden: „Andere Regionen außerhalb des Kreises Neuwied haben da große Probleme“, führte Achim Hallerbach aus.
Ehrungen langjähriger Mitglieder
Der Kreisbeigeordnete, Bürgermeister Breithausen und Wehrleiter Peter Schäfer übergaben dann an langjährige Feuerwehrleute Ehrenzeichen. Das silberne Feuerwehr-Ehrenzeichen für 25 Jahre aktive Tätigkeit erhielten Uwe Kleinmann, Michael Runkel (beide Rengsdorf) sowie Maik Geißler und Holger Kurz (beide Melsbach). Das goldene Ehrenzeichen für 35-jährige Mitgliedschaft wurde Harald Wittlich (Kurtscheid) und Michael Blüm (Oberraden-Straßenhaus) überreicht. 40 Jahre bei der Feuerwehr Rengsdorf sind Rüdiger Curdes und Alfred Schott, die dafür mit der Ehrenurkunde ausgezeichnet wurden.
Nachdem die Melsbacher Ortsvereine der Jubiläumswehr mit Geschenken gratuliert hatten, sprach Wehrleiter Peter Schäfer das Schlusswort und dankte nicht nur der Melsbacher Wehr für die Ausrichtung dieses Tages der Feuerwehr, sondern auch dem Burschenverein Melsbach, deren Mitglieder beim Festakt die Bewirtung übernommen hatten.
Übergabe des neuen Tanklöschfahrzeugs
Auf dem Parkplatz vor dem Bürgerhaus ging es weiter mit Einsegnung durch Dechant Thomas Darscheid und offizieller Übergabe des neuen Tanklöschfahrzeugs an den Löschzug Melsbach. Dabei übergab VG-Bürgermeister Breithausen symbolisch den Autoschlüssel an den neuen Wehrführer Florian Polifka.
Der geländegängige 10 Tonnen schwere Mercedes Unimog mit 180 PS hat einen 2000 Liter Löschwassertank, Lichtmast, verschiedene Schaum- und Netzmittel, Atemschutzgeräte sowie mobiler Wasserwerfer für die Bekämpfung von Waldbränden. Das Fahrzeug ersetzt einen über 30 Jahre alten Iveco Magirus.
Den Bürgern wurde mit einer Fahrzeugausstellung demonstriert, wie die Feuerwehr der VG Rengsdorf ausgestattet ist. Da waren das Drehleiterfahrzeug, der in Kurtscheid stationierte Einsatzleitwagen und weitere Löschfahrzeuge zu sehen. Die Polizei mit Tipps für die Sicherheit von Haus und Wohnung, die Bergwacht des DRK Rengsdorf und das THW, das auch eine Hüpfburg für Kinder aufgebaut hatte, rundeten die Ausstellung ab. Natürlich gab es auch einen Bierbrunnen und die Feuerwehrfrauen sorgten an einem Stand u.a. für Pommes, Würstchen und Frikadellen.
15 Mitglieder der Jugendfeuerwehr, sie ist stationiert in Kurtscheid, zeigten bei einer Übung, dass sie mit Schläuchen, Spritzen und Wasser umgehen können, indem sie ein paar brennende Holzpaletten löschten. Wie mit hydraulischen Spreizer und Schere ein völlig demoliertes Auto geöffnet wird, demonstrierten Rengsdorfer Wehrleute. Ferner war die Rettungshundestaffel vor Ort und der Umgang mit einer Fettexplosion und einem Feuerlöscher wurden den zahlreichen Besuchern eindrucksvoll gezeigt. HEP
VG Bürgermeister Breithausen vereidigte den neuen Wehrführer Florian Polifka und überreichte ihm die Ernennungsurkunde.
Wehrführer Bodo Polifka wurde verabschiedet und Ehefrau Martina mit Blumen überschüttet.
